So gelingt Klimaanpassung im eigenen Garten

Ein Musterblühflächen vor dem Rathaus in Stockelsdorf angelegt – 5000 Samentütchen gehen außerdem an Haushalte.

Musterblühflächen vor dem Rathaus angelegt – Samentütchen gehen an Haushalte

Es hat sich ordentlich was getan am Rathaus: Ein Staudenbeet wurde gepflanzt, das Dach des Sitzungssaals begrünt, eine Wildblumenfläche eingesät und ein Duft- und Tastbeet angelegt. Sie sollen als Musterflächen dienen um zu zeigen, wie insektenfreundliche und an den Klimawandel angepasste Grundstücksgestaltung gelingen kann. Eine Beschilderung soll Interessierten die nötigen Informationen dazu bieten.

Gefördert wird das Projekt durch die AktivRegion Innere Lübecker Bucht als Bildungsmaßnahme. Damit sollen Kinder und Erwachsene für diese Form der Bepflanzung begeistert werden. „Es handelt sich um ein dauerhaftes Projekt, dessen Gesamtkosten zur Hälfte mit EU-Mitteln gefördert wurde“, erklärte Bauamtsleiter Dieter Rodewald. „Das Projekt steht unter dem Motto ‚Stockelsdorf passt sich an‘.“ Rund um das Thema sollen im kommenden Jahr auch verschiedene Veranstaltungen durchgeführt werden.

Saatgut für 5000 Stockelsdorfer Haushalte

Vor Kurzem haben Bauhofmitarbeiter ein Hochbeet am Verbindungsweg zur Kirche installiert und mit Holzspänen, Erde und Kompost befüllt. Danach haben dann die Schüler der Garten- und Schulhof-AG der Schule Ravensbusch das Hochbeet mit duftenden Kräutern wie Salbei, Minze, Zitronenmelisse, Schnittlauch, Schnittknoblauch, Thymian und Gänseblümchen bepflanzt.

Zuvor bereits waren weitere Flächen vorbereitet, bepflanzt beziehungsweise mit Saatgut versorgt worden. Der Bauhof hatte ein Staudenbeet mit insektenfreundlichen heimischen Stauden bepflanzt. Dieses Staudenbeet wird die gesamte Fläche bewachsen, sodass keine Steine mehr sichtbar bleiben. So wird das Wasser bestens im Boden gehalten.
Mitte August hat der Beirat für Umwelt- und Klimaschutz auf einer Fläche Wildblumensamen ausgesät. Das gleiche Saatgut erhalten rund 5000 Stockelsdorfer Haushalte per Post, ausreichend für rund einen Quadratmeter Fläche. Auf den Dörfern übernehmen die Dorfvosteher die Verteilung. Dabei handelt es sich um mehrjähriges Saatgut, das nicht jedes Jahr neu eingesät werden muss.

Klimaschutz auf kleiner Ebene

„Ziel der Aktion ist es zu zeigen, wie Flächen ohne viel Aufwand insektenfreundlich angelegt werden können, die der Anpassung an den Klimawandel dienen“, erläutert der Klimaschutzmanager der Gemeinde Stockelsdorf, Manuel van der Poel. „Dadurch können die Folgen von Extremwetterereignissen wie Starkregen und Hitzewellen abgeschwächt werden. Daher der Begriff Klimaanpassung.“

Bereits im Mai wurde die Dachbegrünung des Sitzungssaals fertiggestellt. An einem Modell, das im Rathaus besichtigt werden kann, wird der Aufbau dieser Dachbegrünung erläutert. So können sich Interessierte informieren, wie eine Dachbegrünung funktioniert. Als letzter Schritt werden zum Winter hin zwei Obstbäume die Bepflanzung ergänzen. Diese Apfelbäume werden Schatten spenden und somit zum guten Klima rund um das Rathaus beitragen. Anja Hötzsch

Ab sofort sind die Musterflächen (die Beschilderung folgt) zu besichtigen und eine eigene Homepage zu diesem Projekt ist online (klimaschutz.stockelsdorf.de). Für Rückfragen steht der Stockelsdorfer Klimaschutzmanager Manuel van der Poel gern unter Telefon49 01-340 oder per E-Mail unter m.vanderpoel@stockelsdorf.de zur Verfügung.

Bürgermeisterin Julia Samtleben (l.) informiert sich bei den Schülern der Grundschule Ravensbusch, welche Duftkräuter sie mit Heidi Gunkel (2.v.l.) gepflanzt haben. Klimaschutzmanager Manuel van der Poel (2.v.r.) und Bauamtsleiter Dieter Rodewald (r.) haben die Maßnahme begleitet. Foto: Anja Hötzsch

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