Schornsteinfreie Innenstadt: Malente will eigenes Nahwärmenetz aufbauen

Gemeindewerke Malente

Malente ist auf dem Weg zur schornsteinfreien Innenstadt: Im Rahmen des energetischen Sanierungsmanagements planen die Gemeindewerke Malente den Aufbau eines Nahwärmenetzes für den Bereich des Ortszentrums. „Ziel der Maßnahme ist es, möglichst viele Gebäude in der Innenstadt mit nachhaltiger Wärme zu versorgen“, sagt Geschäftsführer Mario Lüdemann. Wer sich anschließen lässt, hat keine Investitionskosten. Man verpflichtet sich lediglich, künftig die Energie aus dem neuen Netz abzunehmen. „Wir gehen jetzt von Tür zu Tür und klären über das Vorhaben auf“, kündigt Lüdemann an.

30 Prozent des Verbrauchs erfolgt durch die Kommune

Die Experten der Stadtentwicklungsfirma DSK haben in den vergangenen Monaten das Nahwärme-Versorgungskonzept für das Klimaquartier Innenstadt fertiggestellt. „Wenn wir alle gemeindeeigenen Liegenschaften in diesem Bereich anschließen, kann das Nahwärmenetz bereits wirtschaftlich betrieben werden. 30 Prozent des Verbrauchs erfolgt durch die Kommune“, erläutert Bürgermeisterin Tanja Rönck. „Das Ganze ist kein experimentelles Modell, sondern eine bewährte Technologie.“

Energieerzeugung erfolgt künftig CO2-neutral

Die zentrale Energieversorgung erfolgt über ein verzweigtes Rohrleitungsnetz, durch das heißes Wasser fließt. Über Wärmetauscher wird die Energie an den Heizkreislauf des Abnehmers abgegeben. „In den nächsten zwei bis drei Jahren soll die Haupttrasse entlang der Bahnhofstraße entstehen. Über die Jahre verdichten wir sie dann“, so Lüdemann. Beabsichtigt ist, Erdgas als Energiequelle zu ersetzen und die Energie CO2-neutral zu erzeugen. Dabei setzt man die das Nahwärmenetz auf einen Mix an regenerativen Energien – von der Biogasanlage über Photovoltaik bis zur Großwärmepumpe.

Kostengünstige Lösung für Malenter Verbraucher

„Wir wollen den Verbrauchern eine Lösung anbieten, in Zukunft Kosten zu sparen und sich von der konventionellen Energieerzeugung zu lösen“, sagt Lüdemann. Für den Bürger ist der Umstieg aufs Nahwärmenetz komfortabel: Er hat kein Investment, eine wartungsarme Technik und einen langfristig planbaren Energiepreis. Wer mitmacht, ist auch künftig auf der sicheren Seite. Denn die CO2-Bepreisung und weitere Gesetzesvorgaben bei Heizungserneuerungen machen die Nutzung herkömmlicher Energiequellen immer teurer.

Eine hohe Anschlussquote ist notwendig

„Um besonders attraktive Wärmepreise zu erzielen und eine erhebliche Senkung des Treibhausgasausstoßes im Quartier Innenstadt zu erreichen, ist eine hohe Anschlussquote für das Nahwärmenetz notwendig. Je mehr Bürger sich für Nahwärme entscheiden, desto günstiger wird auch der Einstiegspreis“, sagt Johannes Watermann vom Sanierungsmanagement. Vorverträge werden voraussichtlich ab Anfang 2022 abgeschlossen werden können.

Kostenlose Beratung zu Energie und Klimaschutz

Übrigens klärt Watermann die Malenter nicht nur über das Wärmenetz auf, sondern informiert auch über private Photovoltaikanlagen, E-Mobilität oder Gebäudedämmung. Er weiß, wo es Fördermittel gibt, und berät die Einwohner kostenlos rund um die Themen Energie und Klimaschutz. Infos gibt’s per E-Mail an johannes.watermann@dsk-gmbh.de.

Nahwärme lukratives Geschäftsfeld für die Gemeindewerke

In einem zweiten Schritt soll auch das Quartier Dieksee auf der anderen Seite der Bahntrasse ein Nahwärmenetz bekommen. Mit den Kliniken gibt es dort viele Großverbraucher, die an ein Leitungsnetz angeschlossen werden könnten. „Auf jeden Fall bieten diese Vorhaben aber auch die einmalige Chance, ein prosperierendes Geschäftsfeld für die Gemeindewerke zu entwickeln und Arbeitsplätze vor Ort zu schaffen“, betont Tanja Rönck. Das ist also gut fürs Klima und für die Gemeindekasse. Nähere Infos ab 1. November auf www.gemeindewerke-malente.de/sanierungsmanagement.

Volker Graap

Bürgermeisterin Tanja Rönck, Gemeindewerke-Geschäftsführer Mario Lüdemann und Berater Johannes Watermann (von links) stellten das Vorhaben am Mittwoch der Öffentlichkeit vor. (Foto: Graap)

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