Podcast bis Streaming: Eutiner Landesbibliothek kommt bei Digitalisierung voran

Digitalisierung Eutiner Landesbibliothek

Die Eutiner Landesbibliothek hat ihre Internetpräsenz in den vergangenen anderthalb Jahren deutlich ausgebaut. „Wie alle Kultureinrichtung hat uns die Corona-Pandemie dazu gezwungen, uns verstärkt digital zu präsentieren“, sagt Bibliotheksleiter Dr. Frank Baudach. Ein Youtube-Kanal, ein Podcast und eine virtuelle Ausstellung sind die neusten Beispiel dafür, wie die Landesbibliothek ihre Außenwahrnehmung durch Digitalisierung verbessert und Nutzerkreise ausgebaut hat.

Schrittweise Digitalisierung begann schon 2011

„Mit der Digitalisierung haben wir aber schon viel früher angefangen“, betont Baudach. Auf der Homepage www.lb-eutin.de erhalten die User seit Jahren bereits Zugang zu den Bestandskatalogen. „Und im Zuge der Digitalisierung der historischen Ausgaben des Ostholsteiner Anzeigers und der schrittweisen Digitalisierung ausgewählter Buchbestände wurde 2011 die ,Eutiner Digitale Bibliothek, ins Leben gerufen und in die Homepage integriert“, so Baudach. In diesem Bereich ist die Digitalisierung insbesondere deshalb ein Segen, weil die uralten Bände und Papiere nicht mehr angefasst werden müssen und so geschont werden können.

Online-Stammtische für Ahnenforscher

Inzwischen verfügt der Veranstaltungssaal der Bibliothek über zwei Kameras, sodass Vorträge oder Fachtagungen aufgezeichnet oder auch online gestreamt werden können. Verschiedene Referate zur Geschichte Ostholsteins und zur Ahnenforschung stehen dank der Digitalisierung im Internet für jedermann zur Verfügung. Ohnehin hat man in der Corona-Zeit statt Genealogie-Seminare digitale Online-Stammtische für Familienforscher durchgeführt – mit gutem Erfolg.

Reisepodcast auf allen gängigen Plattformen

Zur breiteren Information über reiseforschungsbezogene Themen startete im Juni der Reisepodcast „Von Gestern Nach Morgen“. Professor Dr. Axel E. Walter berichtet dabei aus seiner vielseitigen Forschung. Am 3. Oktober hat die Bibliothek bereits die Folge 10 über Kate Marsden veröffentlicht. Die englische Krankenschwester ging Ende des 19. Jahrhunderts nach Sibiren, um dort eine Lepra-Station aufzubauen. Ihre abenteuerlichen Reiseerlebnisse hatte sie niedergeschrieben. Der Podcast ist auf der Homepage sowie allen gängigen Internetplattformen zu finden.

Ausstellungen von der Vitrine ins Internet

Und ganz aktuell hat Bibliothekar Thomas Trüter dafür gesorgt, dass die Foyerausstellung „Das Cavalierhaus – Biografie eines Eutiner Gebäudes“ über die Geschichte der Landesbibliothek und ihrer Heimstätte nun auch in digitaler Form auf der Homepage zu finden ist. Nutzer erhalten nicht nur Einblick in sämtliche Exponate und Ausstellungstexte, sondern können auch zusätzliche Informationen abrufen. Temporäre Vitrinien-Ausstellungen können dank der Digitalisierung dauerhaft erlebbar bleiben.

Den Buchbestand nur punktuell digitalisiert

„Wir haben jetzt einen Internetauftritt, der sich im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen kann“, meint Professor Walter. Für die vollständige digitale Aufbereitung des Buchbestands, fehlten allerdings Zeit und Geld. „Wir können nur punktuell digitalisieren“, sagt Baudach. So versuche man, schwerpunktmäßig das regionale kulturelle Gedächtnis digital verfügbar zu machen.

Volker Graap

Bringen die Landesbibliothek ins Netz (von links): Professor Dr. Axel E. Walter, Bibliothekar Thomas Trüter und Bibliotheksleiter Dr. Frank Baudach. (Foto: Graap)

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