Schwimmen lernen geht auch auf dem Trockenen: DLRG-Erklärfilme für daheim

DLRG

Das Interesse vieler Eltern an Schwimmkursen für ihre Kinder ist groß, die Kapazitäten der Vereine und Schwimmhallen jedoch begrenzt. Es gibt monatelange Wartezeiten – und die Corona-Krise hat die Lage zusätzlich erschwert. „Auch im Lockdown muss doch was gehen“, hat sich die Schwimmausbilderin Juliana Soproni von der DLRG Eutin gesagt und sich eine Lösung ausgedacht: Videofilme, die jungen Nichtschwimmern nett und witzig zeigen, wie man sich sicher über Wasser hält.

Die Wohnstube wurde zum Fernsehstudio

Sie hat mit Unterstützung des Vereins und mithilfe des Eutiner Filmemachers Andreas Beer einen Trocken-Schwimmkurs entwickelt, den Kinder mit ihren Eltern im heimischen Wohnzimmer durchführen können. Dabei erwiesen sich die Fragestellungen durchaus als anspruchsvoll. „Wie erklärt man Schulkindern der Klasse 1 bis 6 die Schwimmbewegung einfach und anschaulich, aber auch fehlerresistent? Da war Ideenreichtum gefragt“, sagt Juliana Soproni. Das passende Setting musste her: Ihre Wohnstube wurde zum Fernsehstudio und Soproni gibt die „Vorturnerin“ und animiert die kleinen Zuschauer zum Mitmachen.

Ein Experiment erklärt mehr als viele Worte

Zur Darstellung der Schwimmbewegungen legt sie sich auf einen aufblasbaren Wasserball – und schon „schwebt“ die Ausbilderin halbwegs über dem Teppich. Der Ball ist perfekt, um eine liegende, ausbalancierte Schwimmlage realistisch darzustellen. Weitere Themen werden in kurzen Einspielfilmen erklärt: Dass zum Gleiten im Wasser Körperspannung erforderlich ist, beweist Soproni, indem sie eine harte und eine gekochte Nudel in der Badewanne anstupst: Das Experiment erklärt mehr als viele Worte.

Kids können Wissenslücken bequem zu Hause schließen

Seit der ersten Idee im Februar sind inzwischen sechs Video-Folgen entstanden, die didaktisch aufeinander aufbauen. Das Trocken-Training punktet aber nicht nur in der Pandemie: „In der Halle ist oft keine Zeit für detailreiche Erklärungen. Die Kinder frieren und sind deshalb unkonzentriert. Die Videos geben ihnen die Möglichkeit, ganz bequem zu Hause Wissenslücken zu schließen“, meint Juliana Soproni.

Crowdfunding und Zuschüsse sichern Projektumsetzung

Die Kosten des Projekts sind gerade noch vierstellig, ganz viel Herzblut und Engagement habe sie niedrig gehalten. Bei der Finanzierung haben ein Crowdfunding sowie Spenden der Sparkasse Holstein, der Volksbank Eutin und der Jürgensen-Stiftung sowie Zuschüsse der Stadt Eutin geholfen. Alle, die an eine Eutiner Bildungseinrichtung oder einen Schwimmsport treibenden Verein angeschlossen sind, bekommen einen kostenlosen Zugang zu den Clips. Außerdem verschenkt die DLRG Wasserbälle. Infos gibt’s auf eutin.dlrg.de.

Volker Graap

Viel Unterstützung für die Aktion „Trocken-Ente“: DLRG-Schwimmausbilderin Juliana Soproni (vorne) hat jede Menge Hilfe bei der Umsetzung des Projekts bekommen. (Foto: Graap)

Teile diesen Beitrag!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.