„Pestizidfreie Kommune“: Malente verzichtet auf Pflanzenschutzmittel

Die BUND-Ortsgruppe Malente freut sich über den jüngsten Beschluss in der Gemeindevertretung: Malente soll eine „pestizidfreie Kommune“ werden. Die Umweltschützer setzen sich schon länger dafür ein, dass vor Ort auf den Einsatz der umstrittenen Pflanzenschutzmittel verzichtet wird. Unterstützt wurden sie nun von Carmen Weber und Jürgen Redepenning von der SPD-Fraktion, die seit einem Jahr in den Gremien um Zustimmung warben.

Bauhof setzt bei der Pflege kaum Pestizide ein

An dem bundesweit vom BUND getragenen Projekt „Pestizidfreie Kommune“ nehmen mittlerweile über 550 Städte und Gemeinden teil. Diese haben sich verpflichtet, ihre kommunalen Flächen ohne Pestizide zu bewirtschaften. „Hier ist lobend zu erwähnen, dass der Bauhof Malente bei der Pflege der Grün- und Freiflächen bereits auf Pestizide verzichtet. Nur bei der Bekämpfung von Riesenbärenklau werden noch chemisch-synthetische Pestizide eingesetzt“, so die Sprecher der BUND-Ortsgruppe, Birgit Janz-Sacco und Robert Schermer.

Auch Pächter auf Pestizidverzicht verpflichten

Sie betonen: „Darüber hinaus will die Gemeinde künftig bei der Verpachtung kommunaler Flächen für eine landwirtschaftliche Nutzung ein Verbot von Pestiziden im Pachtvertrag anstreben und private Dienstleistungsunternehmen, die den Auftrag zur Pflege öffentlicher Flächen erhalten, zu einem Pestizidverzicht verpflichten.“ Beide freuen sich, dass die Gemeindevertretung nun mit gutem Beispiel vorangehen will.

Bürger sollten ebenfalls kein Gift einsetzen

Pestizide kommen auch in vielen Hausgärten zum Einsatz. Sie werden eingesetzt, um sogenannte Beikräuter, Pilze sowie unerwünschte Insekten zu vernichten. „Sie töten und schädigen jedoch nicht nur diese Zielorganismen, sondern auch Nützlinge wie Bienen und Schmetterlinge sowie wertvolle Wildkräuter. Insekten sind die Nahrungsgrundlage für viele Tierarten wie zum Beispiel Vögel, Fledermäuse und Fische. Bestäubende Insekten sind auch für uns Menschen unverzichtbar, denn rund zwei Drittel unserer Nahrungspflanzen sind auf Bestäuber angewiesen.

Jeder kann einen Beitrag zum Artenschutz leisten

Jede Einzelne kann etwas zum Schutz der Insektenwelt und damit zur Artenvielfalt beitragen“, sagen die BUND-Aktivisten. So könne man etwa Rasenflächen in mehrjährige Blühwiesen mit heimischem Saatgut umwandeln und sich die Frage stellen, wie „ordentlich“ Gärten, Straßen, Wege und Plätze eigentlich aussehen müssen. „Denn davon hängt im Wesentlichen der Einsatz von Pestiziden ab. Ein verändertes Schönheitsideal würde zu mehr Biodiversität beitragen. Klein- und Privatgärten und kommunale Grünflächen haben enormes Potenzial für Lebensräume für Insekten, sofern sie pestizidfrei und naturnah bewirtschaftet werden.“

BUND gibt Infos und Tipps für Interessierte

Der BUND hält viele Informationen und Tipps für einen insektenfreundlichen Garten auf der Website www.bund.net bereit. Auskünfte geben auch die Malenter Umweltaktivisten per Mail an bund.malente@bund.net.

Pressemitteilung BUND Malente

Gut für Insekten: Die pestizidfreie Blühwiese auf der BUND-Streuobstwiese in der Malenter Au hat Vorbildcharakter. (Foto: hfr)

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