Neuer Blick auf Tischbeins „Idyllen“: Ausstellung ist Hommage an Eutiner Hofmaler

Kunstkreis

Der Kunstkreis Eutin und die Eutiner Tischbein-Gesellschaft präsentieren eine besondere Hommage an den einstigen Eutiner Hofmaler Johann Heinrich Wilhelm Tischbein. Deshalb dreht sich in einer Ausstellung im Eutiner Tischbein-Gartenhaus, Stolbergstraße 8, vom 9. bis 31. Oktober alles um die Aktualisierung und Neuinterpretation von Tischbeins Idyllenzyklus.

Tischbeins Projekt mit Dichterfürst Goethe

Heute hängen Tischbeins kleinformatige, stimmungsvolle und farbenreiche Darstellungen von Nymphen und Göttern der griechischen Antike im Oldenburger Schlossmuseum. „Als Hofmaler hatte er die Bilder 1820 für den Herzog von Oldenburg gemalt“, erzählt die Kunstkreis-Vorsitzende Dr. Ilse Heberlein. Eigentlich habe er schon Jahre zuvor geplant, das Projekt mit Johann Wolfgang von Goethe umzusetzen. Mit dem Dichter hatte er in Italien Freundschaft geschlossen. Doch das Verhältnis kühlte ab. Tischbein kehrte später nach Deutschland zurück. Von 1808 bis 1829 lebte der Maler in Eutin, der Sommerresidenz des Großherzogs. Erst später arbeiteten die Künstler wieder zusammen. Tischbein schickte Goethe neue Idyllen-Skizzen, zu denen der große Dichterfürst Verse und Prosa verfasste.

Aktualisierung und Neuinterpretation von Tischbeins Werk

Nun wollen Ilse Heberlein und die Malenter Künstlerin Helga Weish mit ihren eigenen Arbeiten und dieser Ausstellung auf Tischbein und sein bedeutsames Wirken neugierig machen. Dazu haben sie zwei unterschiedliche Ansätze gewählt. Helga Weish hat klassisch nach den Originalen gearbeitet. In ihren Relief-Bildern spiegelt sich die Vielfältigkeit des Künstlers wider. Zum Beispiel lässt die Malenter Künstlerin Tischbeins Ofen-Kunst in den Bildern anklingen.

Vernissage der Ausstellung ist bereits am 9. Oktober

Heberlein wiederum war es ein Anliegen, Tischbein in die heutige Zeit zu übertragen. Mit ihren Holzschnitten möchte sie ein jüngeres Publikum ansprechen. So stellt sie Tischbeins erfrischend wirkenden Quellnymphen ein Klimawandel-Szenario mit versiegtem Wasserlauf gegenüber. Außerdem sind ihre Bilder auch teilweise mit Fotografien und Collagen kombiniert. Die Vernissage findet am jetzigen Sonnabend, 9. Oktober, um 15 Uhr statt. Geöffnet ist sonnabends von 11 bis 17 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr.

Volker Graap

Die Künstlerinnen Helga Weish (links) aus Malente und Dr. Ilse Heberlein aus Eutin haben den Idyllenzyklus von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (1791-1829) neu interpretiert. (Foto: Graap)

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