Sonderausstellung über den „Cranach von Lübeck“

Dem Meistermaler Hans Kemmer ist eine große Schau im St. Annen-Museum gewidmet

Meistermaler Hans Kemmer ist eine große Schau im St. Annen-Museum gewidmet

Als der „Cranach von Lübeck“ gilt der Lübecker Meistermaler Hans Kemmer (um 1495/1500-1561), der vollkommen zu Unrecht nahezu in Vergessenheit geraten ist, spielte er doch in seiner Zeit eine herausragende Rolle. Als ideenreicher Maler der Reformation war er in Lübeck bestens vernetzt und erfuhr in seiner Gesellenzeit in Cranachs Wittenberger Bilderschmiede wichtige Impulse des großen Meisters Lucas Cranach d. Ä. Kemmers diesjährigen 460. Todestag nimmt das Lübecker St. Annen-Museum nun zum Anlass für die Sonderausstellung „Cranach – Kemmer – Lübeck. Meistermaler zwischen Renaissance und Reformation“, in der bis 6. Februar Werke des Lübecker Künstlers im Dialog mit ausgewählten Gemälden seines berühmten Lehrers zu sehen sind.

Erstmals sind 22 der 29 noch erhaltenen Werke Kemmers in einer Ausstellung präsentiert, darunter sieben Werke aus dem eigenen Besitz des Museums und einige, die noch nie öffentlich zu sehen waren. Hinzu kommen 42 Exponate Lucas Cranachs sowie seiner Schüler und Nachfolger von 32 renommierten Leihgebern aus ganz Deutschland, den Niederlanden, Schweden, Dänemark, Österreich, Polen und den USA. Schirmherr dieser hochkarätigen Ausstellung ist der Bundespräsident a. D. Joachim Gauck. Kuratiert wurde die Schau von Dr. Dagmar Täube, der Leiterin des St. Annen-Museums.

Hochkarätige Ausstellung

Kostbare Gemälde wie etwa Cranachs „Gesetz und Gnade“, „Christus und Maria“, die Porträts der großen Reformatoren Martin Luther und Philipp Melanchthon, das „Urteil des Paris“ und „Herkules bei Omphale“ sind ebenso zu sehen wie Kemmers „Liebesgabe“, „Christus und die Ehebrecherin“, sein „Passionstriptychon des Gotthard von Höveln“, die „Timmermann’sche Hochzeitsschüssel“ sowie weitere erstmals überhaupt öffentlich gezeigte Porträts Kemmers von bedeutenden Persönlichkeiten seiner Zeit.

Abgesehen von den Originalen werden in der Ausstellung auch Aufnahmen der hauseigenen Infrarot-Kamera des Museums gezeigt, die Unterzeichnungen und Untermalungen sichtbar machen und damit neue wissenschaftliche Erkenntnisse, auch im Hinblick auf Kemmers Einbindung in die Cranachwerkstatt, bringen.

Außerdem war es den Initiatorinnen besonders wichtig, ein ansprechendes Angebot für alle Altersklassen zu entwickeln. So gibt es ein Detektiv-Paket für Kinder, digitale Spiele für Jugendliche und Erwachsene, die Spaß daran haben, eine Digistory, einen eGuide und auf der Seite der Lübeck und Travemünde Marketing GmbH (LTM) einen Podcast („Zwischentöne“).

Museumsleiterin Dagmar Täube neben dem Bild „Aufnahme der Seelen zweier Verstorbener“ aus der Cranach-Werkstatt. Es wurde als Werk von Hans Kemmer identifiziert und kam für die Ausstellung aus Chemnitz. Foto: Lutz Roeßler

Teile diesen Beitrag!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.