Ausstellung im Schloss Eutin: Die Geschichte einer Künstlerinnenfreundschaft

Das Schloss Eutin widmet seine neue Sonderausstellung „Kunst und Freundschaft“ zwei Künstlerinnen, die zeitlebens eng miteinander verbunden waren. Zu sehen sind Bilder von Ameli Herzogin von Oldenburg (1923-2016), letzte Hausherrin von Schloss Eutin, bevor es 1992 in eine Stiftung überging, und ihrer Studienfreundin Christine Fausel. Kuratorin Dr. Helene von Oldenburg hat über 50 Blumenstillleben und Landschaftsmalereien der Freundinnen in dieser Bilderschau vereint.

Fausel experimentiert heute noch mit neuen Techniken

Die Ausstellungsmacherin ist selber Künstlerin und Tochter von Herzogin Ameli. Sie weiß, wie wichtig den beiden starken Frauen die Kunst war beziehungsweise ist. „Die fortwährende Auseinandersetzung mit Strich und Material war ein zentraler Punkt für beide. Christine Fausel hat immer wieder die Technik geändert und probiert auch heute noch im Alter von fast 96 Jahren Neues aus“, berichtet die Kuratorin. So habe sie jetzt damit begonnen, alte Werke mit Schraubenzieher und Schleifmaschine zu überarbeiten und den Bildern dadurch ganz neue Facetten abzugewinnen. Viele Exponate sind nie zuvor öffentlich gezeigt worden. Dies gilt insbesondere für zahlreiche Kunstwerke, die Fausel der Herzogin zu verschiedenen Anlässen geschenkt hat.

1947 in der Kunstakademie Düsseldorf kennengerlernt

Beide studierten Künstlerinnen standen seit 1947 in regem Austausch. Damals hatten sie sich an der Kunstakademie Düsseldorf kennengelernt. Anfangs hatte Ameli Herzogin von Oldenburg noch sehr präzise Zeichnungen von Pflanzen angefertigt, dann wurden Blumenstillleben in Aquarelltechnik – nass in nass – ihr lebenslanges Motiv. Bei Christine Fausel gehen die Motive von Landschaftsmalerei zu poetischer Abstraktion und „inneren Landschaften“ über.

Inspiration durch gemeinsame Malreisen

Inspiriert wurden beide unter anderem durch gemeinsame Malreisen, die sie durch Schleswig-Holstein, Italien, Frankreich und Lappland führten. Bis zum Tod der Herzogin war aber auch das Schloss Eutin immer wieder ein Ort des Austausches für die kreativen Frauen. Frauen, die auch im Beruf ihren Mann stehen mussten: Ameli als Schlossherrin, Fausel als Modefabrikantin und später als Kunsterzieherin an einer Schule in Ravensburg.

Rahmenprogramm mit Vortrag und Kinderworkshops

Zu dieser Künstlerfreundschaft erscheint noch ein Katalog, dessen Veröffentlichung beim „Book-Release“ am Sonntag, 31. Oktober, um 15 Uhr gefeiert wird. Bereits am Donnerstag, 7. Oktober, um 18 Uhr hält Dr. Helene von Oldenburg im Schloss einen Vortrag über das Verhältnis zwischen künstlerischer Arbeit und dem Kuratieren von Ausstellungen. Außerdem bereichern fünf kostenlose Workshops für Kinder und Jugendliche, in denen die Teilnehmer selbst kreativ werden können, das Rahmenprogramm. Los geht es am Sonnabend, 25. September, um 10 Uhr mit dem Fotoworkshop „Natur in bunt!“. Am 9. Oktober folgt der Workshop „Blumen an der Decke“. Anmeldungen sind unter Telefon 04521 70950 oder per E-Mail an info@schloss-eutin.de erforderlich.

Ausstellung ist bis zum 11. November geöffnet

Nähere Infos gibt es online auf www.schloss-eutin.de. Geöffnet ist die Ausstellung bis zum 11. November dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt beträgt vier Euro.

Volker Graap

Dr. Helene von Oldenburg, die die Ausstellung kuratiert hat, stellte die Bilder ihrer Mutter und von Christine Fausel zusammen mit Dr. Sophie Borges (l.), Kuratorin der Stiftung Schloss Eutin, vor. (Foto: Graap)

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