Fotoausstellung: Besondere Tochter-Mutter-Paare

Durch die Fotoausstellung von Mixed Pickles erfahren Mädchen und Frauen mit und ohne Behinderung und Mütter eine besondere Aufmerksamkeit.

Inklusive Fotoausstellung beleuchtet eine besondere Beziehung

Durch eine inklusive Fotoausstellung des Lübecker Vereins Mixed Pickles mit Tochter-Mutter-Paaren erfahren Mädchen und junge Frauen mit und ohne Behinderung und deren Mütter eine besondere Aufmerksamkeit. Zehn Tochter-Mutter-Paare freuten sich auf das Interview- und Fotoprojekt. Zu sehen ist die Ausstellung „Töchter – Mütter“ von Freitag, 29. Oktober, bis zum 12. November in der Kunsttankstelle Defacto Art, Wallstraße 3.

Ganz viel Vorfreude gab es bei den Töchtern und Müttern, die sich an dem Interview- und Fotoprojekt von Mixed Pickles beteiligten. „Durch die Pandemie waren wir eineinhalb Jahre überwiegend allein“, erzählt Nicole, die Mutter von Finja, von der vergangenen und sehr schwierigen Zeit des Lockdowns. „Für so viele Eltern mit Kindern mit und ohne Behinderung war diese Zeit sehr belastend“, kann Charlotte Baumgart, Theater- und Kulturwissenschaftlerin sowie Mitarbeiterin und Projektleiterin bei Mixed Pickles, aus ihrer Arbeit beim dem Lübecker Verein bestätigen. Ihr Ansatz ist es deshalb, Töchter und Mütter zu stärken und ihnen wieder Mut zu machen. „Durch die Gleichstellung der beteiligten Paare rücken wir neben den Töchtern auch alle Mütter in den Vordergrund, die täglich enormes leisten und im Lockdown noch einmal viel mehr an ihre Grenzen gekommen sind“, führt die Projektleiterin weiter aus. „Daneben ist Inklusion weiterhin ein ganz großes Wort. Mit der Umsetzung sind wir noch lange nicht fertig.“

Eröffnung am 29. Oktober in der Kunsttankstelle

Zunächst gab es Interviewtermine für die zehn Tochter-Mutter-Paare. Darin ging es auch bei Sabine, Mutter von Merle, einer 24 Jahre jungen Frau mit Down-Syndrom, um ihren Verbindungs- oder auch Lieblingsort. Für beide ist das Wasser der verbindende Ort. Sie schwimmen gerne zusammen in der Ostsee oder nutzen die Nähe zu den Lübecker Freibädern. Auf die Frage, bei welcher Gelegenheit sie gemeinsam lachen, antwortet Sabine: „Beim Tanzen, beim Kochen und auch einfach so in unserem Alltag.“ Sie selbst tanzt Flamenco, was Merle ganz toll an ihrer Mutter findet. Eigentlich mag Merle alles an ihrer Mutter, auch wenn diese manchmal auch genervt sein kann. Sabine wiederum mag die Stärke ihrer Tochter. „Merle ist eine mutige und sehr selbstständige junge Frau. Sie stellt sich allen Herausforderungen des Lebens“, sagt Sabine stolz.

„Die Interviews bilden den Soundtrack zu den Fotoaufnahmen“, erläutert Charlotte Baumgart das Konzept der Ausstellung. Die Statements der Beteiligten sind verschriftlicht neben den großformatigen Fotos der Familienpaare bei Defacto Art zu lesen. Dort ist auch das Foto mit dem Bindungsort von Merle und Sabine zu sehen: Beide Frauen liegen rücklings ganz entspannt im Wasser, Kopf an Kopf.

Für die einzelnen Fotoarbeiten kam die Hamburger Theater-Fotografin Kerstin Schomburg nach Lübeck. Wie für alle Beteiligten war die Arbeit für die Ausstellung auch für sie sehr beeindruckend. Insgesamt sind zehn ganz unterschiedliche Aufnahmen an verschiedenen Orten entstanden, die die große Verbundenheit von Müttern und Töchtern spiegeln. Monika Poppe-Albrecht

Öffnungszeiten: donnerstags und freitags von 15 bis 18 Uhr, sonnabends und sonntags von 11 bis 16 Uhr

Tochter und Mutter Kopf an Kopf im Wasser: Merle und Sabine hatten viel Freude an dem Interview- und Fotoprojekt. Foto: Kerstin Schomburg

 

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