Vor-Ort-Termin zu geplanter Flüchtlingswohnanlage in Bad Schwartau

Die beschlossene Wohncontaineranlage für Flüchtlinge in der Straße Marienholm in Bad Schwartau ruft bei einem Treffen mit Bürgermeister, Verwaltungsvertretern und Stadtvertretern viele Anwohner auf den Plan

Die beschlossene Wohncontaineranlage für Flüchtlinge in der Straße Marienholm in Bad Schwartau ruft bei einem Treffen mit Bürgermeister, Verwaltungsvertretern und Stadtvertretern viele Anwohner auf den Plan

Aufgeladene Stimmung bei einem Vor-Ort-Termin mit Bad Schwartaus Bürgermeister Uwe Brinkmann in der Straße Marienholm. Dort sollte es zusammen mit Verwaltungsmitarbeitern und Stadtverordneten aller Fraktionen zunächst eigentlich um baurechtliche Fragen zur geplanten Wohncontaineranlage für Flüchtlinge zwischen den Hausnummern 23 und 25 gehen und später in der Krummlandhalle dann um konkrete Fragen der Anwohner. Doch die rund 80 Bad Schwartauer verlangten gleich Antworten darauf, wer dort und in welcher Anzahl untergebracht werden soll.

Zum Hintergrund: Bad Schwartau benötigt dringend Wohnraum, um die zugewiesenen Flüchtlinge und Migranten unterbringen zu können. Die Stadt hat die vom Land über den Kreis Ostholstein vorgegebene Aufnahmequote weder in diesem noch in den vergangenen Jahren erfüllt.

Emotionsgeladener Vor-Ort-Termin

Die Politik hat sich für eine dezentrale Unterbringung der Menschen entschieden, damit keine Brennpunkte entstehen. Daher soll die Containeranlage in Langenfelde nicht aufgestockt werden. Das hatte die Verwaltung vorgeschlagen, um eine zeitnahe Lösung zu finden. Stattdessen beschlossen die Stadtverordneten im Juni dieses Jahres, eine Wohncontaineranlage auf den städtischen Grundstücken im Bereich Marienholm zu errichten. Diese soll Platz für 26 Menschen bieten.

Werden es alleinreisende Männer oder Familien sein, war eine der zentralen Fragen. Darauf habe man keinen Einfluss, erläuterte der Verwaltungschef. Man habe aber die Möglichkeit, durch eine Modulbauweise, also einen Standard, der über Wohncontainer hinausgeht, die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass Familien dorthin kommen.

Frage des Standorts

Die Anwohner wollten außerdem wissen, warum nun wieder ein Standort im Kaltenhof und nicht etwa das Amtsgerichtsgebäude oder eine Parkplatzfläche im Zentrum ausgewählt wurden.
Bürgermeister Brinkmann bemühte sich, die von der Stadtverordneten mehrheitlich getroffenen Entscheidungsprozesse und Zuständigkeiten von Politik und Verwaltung zu erläuterten. Die anwesenden Stadtvertreter, die bis dato zwischen den Anwohnern gestanden hatten, stellten zu ihm vor die Menge.

Auf der nächsten Stadtverordnetenversammlung soll nun der Vorschlag gemacht werden, dass im Marienholm eine Unterbringungsmöglichkeit im Modulbauweise entsteht und Personal bereitgestellt wird, das die Anlage betreut. Elke Spieck

Bürgermeister Uwe Brinkmann stellte sich den Fragen der Anwohner in Marienholm. Foto: ES

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