Zu teuer: Trave-Campus der Handwerkskammer Lübeck wird kleiner

Vier Menschen vor den Plänen für den Trave-Campus der Handwerkskammer Lübeck.

Verkalkuliert: Der geplante Trave-Campus der Handwerkskammer Lübeck muss deutlich kleiner werden als bislang geplant. Denn die Handwerkskammer kann die geplanten Baukosten in Höhe von 182,5 Millionen Euro nicht bezahlen.

Gelände an der Kronsforder Landstraße

Ehrgeizige Pläne hatten zu der Idee des Trave-Campus geführt. Auf einem Gelände an der Kronsforder Landstraße sollte ein Gebäudekomplex der Handwerkskammer entstehen. Dort wollte die Kammer Lehrlinge überbetrieblich ausbilden, außerdem sollten sechs Berufsschulen entstehen. Zudem sollte es auch eine Berufsbildungsstätte in Travemünde geben. Doch die veranschlagten Kosten von nun 182,5 Millionen Euro sind offenbar zu hoch.

Handwerkskammer gibt nur 25 Millionen Euro frei

Denn die Vollversammlung der Handwerkskammer hat nun nur noch 25 Millionen Euro an Eigenmitteln für den Trave-Campus freigegeben. Das Land Schleswig-Holstein hat außerdem 38,25 Millionen Euro an Förderung zugesagt. Doch dann ist Schluss: Mehr Geld gibt es vom Land nicht. Deswegen hat die Handwerkskammer ihre Pläne für den Trave-Campus nun deutlich abgespeckt. Nur noch bestimmte Gewerke sollen dort untergebracht sein. Dazu gehören: Elektrotechnik, Feinwerkmechanik, Friseur, Kraftfahrzeugtechnik, Metallbau, Sanitär-Heizung-Klima und Schweißen. Die Berufsschulen und das Berufsbildungszentrum sind gestrichen. Da sei die einzig finanzierbare Variante, heißt es in einer Pressemitteilung der Handwerkskammer.

„Schwere Entscheidung“

Denn über die Beiträge ihrer Mitgliedsbetriebe kann die Handwerkskammer Lübeck das Geld nicht aufbringen. „Die Entscheidung ist uns sehr schwergefallen. Wir sehen uns aber zu dem Schritt gezwungen“, sagt Kammerpräsident Ralf Stamer. Trotzdem hält Stamer den Trave-Campus in seiner ursprünglichen Planung für notwendig. Damit könnten „negative Konsequenzen für die handwerkliche Berufsausbildung in Schleswig-Holstein abgewendet werden“, so Stamer. 

Planungen für den Trave-Campus seit 2019

Die Planungen für den Trave-Campus laufen bereits seit 2017. Damals lagen die geschätzten Baukosten noch bei 91 Millionen Euro. Anfang 2019 gab es daraufhin einen europaweiten Architektenwettbewerb. Oliver Pries

Foto: Monika Poppe-Albrecht

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