Ostholstein-Museum würdigt die Eutiner Malerin Louise M. Wagner in einer Ausstellung

Museum

Eine Ausstellung mit viel Lokalkolorit hat das Ostholstein-Museum in Eutin am Freitag eröffnet: Im Dachgeschoss ist bis zum 30. Januar eine retrospektive Werkschau der Eutiner Malerin Louise M. Wagner (1875-1950) zu sehen. Die Besucher erhalten ein tiefen Einblick in ihr künstlerisches Oeuvre. Dieses war von einer großen Reisetätigkeit und Heimatliebe, von Schaffenskraft und künstlerischer Vielseitigkeit geprägt.

Insgesamt sind 75 Bilder in Eutin zu sehen

Anlass für die Ausstellung war eine Schenkung: Großnichte Gudrun Rönck hatte dem Museum vornehmlich Grafiken und Zeichnungen aus dem Nachlass der Künstlerin überlassen. „Damit wurde unser Bestand massiv erweitert“, freut sich Museumsleiterin Dr. Julia Hümme. Zusammen mit eindrucksvollen Ölbildern aus dem Magazin bilden die neuen Exponate den Schwerpunkt der Ausstellung. Insgesamt sind 75 Bilder zu sehen. „Und wir hätten noch Material für fünf weitere Ausstellungen“, erzählt Julia Hümme.

Eine große Karriere blieb der Künstlerin versagt

Louise M. Wagner widmete sich in ihrem grafischen Werk vor allem der Natur und den Stadtansichten ihrer norddeutschen Heimat und der bereisten Landstriche. Aber in der Malerei dominieren vor allem Porträtdarstellungen – wie die zahlreichen Bildnisse von Kindern, jungen Frauen, Männern, Greisen und auch die Aktdarstellungen beweisen. Von beeindruckender Farbigkeit sind darüber hinaus ihre auf Reisen und unterwegs angefertigten Kreidezeichnungen und Aquarelle. „Sie kommt vom Impressionismus und entwickelt sich zur Expressionistin. So wuchtig und farblich intensiv werden ihre Bilder. In einer anderen Zeit hätte sie eine weitaus bekanntere Künstlerin werden können“, ist sich Julia Hümme sicher.

Louise M. Wagner unternahm viele Studienreisen

In den Vitrinen geben private Fotografien und Notizbücher einen näheren Einblick in das Leben von Louise M. Wagner, die gegen Widerstände in der Familie ab 1900 Zeichen- und Malunterricht nahm. Schließlich studierte sie Kunst in Berlin, München, Weimar, Paris und Worpswede. Sie erweiterte stets ihren Horizont durch Studienreisen im In- und Ausland. Darüber hinaus hat Wagner unzählige Gedichte verfasst. Dieser umfangreiche schriftliche Nachlass wird in der Eutiner Landesbibliothek verwahrt.

Neues Gedichtheft mit den 40 aussagekräftigsten Texten

Dort hat Mitarbeiter Gerhard Heufert rund 1000 Gedichte gesichtet und pünktlich zur Ausstellung ein Heft mit den 40 aussagekräftigsten Gedichten veröffentlicht. „Ihre letzten 15 Jahre waren von Selbstzweifeln und Krankheit geprägt. Sie verbrachte sie in einem Sanatorium bei Schleswig, malte nicht mehr, schrieb nur noch traurige Gedichte“, berichtet Julia Hümme.

Museum gibt erstmals einen Kalender heraus

Sehr viel fröhlicher kommt da schon ein Kalender für 2022 daher, den das Ostholstein-Museum erstmals herausgibt. Er enthält eine Auswahl der schönsten Gemälde und Zeichnungen von Louise M. Wagner und ist – genau wie das Gedichtheft – vor Ort erhältlich. Geöffnet ist das Ausstellungshaus am Schlossplatz 1 dienstags bis freitags von 14 bis 17 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 11 bis 17 Uhr.

Volker Graap

Gerhard Heufert von der Landesbibliothek, Wagners Großnichte Gudrun Rönck und Museumsleiterin Dr. Julia Hümme (re.) stellten am Mittwoch die Ausstellung vor. Zugleich präsentierten sie das ab sofort erhältliche Gedichtheft und den Kalender 2022. (Foto: Graap)

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