Zu viel Plastik im Biomüll: Tonnenkontrolle in Ostholstein

Das Ergebnis der Sichtkontrollen aus dem Juni und Juli ist ernüchternd: In 15 Prozent der rund 34.000 Biotonnen im Kreis Ostholstein befinden sich Störstoffe. „Das gefährdet die Herstellung von Biokompost und ist ein Problem für unsere Umwelt“, teilt der Zweckverband Ostholstein (ZVO) mit. Deshalb beteiligt sich das Unternehmen an einer landesweiten Tonnenkontroll-Aktion der schleswig-holsteinischen Abfallwirtschaftsbetriebe. Noch bis zum 21. September lassen die Müllwerker fehlbefüllte Biotonnen stehen.

Störstoffanteil ist einfach zu hoch

Plastiktüten bilden noch immer den größten Störstoffanteil in den Biotonnen in Ostholstein. Der Zweckverband sieht der zunehmenden Verunreinigung in den Biotonnen mit Sorge entgegen. Immer öfter und in viel zu großen Mengen finden sich hier nicht biologische Abfälle, vor allem Plastiktüten und „kompostierbare“ Plastiktüten. Es ist zunehmend aufwendiger, daraus Kompost herzustellen. Denn man muss die Fremdstoffe aussortieren.

Ein wesentlicher Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz

Die Abfallwirtschaft leistet durch die getrennte Erfassung und Verwertung von Bioabfällen einen wesentlichen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. An keinem anderen Abfallstoff lässt sich der Grundgedanke einer Kreislaufwirtschaft so plastisch darstellen, wie beim Bioabfall. Aus Lebensmittelresten und anderen Biostoffen gewinnt man in der Vergärung erst Biogas gewonnen. Aus diesem wird wiederum Strom erzeugt. Die Gärreste werden in einem zweiten Schritt zu wertvollem Kompost für die Landwirtschaft. Dieser Kompost aus Bioabfall ist ein wichtiger Einsatzstoff, um neue Lebensmittel zu erzeugen und auf chemische Düngemittel zu verzichten.

ZVO ist auf die Mithilfe der Bürger angewiesen

Der Zweckverband Ostholstein ist jedoch auf die Unterstützung der Bürger angewiesen und klärt auch regelmäßig über die richtige Befüllung auf. „Wir wollen dort ansetzen, wo das Problem seinen Ursprung hat: In den Küchen und Biotonnen. Denn nur aus sauberen Bioabfällen – ohne Störstoffe – kann saubere Komposterde werden. Klimaschutz beginnt zu Hause bei jedem Einzelnen von uns“, betont Michael Rakete, Geschäftsbereichsleiter Abfallwirtschaft. Nach der breit angelegten Aufklärungsphase zieht der ZVO bei offensichtlich fehlbefüllten Biotonnen die Reißleine.

Stichprobenartige Überprüfungen der Biotonne

Die Überprüfungen finden seit dem 8. September stichprobenartig statt. Dort, wo die Mitarbeiter die Anwohner nicht direkt antreffen, erhalten die Bürger durch verschiedene Tonnenanhänger eine direkte Rückmeldung über den Stand der korrekten Befüllung. Durch die Hinweise zwischen den regulären Abfuhrtagen hat der Grundstückseigentümer genügend Zeit, die eventuellen Störstoffe bis zur Leerung zu entfernen.

Biotonne wird im Zweifelsfall nicht geleert

Wenn der Grad der Verschmutzung am Entleerungstag durch Metalle, Restabfall oder Plastik in der Biotonne zu hoch ist, leeren die Mitarbeiter die Tonne nicht. In diesem Fall sollte man die Störstoffe bis zur nächsten Abfuhr entfernen. Wer nicht so lange warten kann, hat die Möglichkeit, eine kostenpflichtige Sonderleerung als „Restabfall“ zu beantragen.

Pressemitteilung ZVO

Grün, Gelb, Rot: Durch Tonnenanhänger als Ampelsystem erhalten die Bürger direkte Rückmeldung über den Stand der korrekten Befüllung mit Hinweisen, was zu tun ist. Die rote Karte bedeutet, dass die Tonne nicht geleert werden konnte. Der Grund: Zu viele Störstoffe. (Foto: schweitzer media gmbh)

Bioabfallsammlung im Haushalt – so geht’s richtig:
Bioabfälle sollte man lose oder in einem passenden Behälter gesammeln und direkt – ohne Plastiktüte oder „kompostierbare“ Plastiktüte – in die Biotonne geben. Wer seinen Bioabfall dennoch in einer Plastiktüte sammeln möchte, kann den Inhalt in die Biotonne entleeren und die Plastiktüte danach über den Restmüll entsorgen. „Noch einfacher ist die Nutzung von Zeitungspapier oder Papiertüten“, so Michael Rakete. Diese könnten samt Inhalt über die Biotonne entsorgt werden. Die Papiertüten erhalten Sie auf den ZVO Recyclinghöfen so lange der Vorrat reicht im September kostenlos, oder können Sie im Handel erwerben. Geeignet sind alle Papiertüten, die zu 100 Prozent aus Papier bestehen. Machen Sie mit: Halten Sie Ihre Biotonne frei von Plastiktüten anderen Störstoffen. Weitere Informationen zur korrekten Sammlung von Bioabfall erhalten Sie unter www.wirfuerbio.de/zvo.

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