Land erprobt Arbeit in Coworking-Spaces – offene Türen am 18. September in Eutin

Die Corona-Krise hat alternative Arbeitsformen beflügelt. Die bereits aus Großstädten bekannten Coworking-Spaces sind mittlerweile auch für ländliche Räume attraktiv. In Schleswig-Holstein wird die Idee für dezentrales Arbeiten nun auf eine neue Stufe gestellt: Die Landesverwaltung gibt Mitarbeitenden ab Oktober die Möglichkeit, in den übers ganze Land verteilten Coworking-Büros der Genossenschaft „CoWorkLand“ Arbeitsplätze zu mieten. Aus diesem Anlass laden Coworking-Spaces am jetzigen Sonnabend, 18. September, zu einem „Tag der offenen Tür“ ein.

Spannende Vision mit vielen Vorteilen

Landesbedienstete können im Rahmen einer zunächst dreimonatigen Testphase neben dem Büro in der Dienststelle oder dem Homeoffice einen dritten, wohnortnahen Arbeitsplatz wählen und erproben. Das gelegentliche Arbeiten in Coworking-Spaces ist nach Auffassung des Landes eine spannende Vision, die zur Erfüllung gleich mehrerer politischen Ziele beitragen könne: Die ländlichen Räume werden gestärkt, die Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben wird erleichtert. Weniger Pendeln bedeutet darüber hinaus mehr Klimaschutz.

„Da arbeiten, wo man gern ist“

Gerade vor einer Woche hat Marie Jung in Eutin den Coworking-Space „ein.raum“ eröffnet. Hier kann man sich einen Schreibtisch auf Zeit mieten und in produktiver Atmosphäre arbeiten. Sie will einen Ort erschaffen, an dem man sich auch austauschen und vernetzen kann. „Mit der Digitalisierung ist es einfacher geworden, da zu arbeiten, wo man gern ist“, sagt sie und hofft, dass sich ihr Pop-up-Projekt zu einem universellen Treffpunkt entwickelt.

Genossenschaft „CoWorkLand“ unterstützt mit Rat und Tat

Marie Jung ist neuestes Mitglied in der Genossenschaft „CoWorkLand“, die die Betreiber bei Gründung und Vermarktung unterstützt. Geschäftsführer Ulrich Bähr sieht enormes Potenzial: „Zunehmend gefragt sind Konzepte, wie man auf dem Land besser leben kann, ohne auszupendeln. Es ist wichtig, dass auch Kommunen dies erkennen und solche Initiativen unterstützen“, sagt Bähr und lobt zum Beispiel die Stadt Eutin, die bei der Vermittlung der Räume geholfen hat. Der „ein.raum“ in der Stolbergstraße 17 öffnet am 18. September von 11 bis 15 Uhr und lädt zu Kaffee, Kuchen und Klönschnack ein. Nähere Infos auf www.coworking-eutin.de oder www.coworkland.de/landsh.

Volker Graap

Gründerin Marie Jung, Bürgermeister Carsten Behnk (Mitte) und Ulrich Bähr, geschäftsführender Vorstand der Genossenschaft „CoWorkLand“, bei der Eröffnung vom „ein.raum“ in Eutin. (Foto: Graap)

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