Wer hat Gisela B. getötet? LKA rollt 40 Jahre alten Mordfall wieder auf

Gisela B. Mordfall Lübeck 1981

Das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein rollt einen vierzig Jahre alten ungelösten Mordfall aus Lübeck wieder auf. Es geht um die 65-jährige Gisela B., die am 2. September 1981 brutal in ihrer Wohnung in der Krähenstraße umgebracht wurde. Nun werden auch wieder Zeugen gesucht.

Lübecker Mordfall aus dem Jahr 1981

Anfang September 1981. Helmuth Schmidt ist noch deutscher Bundeskanzler, Deutschland noch geteilt. In den Kinos ist gerade Wolfgang Petersens „Das Boot“ angelaufen, James Bond alias Roger Moore jagt „In tödlicher Mission“ Schurken. Der Lübecker Bürgermeister heißt Robert Knüppel. Und ein Mord erschüttert die Hansestadt. 

Gisela B. liegt wird tot in der Krähenstraße gefunden

Am Morgen des 3. September, ein Donnerstag, finden Polizeibeamte in einem Wohnhaus in der Krähenstraße die Leiche der Arztwitwe Gisela B.. Die 65-Jährige liegt nackt auf ihrem Bett, ist offenbar erdrosselt worden. Die Wohnungstür ist aufgebrochen, Nachbarn hatten deswegen die Polizei verständigt. Schmuck und Bargeld fehlen. Die Polizei ist nicht sicher, ob es sich um einen Raubmord oder ein Sexualverbrechen handelt.

Lebenslustige Witwe

Mordfall Gisela B. Lübeck 1981
Gisela B.

Denn die Witwe galt als offen und lebenslustig, war häufig in den Kneipen der Hansestadt anzutreffen. Und sie hat offenbar regelmäßig Männer mit nach Hause genommen. Zuhause habe sie diese „eher mütterlich“ bewirtet, sagt die Polizei. Nun gibt es in dem Fall wohl eine neue DNA-Spur. Deshalb hat die „Cold Case Unit“ des Landeskriminalamtes Schleswig-Holstein nun wieder Ermittlungen in dem Mordfall aufgenommen.

Mord ereignet sich am 2. September 1981

Gisela B. wohnte im zweiten Stock des Eckhauses Krähenstraße/An der Mauer. Im Untergeschoss befindet sich das Geschäft „Blumen Gnirke“. An dem Abend ihres Todes, dem 2. September, läuft ein Fußball-Länderspiel im Fernsehen. Deutschland spielt gegen Polen. Nachbarn hören laute Geräusche aus der Wohnung des Opfers, wundern sich aber nicht. Denn das Haus ist allgemein sehr hellhörig. Später sagt die Polizei, dass der Mord sich zwischen 19 und 20.30 Uhr ereignet haben muss.

Gibt es Zusammenhänge zu weiterem Mordfall aus Lübeck?

Ein weiterer Mordfall aus Lübeck poppt in diesem Zusammenhang auf. Am Marquardplatz in St. Lorenz Nord wurde 1978 Bärbel K. ermordet. Auch sie wird nackt und erdrosselt gefunden, auch bei ihr fehlt Bargeld. Handelt es sich möglicherweise um den selben Täter? Das will die Polizei nun herausfinden. Und sie hat deswegen viele Fragen (siehe unten) und sucht Zeugen, die eine oder mehrere Fragen beantworten können. In einem Mordfall, der 40 Jahre zurückliegt. Oliver Pries

Fragen zu Kontaktpersonen des Tatopfers

Gibt es noch Kontaktpersonen, die Gisela B. kannten, die nach der Tat im Jahr 1981 und bis heute nicht zum Tatopfer oder zum Mord befragt wurden?

Dabei kann es sich beispielsweise um Bekanntschaften oder Barkeeper aus den in der Lübecker Innenstadt ansässigen Gaststuben und Bars handeln. Als mögliche Anlaufadressen sind hier folgende Lokalitäten bekannt:

  • – Rathaushof
  • – Kachelofen
  • – Gartenzwerg
  • – Old Inn
  • – Why Not?
  • – Jägerklause (hier soll sich das Opfer am Tattag nach Zeugenaussagen aufgehalten haben)
  • – Wienerwald
  • – Mühlenberg
  • – Schiffergesellschaft
  • – Herzbube

In welchen Bars hielt sich Gisela B. noch auf? Wer kann Angaben zu weiteren Kontaktpersonen machen? Wer war 1981 in oben genannten Lokalitäten Stammgast?

Fragen zum Tattag:

Wer hat Gisela B. am Nachmittag bzw. am Abend des 2. September 1981 gesehen? War sie in Begleitung?

 

Fragen zu auffälligen Personen im Umfeld:

Gab es im Bereich Krähenstraße/ An der Mauer/ Krähenteich 1981 auffällige Personen?

Kam es in diesem Bereich 1981 und davor zu Sexualstraftaten?

Frage zu einer Kette – goldene Dollarmünze mit Bohrung:

Mordfall Gisela B. Lübeck 1981

Nach Angaben von Zeugen ist bekannt, dass das Opfer im Besitz einer Kette mit einer durchbohrten Dollarmünze war (siehe Beispielfoto). Diese Kette ist am Tatort nicht aufgefunden worden. Wer kann Angaben zum Verbleib der Kette machen? Ist diese möglicherweise in An- und Verkauf-Geschäften oder auf Flohmärkten veräußert worden?

Fragen zum Umzugsunternehmen 

Gisela B. zog Anfang 1980 von der Krähenstraße 1-3 in die Krähenstraße 34. Welches Umzugsunternehmen half hierbei? Bekannt ist lediglich, dass das Umzugsgut mit einem geschlossenen, kleinen Lkw (Farbe unbekannt und vermutlich ohne Aufschrift) transportiert wurde. Die Ladefläche soll nur von hinten zu betreten gewesen sein. Zum Lkw gehörten zwei Personen. Der Besitzer des Lkw soll in Richtung Stockelsdorf bzw. in Stockelsdorf eine Gaststätte besessen und diesen Umzug nebenbei durchgeführt haben.

Sachdienliche Hinweise erbittet die Polizei an die Telefonnummer 0431 / 160-42856.

 

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