Ersatzneubau der Freilichttribüne in Eutin: kommt später, wird teurer

Tribüne

Der Ersatzneubau der Freilichttribüne im Eutiner Schlossgarten verteuert sich um eine Million Euro oder 16 Prozent auf rund 7,1 Millionen Euro. Dabei steigt der städtische Eigenanteil von 610.000 Euro auf circa 1,76 Millionen Euro. Das ist das Ergebnis der jüngsten, vertieften Kostenschätzung, die dem Bauausschuss am Mittwoch vorgestellt wurde. Die Kommunalpolitik will dennoch an dem Projekt festhalten.

Mit 2000 Plätzen steigt das Fassungsvermögen leicht

Mitarbeiter des Hamburger Büros „Prof. Moths Architekten“ stellten den Entwurf noch einmal vor. Die organische, geschwungene Form der Tribüne fügt sich harmonisch in den Landschaftsgarten ein. Mit 300 Quadratmetern ist sie etwas größer als zurzeit, aber kleiner als der Wettbewerbsentwurf. Mit 2000 Plätzen steigt das Fassungsvermögen leicht. Untergebracht sind auch eine Toilettenanlage, Lager- und Technikräume sowie eine Getränkeausgabe. Bestuhlung, Lichtmasten und Regiehäuschen werden temporär aufgebaut. Auch der Orchestergraben wird im Zuge der Maßnahme erneuert.

Tribüne ist außerhalb der Spielzeit Aussichtspunkt

Außerhalb der Festspielsaison sorgt die Tribüne für mehr Aufenthaltsqualität direkt am See, die oberen Ränge werden zum Aussichtspunkt – das schafft echten Mehrwert. Das Betonbauwerk wird auf tiefen Bohrpfählen gegründet. Alle beteiligten Behörden – vom Denkmal- bis zum Naturschutz – tragen die bisherigen Planungen mit, weil sie auf jeden Fall eine Verbesserung zum Bestand bedeuten.

Interimslösung für die Saison 2023 ist nötig

Simone Handschuck vom Bauamt betonte, dass im vorliegenden Entwurf bereits Einsparmöglichkeiten umgesetzt worden seien. Eine Kostensicherheit sei erst nach der Ausschreibung, die im ersten Quartal 2022 geplant ist, gegeben. Nicht im Budget enthalten sind allgemeine Preissteigerungen sowie die Kosten für den Bau einer Interimstribüne in Höhe von rund 150.000 Euro. Denn inzwischen gehen alle Beteiligten davon aus, dass der Tribünenneubau nicht wie ursprünglich beabsichtigt zwischen den Spielzeiten 2022 und 2023 abgeschlossen werden kann. Dass heißt, in der Saison 2023 müssen die Festspiele auf eine andere Fläche ausweichen. Schon die Fertigstellung zum Saisonstart 2024 sei eine sportliche Angelegenheit, so Handschuck.

Überdachung der Tribüne ist zunächst vom Tisch

Eine Überdachung der Tribüne ist zunächst vom Tisch. Dafür würden zwar über drei Millionen Euro aus EU-Mitteln zur Verfügung stehen, doch das Geld fließt nur, wenn das Bauwerk bis Mitte 2023 fertiggestellt ist. Und „das Dach vor dem Haus zu bauen“, mache wenig Sinn, hieß es unisono. Infrage käme höchstens eine mobile Variante ohne Charme und Ästhetik. „Dann planen wir lieber eine vernünftige Überdachung in späteren Jahren, als jetzt alles nur abgespeckt umzusetzen“, sagte Festspiel-Geschäftsführer Falk Herzog. Übrigens dankte er ausdrücklich der Verwaltung für ihr Engagement. „Sie hat bisher einen guten Job gemacht.“

Stadtvertretung muss zustimmen

Das endgültige „Go“ fürs Weitermachen muss die Stadtvertretung in ihrer Sitzung am Mittwoch, 8. Dezember, geben. Beginn ist um 17 Uhr im Ostholsteinsaal des Kreishauses in der Lübecker Straße 41.

Volker Graap

 

Tribüne
Muss noch eine Saison durchhalten: die alte Freilichttribüne im Schlossgarten. (Foto: Graap)
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