Projekt „Vom Ehrenmal zum Mahnmal“ in Haffkrug: Auftakt zur Spendensammlung

„Nach vielen Gesprächen kann unser Wunsch, dem Cap-Arcona-Friedhof in Haffkrug endlich einen würdigen Rahmen zu geben, losgehen“, freut sich die Scharbeutzer Bürgermeisterin Bettina Schäfer. Zusammen mit dem „Arbeitskreis 27. Januar Eutin“ hat die Gemeinde Scharbeutz am Donnerstag den Prozess „Vom Ehrenmal zum Mahnmal“ angestoßen. Da die geplante Umgestaltung des Areals allein aus Spendengeldern finanziert werde, brauche es die volle Unterstützung von Bürgern und Förderern, betonen Bettina Schäfer und der Haffkruger Dorfvorsteher Helmut Kurth.

Friedhof wird zurzeit seiner Bedeutung nicht gerecht

Der größte Einzelfriedhof der Cap-Arcona-Kriegstragödie von 1945 liegt ziemlich versteckt in einem kleinen Waldstück bei der Abfahrt Eutin der A1 in Haffkrug-Neukoppel. Und auch der hohe Lärmpegel von Autobahn und angrenzenden Bahnschienen wird der Bedeutung dieses Ortes nicht gerecht, der an die Opfer der Schiffskatastrophe kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs erinnert. Einziges Ziel aller Überlegungen für die Neugestaltung ist es, einen Ort des Nachdenkens zu schaffen, der auch kommenden Generationen Denkanstöße für ihr zukünftiges Handeln liefert.

Wichtig sind vertiefende Information zur Tragödie

Angedacht sind der Bau einer Mahn- und Schutzmauer zu den neuen Bahnlinien, der Bau eines schlichten Pavillons als Rückzugsmöglichkeit und um Gedanken zu sammeln sowie das Aufstellen von Bänken mit Botschaften und von Infotafeln, die vertiefende Auskünfte übers Geschehen von 1945 geben. Außerdem soll der Friedhof zur B 76 hin geöffnet und damit sichtbarer werden.

Friedenskreis Eutin e.V. hat Spendenkonto eingerichtet

Dies alles soll dazu beitragen, dass man nicht nur vorbeifährt, sondern hinsieht. „Vom Ehrenmal zum Mahnmal“ bedeutet für die Initiatoren auch vom Wegschauen zur bewussten Wahrnehmung. Das Areal soll zum Lernort für Toleranz und Engagement werden. Gelingen kann das Projekt jedoch nur, wenn sich ausreichend Unterstützer finden, die die Aktion mit einer Spende fördern. Dafür hat der Friedenskreis Eutin e.V., zu dem der Arbeitskreis 27. Januar gehört, bei der Volksbank Eutin ein Spendenkonto (IBAN: DE54 2139 2218 0001 0075 87) für den Verwendungszweck „Spende für Mahnmal-Friedhof-Haffkrug“ eingerichtet.

Durch Kleinspenden sind bereits 15.000 Euro vorhanden

„Durch Kleinspende haben wir bereits 15.000 Euro zusammen. Wenn eine Summe von etwa 40.000 Euro erreicht ist, schreiben wir einen öffentlichen Gestaltungswettbewerb aus“, kündigt Kurth an. Ihr Anliegen erläutern die beiden Arbeitskreis-Vertreter Lutz Tamchina und Helmut Kurth, Telefon 04563 5304, auch in einem Kurzvideo auf Youtube unter https://youtu.be/YY2__J8iFIs

Volker Graap

Helmut Kurth hofft, dass für die Umgestaltung des Friedhof in Haffkrug-Neukoppel viele Spenden zusammenkommen. Hier liegen mehr als 1100 Opfer der Kriegstragödie vom 3. Mai 1945 begraben. (Foto: Graap)

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