Ärger um Eichenlaub in Travemünde

Alle Jahre wieder haben die Anwohner in Travemünde am St. Jürgen Platz das gleiche Problem mit dem Eichenlaub.

Anwohner kommen ihrer Räumpflicht nach, aber wohin mit dem ganzen Laub?

Bäume sind schön, spenden Schatten, sind gut für’s Klima und im Herbst verfärbt sich das Laub wunderschön. Und genau hier fängt das Problem an: Alle Jahre wieder haben die Anwohner in Travemünde am St. Jürgen Platz das gleiche Problem mit dem Eichenlaub.

„Wir beschweren uns nicht über die Bäume, die sind sehr schön, und wir freuen uns das ganze Jahr über ihren Anblick“, erklärte Anwohnerin Johanna Neumann. Aber im Herbst falle das ganze Laub und die Anwohner wüssten nicht wohin damit. „Ich habe zwei braune Tonnen, aber trotzdem fülle ich jedes Jahr im Herbst 20 Abfallsäcke voll Laub, mindestens.“

Auch das an sich wäre kein Problem, nur leider bleiben die Anwohner auf diesem Laub sitzen. Wochen- beziehungsweise monatelang wissen die Anwohner, zum Teil auch ältere Menschen, nicht wohin mit dem ganzen Laub. „Wir brauchen ganz dringend verlässliche Termine, zu denen die Säcke abgeholt werden“, verlangte sie. Schließlich hätten einige Anwohner bis zu 40 Säcke voll Laub, die in manchen Jahren erst im Dezember abgeholt wurden.

Abholtermine vom Grünflächenamt

Die Siedlergemeinschaft Travemünde ist jedes Jahr wieder darum bemüht mit dem Grünflächenamt verschiedene Abholtermine zu vereinbaren. „Dieses Jahr habe ich deshalb am 16. September mit dem Grünflächenamt Kontakt auf genommen“, berichtete Hans-Dieter Radünz, zweiter Vorsitzender der Siedlergemeinschaft. „Aber man wird immer nur vertröstet und es passiert nichts“, klagte er.

Laut Stadtsprecherin Nicole Dorel ist für die Laubabfuhr nicht das Grünflächenamt, sondern die Entsorgungsbetriebe Lübeck (EBL) zuständig. „Da dieses Thema immer wieder im Herbst aktuell wird, haben die EBL entsprechende Infos/Möglichkeiten auf ihrer Internetseite hinterlegt.“ Zur rechtlichen Situation erklärte sie, dass die Anwohner nicht in einer Reinigungsklasse nach der Straßenreinigungs- und Straßenreinigungsgebührensatzung eingeteilt sind. „Es fallen also damit auch keine Reinigungsgebühren an. Entsprechend sind sie verpflichtet die Reinigung selbst durchzuführen“, so Nicole Dorel.

Recyclinghöfe nehmen Laub kostenpflichtig an

Die EBL verweisen auf ihrer Internetseite darauf, dass die vier Wertstoffhöfe das Laub kostenpflichtig annehmen, die Gebühr beträgt 2,50 Euro. Eine weitere Möglichkeit sei der kostenpflichtige Bioabfallsack, der einfach am regulären Abfuhrtag an die Biotonne gestellt wird. Die Gebühr für einen Bioabfallsack beträgt fünf Euro.

Es gibt ein weiteres Problem am St. Jürgen Platz, auf das Radünz hinweist. Der Gehweg rundum die Rasenfläche ist in einem sehr schlechten Zustand. Neben Flickwerk und aufgebrochenen Stellen wuchern Grasbüschel zwischen Gehweg und Kantsteinen. „Uns Anwohner verpflichten man, die Gehwege in einem ordentlichen Zustand zu halten, aber die Stadt macht hier nichts“, klagt er. Da die Beleuchtung eher mäßig ist, können das Stolperfallen im Dunkeln ergeben.

Den Hinweis hat die Stadtsprecherin weitergeleitet. „Der Bereich Stadtgrün und Verkehr wird die Grasbüschel zeitnah entfernen und im Rahmen einer Ortsbegehung prüfen, ob gegebenenfalls weitere Maßnahmen notwendig sind, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.“ Anja Hötzsch

Sie beklagen sich darüber, dass die Stadt die Anwohner des St. Jürgen Platzes in Travemünde auf dem gesammelten Laub der fünf schönen großen Eichenbäume sitzen lässt: Johanna Neumann und Hans-Dieter Radünz, zweiter Vorsitzender der Siedlergemeinschaft Travemünde. Foto: Anja Hötzsch

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