Goldene Spinde auf dem Eutiner Schlossplatz weisen den Weg zur Kunst

Das Ostholstein-Museum in Eutin führt in Zusammenarbeit mit der Hamburger Galerie Stobbe-Paidere-Mondot noch bis zum 29. August eine besondere Kunstaktion auf dem Eutiner Schlossplatz durch. Mit dem temporären Projekt „Kunst im Archiv“ setzt sich der in Hamburg lebende und arbeitende georgische Künstler Merabi Danelia mit dem Corona-Lockdown auseinander.

Als Kunst in Archiven ausharren musste

Genauer gesagt beschäftigt ihn der Umstand, dass die Werke vieler Künstler wochen- und monatelang in den Archiven ausharren mussten, bevor diese Arbeiten nunmehr wieder langsam der Öffentlichkeit in Galerien, Museen und Spielstätten präsentiert werden können. Die sechs Spinde mit den 72 Schließfächern stehen symbolhaft für diese Situation. Jedes Fach ist nun einem Künstler aus Ostholstein gewidmet. Ein Imagebild mit QR-Code leitet die Betrachter direkt auf die Webseite der Kulturschaffenden.

Die Installation soll Aufmerksamkeit wecken

Im Mai hatte diese Kunstinstallation bereits in Hamburg für Furore gesorgt. Und in Eutin haben die Initiatoren schon beim Aufbau am Freitagabend Aufsehen erregt. Merabi Danelia und Galerist Martin Stobbe sind schnell mit kunstinteressierten Spaziergängern über die Aktivitäten auf der Schlossplatzwiese ins Gespräch gekommen. Und genau das ist es, was die Aktion bezweckt. „Die Installation weckt Aufmerksamkeit. Die Leute schauen sich die Spindschränke genauer an, scannen den QR-Code und gelangen so zu den regionalen Künstlern. Die Ideen war, mehr Aufmerksamt für deren Online-Ausstellungen zu schaffen und die Künstler in der Öffentlichkeit wieder sichtbar zu machen“, erläutert Merabi Danelia seine Intension.

Die Farbe Gold sagt: „Ich stehe hier, guckt mich an!“

Die außergewöhnliche Farbe Gold trägt ihren Teil zur Beachtung des Projekt bei und lenkt die Blicke zusätzlich auf die Installation. „Wir haben viel über die Farbe diskutiert, aber dieses glänzende Gold sagt den Passanten am besten: Ich stehe hier, guckt mich an!“, meint Merabi Danelia. Und wenn die Sonne herauskommt, dann leuchten die Spinde regelrecht. Da passt es natürlich perfekt ins Bild, dass Gold ein wichtiger Teil des neuen Eutiner Marken-Logos ist.

Künstler können noch mitmachen und sich darstellen

Galerist Stobbe spricht von einer hoffnungserfüllten Arbeit. „Die strenge, raumgreifende Inszenierung ist selbstbewusst und gibt auch den Künstlern der Region die Chance, sich darzustellen“, sagt Martin Stobbe. Bis Sonntagabend, 29. August, kann die Aktion „Kunst im Archiv“ auf dem Schlossplatz bestaunt werden. Auf den Schließfachtüren stellen sich bislang 18 Künstler oder Institutionen vor. Weitere Ostholsteiner Kulturschaffende dürfen sich gerne noch melden und sich kurzfristig beteiligen. Nähere Infos zu den Teilnahmebedingungen sind auf der Website www.oh-museum.de zu finden.

Volker Graap

Der Künstler Merabi Danelia aus Hamburg hat auf dem Eutiner Schlossplatz am Freitag seine Installation der Öffentlichkeit übergeben. (Foto: Graap)

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