Zweisprachig lernen von der Kita bis zum Abitur

Sei 2017 wird das Projekt durch die Bilinguale Erziehung in Lübeck unterstützt, einer gemeinnützigen Gesellschaft.

In Kücknitz wird bilingualer Unterricht für alle Jahrgänge angeboten

Jede Begegnung ermöglicht das Lernen der englischen Sprache und das bereits ab dem ersten Tag im Kindergarten bis hin zum Abitur. Dass dieses Lernen in Alltagssituationen und der spielerische Umgang mit der Sprache funktioniert, dafür sorgen Native-Speaker, für die Englisch ihre Muttersprache ist.

Die Grundschule Roter Hahn ist sozusagen die Keimzelle des Ganzen. Die Schule hatte im Jahr 2016 als eine der ersten Lübecker Grundschulen den bilingualen Unterricht eingeführt. Sei 2017 wird das Projekt durch die Bilinguale Erziehung in Lübeck unterstützt, einer gemeinnützigen Gesellschaft.

„Wir haben seitdem Mitarbeitende im Team, sogenannte Native-Speaker, die mit der englischen Sprache aufgewachsen sind und Schülerinnen und Schülern im Unterricht und in der Ganztagsbetreuung spielerisch die Sprache vermitteln“, erklärt Benjamin Mundt von der Vorwerker Diakonie, die den Ganztag im Roten Hahn organisiert. „Die Kinder nehmen das Angebot mit großem Interesse und viel Spaß an.“

Erweitertes Angebot für Bilingualität

Mittlerweile ist das Angebot so erweitert worden, dass auch der Kindergarten Dreifaltigkeit, die Trave-Gemeinschaftsschule und das Trave Gymnasium daran beteiligt sind. „Ziel ist es auch durch Begegnungen in Pausen und in der Nachmittagsbetreuung Englisch von Anfang an als normal zu empfinden“, so Wolfgang Werner, Geschäftsführer der Bilingualen Erziehung. Das bilinguale Programm begleitet die Kinder also die ganze Zeit und das mit großem Erfolg, wie Mundt betont: „Zuletzt haben Schülerinnen und Schüler der vierten Klassenstufe die Sprachprüfung A2 in Englisch bestanden.“

Als Native Speaker ist Joshua Batson, der seit drei Jahren in Lübeck lebt, unter anderem in der Kita Dreifaltigkeit eingesetzt. Der gebürtige US-Amerikaner aus Florida versucht, die täglichen Aktivitäten auf Englisch mit einzubeziehen, ob beim Spielen, beim Frühstücken oder beim Wetter. An der Trave Grund- und Gemeinschaftsschule leitet er zusätzlich die American Sports AG.

„Englisch ist das, was uns eint.“

Kayla Bockshorn aus Philadelphia lebt seit fünf Jahren in Lübeck und arbeitet seit vier Jahren als Native Speaker mit. „Die Kinder spüren die Authentizität, es ist ein tolles Konzept und die Rückmeldungen von weiterführenden Schulen bestätigen das“, sagt sie. Die Schüler sprechen sie auf dem Schulhof an und selbst Konflikte werden mittlerweile auf Englisch gelöst.
Shannon-Lee Stolzenberg aus Kapstadt ist selbst zweisprachig mit Englisch und Afrikaans aufgewachsen. „Ohne Englisch kann man sich in Südafrika nicht verständigen, weil es so viele verschiedene Sprachen gibt“, betont sie. „Englisch ist das, was uns eint.“

Das Projekt bilingualer Erziehung wird auch an anderen Schulen und Kitas in Lübeck angewendet, „jedoch mit weniger Mut als hier in Kücknitz“, bedauert Werner. Er wünscht sich zukünftig eine stärkere Beteiligung auch anderer Lübecker Schulen und Kitas, zumal das Land mittlerweile die Rahmenbedingungen dafür geschaffen hat. Anja Hötzsch

Freuen sich über den großen Erfolg seit 2017 mit dem Projekt bilinguale Erziehung in Lübeck: Benjamin Mundt (v.l.), Vorwerker Diakonie, Kayla Bockshorn, Joshua Batson, Shannon-Lee Stolzenberg und Susan Thomas als Native-Speaker sowie Wolfgang Werner von der Bilingualen Erziehung in Lübeck gGmbH. Foto: Anja Hötzsch

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