Die Kücknitzer Runde diskutiert wieder

Nach über zwei Jahren Pause konnten jetzt Themen des Stadtteils Kücknitz erörtert werden

Nach über zwei Jahren Pause konnten jetzt Themen des Stadtteils erörtert werden

Der Gemeinnützige Verein Kücknitz (GMVK) hatte zur traditionellen Kücknitzer Runde in das Gemeinschaftshaus Rangenberg eingeladen. „Nach über zwei Jahren Pause sind wir wieder da!“ Mit diesen Worten begrüßte GMVK-Vorsitzender Georg Sewe die anwesenden Vertreter der Kücknitzer Vereine und Verbände.

Als einziger Senator kam Umweltsenator Ludger Hinsen der Einladung nach. Bausenatorin Joanna Hagen hatte abgesagt und gleichzeitig zugesagt, die ihren Fachbereich betreffenden Fragen zeitnah zu beantworten. „Das ist leider nicht geschehen“, so Sewe enttäuscht.
Dabei gab es reichlich Gesprächsbedarf unter anderem zu den Themen Radwege in Kücknitz, Neubau des TSV-Clubheims, Entwicklung der Neubauvorhaben alte Feuerwehr und Sportplatz Rehsprung sowie zu den Standortsuchen für die Bronzefigur Roter Hahn und einer Skateranlage für Jugendliche.

Entwicklung der Kiesgrube

Ausgiebig diskutiert wurde die Entwicklung der ehemaligen Kiesgrube im Hirtenbergweg. Ursprünglich gab es einen Planfeststellungsbeschluss, der einen Freizeitpark inklusive eines mit Grundwasser gespeisten Badesees nach Nutzungsende vorsah. Dieser Planfeststellungsbeschluss lief jedoch im Jahr 2015 aus. Der Pächter plant nun, die ehemalige Kiesgrube für eine Rinderbeweidung einzuzäunen. Die Rinderbeweidung sei aus seiner Sicht nötig, damit das Gelände nicht ständig gemäht werden muss, um den Magerrasen zu erhalten. Dies ist als Ausgleich für den starken Eingriff durch den Kiesabbau vorgesehen.

Dagegen wehren sich die Kücknitzer, die das Gelände gern zur Naturnaherholung nutzen möchten. Auch Matthias Braun vom Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer findet die Naturerfahrung wichtig, vor allem für die Jugend. „Dies ist die einzige Kieskuhle, die noch offen ist“, so Braun. Umweltsenator Hinsen erklärte dazu: „Da bin ich der falsche Ansprechpartner. Der Pächter ist ausgleichspflichtig und wäre nach Naturschutzrecht der Ansprechpartner.“ Der Zaun solle nicht die Leute fernhalten, sondern die Rinderbeweidung ermöglichen. „Wir sind sehr dafür, dass die Natur an der Stelle erlebbar bleibt“, so Hinsen.

Ein Kompromiss, der nun bei einem gemeinsamen Termin zwischen dem Pächter, dem GMVK und dem Landschaftspflegeverein erörtert werden soll, könnte die Beweidung mit Schafen und Ziegen sein. So könnte verhindert werden, dass sich zunehmend Sträucher und Bäume ausbreiten. „Der Pächter muss auf uns zukommen und Vorschläge machen“, erklärte Hinsen die Position der Hansestadt. „Mir ist es egal, ob da Rinder, Schafe oder Klingonen weiden.“ Anja Hötzsch

Senator Ludger Hinsen (stehend) erläuterte als Gast der Kücknitzer Runde den Anwesenden die Pläne für die ehemalige Kiesgrube im Hirtenbergweg. Foto: Anja Hötzsch

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