Neubau: Temporäre Showküche im Eutiner Küchengarten soll „Bildungsküche“ werden

Die Showküche im Eutiner Küchengarten hat in den vergangenen fünf Jahren gute Dienste geleistet. Obwohl sie eigentlich nur während der Landesgartenschau bespielt werden sollte, wurde sie mit behördlicher Duldung weiter genutzt. Jetzt will die Stiftung Schloss Eutin den temporären Bau durch eine Dauereinrichtung ersetzen. Die neue Küche könnte bis Herbst 2023 stehen.

Kita-Kinder sollen Küche täglich nutzen

„Es wäre zu schade, wenn diese Attraktion verschwinden würde“, sagt Jörg Schumacher, Geschäftsführer der Stiftungen der Sparkasse Holstein. Ihm liegt der Fortbestand der Küche besonders am Herzen, weil seine Stiftung im Küchengarten einen außerschulischen Lernort für Kinder im Vorschulalter betreibt. Deshalb hat Schumacher die Idee der „Bildungsküche“ initiiert. Primär solle die Küche dann werktags von bis zu 25 Kindern genutzt werden, die dort kleine Gerichte selbst zubereiten. Darüber hinaus soll die Küche für Events zur Verfügung stehen. „Das ist einfach ein traumhafter Standort, der sich für viele Aktionen eignet – Kochen mit Prominenten zum Beispiel“, schlägt Schumacher vor.

Ein Bau nach Art eines englischen Gewächshauses

„Wir waren von der Idee sofort begeistert“, sagt Brigitta Herrmann, geschäftsführender Vorstand der Schloss-Stiftung. Dies bedeute nicht nur eine Verstetigung des Engagements der Sparkassen-Stiftung, sondern auch eine Aufwertung des Küchengarten und des gesamten Areals von Schlossgarten bis zur Opernscheune. In Absprache mit dem Denkmalschutz sei ein Bau nach Art eines englischen Gewächshauses geplant – unter Einbeziehung der historischen Backsteinmauer und mit einem Durchbruch zum benachbarten Neuholländerhaus, wo sich Toiletten befinden und Raum für Sitzplätze und das Lager ist.

Vorläufige Kostenannahme beträgt 300 000 Euro

In einer vorläufigen Kostenannahme geht Burkhard Beck-Broichsitter, Bauberater der Schloss-Stiftung, davon aus, dass die Umsetzung des Projekts rund 300 000 Euro verschlingen würde. „Dank der Zuwendungen von Bund und Land sind wir aber jetzt in der Lage, uns an der Finanzierung zu beteiligen“, betont Brigitta Herrmann. Sie dankte insbesondere dem Bundestagsabgeordneten Ingo Gädechens für seinen Einsatz für das Schloss Eutin. Der CDU-Politiker hatte sich dafür eingesetzt, dass das Schloss drei Millionen Euro an Bundesmitteln für Bauerhaltung und Entwicklung bekommt. Das Land übernimmt die Ko-Finanzierung, sodass das Förderpaket bis zum Jahr 2028 insgesamt sechs Millionen Euro beträgt.

Bildungsküche wäre auch ein Lernort für Eltern

Übrigens findet Gädechens, dass es nicht nur um gesundes Kochen für Kinder gehe. „Es ist auch wichtig, Eltern zu beteiligen und ihnen zu zeigen, wie man Lebensmittel sinnvoll verwenden kann.“ An Aufgaben wird es der Bildungsküche also nicht mangeln.

Volker Graap

Stellten das Projekt „Bildungsküche“, das die bisherige Showküche ablösen soll, gemeinsam vor (von links): Jörg Schumacher, Burkhard Beck-Broichsitter, Ingo Gädechens und Brigitta Herrmann. (Foto: Graap)

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