Impfstellen landesweit am Start: Kassenärztliche Vereinigung wirbt für Moderna

Eutin

Am Freitag hat die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) den Startschuss für die landesweiten Impfstellen für termingebundene Impfangebote gegeben. Bei dem offiziellen Pressetermin in Eutin kündigte der stellvertretende KVSH-Vorstandsvorsitzende, Dr. Ralph Ennenbach, an, dass bis zum 6. Dezember bis zu 60 Impf-Linien an 26 Standorten aufgebaut werden. Auf dem Internetportal www.impfen-sh.de kann jedermann Termine buchen. Die Impfstellen sind montags bis freitags von 10.30 bis 19.30 Uhr geöffnet.

Bis Ende Februar 1,3 Millionen Booster-Impfungen

„Wir gehen davon aus, dass wir bis Ende Februar 500.000 Impfungen in den Impfstellen umsetzen können. Damit entlasten wir die 1400 niedergelassenen Arztpraxen und die mobilen Impfteams deutlich“, so Ennenbach. Er habe große Zuversicht, dass auf diese Weise bis Ende Februar insgesamt 1,3 Millionen Booster- sowie zusätzliche Erstimpfungen erfolgen können. „Termine sind eigentlich ganz einfach online erhältlich. Wir bitten aber alle Bürger, die einen schon gebuchten Termin nicht wahrnehmen können, den Termin abzusagen“, appelliert Ennenbach.

„Impfstoffe von Biontech und Moderna sind gleichwertig“

Eine weitere eindringliche Bitte hat der stellvertretende KVSH-Chef in Bezug auf die Wahl des Impfstoffes. „Wir verimpfen in den Impfstellen überwiegend Moderna, jüngere Impflinge bekommen Biontech. Beide Impfstoffe sind vollauf gleichwertig, auch wenn Moderna nicht so bekannt ist. Möglicherweise ist Moderna sogar noch einen Tick wirkungsvoller“, wirbt Ennenbach für die gesellschaftliche Akzeptanz dieses Impfstoffes. Auch wenn man zuvor zweimal mit Biontech geimpft wurde, sei Moderna eine gute Wahl beim Boostern.

„Tatkraft und Zusammenarbeit vor Ort ist beispiellos“

Und Ostholsteins Landrat Reinhard Sager ruft nicht nur zum Boostern auf, auch alle Ungeimpften hätten jetzt die Möglichkeit, zuzugreifen. „Wer sich impfen lässt, schützt nicht nur sich, sondern auch die Gemeinschaft“, betont Sager. Er zeigte sich dankbar, dass mithilfe der KVSH zwei Impfstellen im Kreisgebiet eingerichtet werden konnten. Eine befindet sich in Heiligenhafen, die andere im Pavillon an der Eutiner Opernscheune. Die Kreisstellen-Leitung hat die Eutiner Ärztin Dr. Bettina Schultz inne, die bereits für das Impfzentrum am Eutiner Marktplatz verantwortlich zeichnete. „Die Tatkraft und Zusammenarbeit hier vor Ort ist beispiellos“, betont sie. „Zumindest an Ärzten, die uns helfen wollen, mangelt es nicht.“

Personal-Akquise war schwierig, ist aber gelungen

Ennenbach nannte die Einrichtung der neuen Impfstellen übrigens „einen Kraftakt“, insbesondere weil das Personal rar geworden sei. Dabei fiel die schwierige Akquise des medizinischen und nicht medizinischen Assistenzpersonals in die Zuständigkeit des DRK-Landesverbandes. Angesicht der Situation auf dem Arbeitsmarkt zeigte sich DRK-Vorstandssprecherin Anette Langner „stolz, dass uns dies für alle Impf-Linien gelungen ist“. Der Aufbau möglicher weiterer Impf-Kapazitäten hängt nun ganz vom Personal ab.

War die Schließung der Impfzentren ein Fehler?

War es ein Fehler, die Impfzentren landesweit Ende September zu schließen? Landrat Sager hätte sich zumindest gewünscht, die Zentren auf Stand-by zu halten. „Nur sechs Wochen nach der Schließung, am 9. November, wurde der Kreis vom Land aufgefordert, wieder Strukturen fürs Impfen zu schaffen. Die Technik aus den Impfzentren hatten wir sicherheitshalber noch eingelagert, sodass wir uns zügig am Aufbau der Impfstellen beteiligen konnten“, berichtet Sager.

Impfungen in den Praxen verdoppelt und verdreifacht

Die Kassenärztliche Vereinigung beobachtet, dass in den Haus- und Facharztpraxen das Impfen bereits in den vergangenen Wochen deutlich zugenommen hat. In fast allen Kreisen habe sich die Zahl der Impfungen in den Praxen im letzten Monat mindestens verdoppelt, teilweise sogar verdreifacht. Nun dürfe man den Medizinern aber keine Steine in den Weg legen und ihnen ausreichende Mengen an Impfstoff zur Verfügung stellen.

Volker Graap

Die Eutiner Ärztin Dr. Bettina Schultz ist KVSH-Impforganisatorin für die Impfstelle in Eutin. Die Eutiner Festspiele haben für die Einrichtung die Räume ihres Pavillons an der Opernscheune zur Verfügung gestellt. (Foto: Graap)

Wege zur Impfung
In Schleswig-Holstein gibt es verschiedene Wege zur Impfung: in den Arztpraxen, über offene Angebote der mobilen Impfteams und mit Terminbuchung in den Impfstellen.
Termine können auf www.impfen-sh.de gebucht werden. In Lübeck befindet sich die Impfstelle in der MuK, in Eutin im Pavillon an der Opernscheune und in Heiligenhafen im AMEOS Klinikum.
Mobile Impfteams sind ebenfalls in der Region zu Offenen Impfaktionen unterwegs: am 6. und 7. Dezember jeweils von 9 bis 16 Uhr sowie am 8. und 9.12. von 8 bis 16 Uhr und am 10. Dezember von 9.30 bis 16 Uhr in der Agentur für Arbeit in Lübeck; vom 6. bis 8. Dezember jeweils von 14 bis 17 Uhr im Bürgerhaus Scharbeutz und am 9. Dezember von 9 bis 17 Uhr im Haus des Kurgastes in Malente.

Impfstelle
In der Impfstelle in Eutin wird seit letzter Woche fleißig geboostert und erst-geimpft.

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