Lübeck will doppelt so viele Geh- und Radwege sanieren wie bislang

Gehwege Radwege Lübeck sanieren

Die Hansestadt Lübeck will doppelt so viele Geh- und Radwege sanieren wie bislang. Zuvor hatte die Stadtverwaltung den Zustand der Wege systematisch erfasst. Mit einem traurigen Ergebnis: Rund zehn Prozent der Geh- und Radwege in Lübeck befinden sich in einem schlechten Zustand. 

Lübeck will den Geh- und den Radverkehr stärken

Den Geh- und Radverkehr stärken, das ist das Ziel der Hansestadt Lübeck. Darum legt die Hansestadt Lübeck nun eine Erhaltungsstrategie für die bestehenden Geh- und Radwege vor. Lübeck ist damit eine der ersten Kommunen in Deutschland. Dazu führt Bausenatorin Joanna Hagen aus: „Nach dem subjektivem Empfinden vieler Bürgerinnen und Bürger befinden sich zahlreiche Geh- und Radwege in einem schlechten baulichen Zustand. Dem sind wir jetzt konsequent und strategisch nachgegangen.“

Stadtverwaltung erfasst den Zustand der Wege

Deswegen hat die Stadtverwaltung nun einen Masterplan für die Sanierung der Geh- und Radwege erstellt. Angelehnt ist er an den Masterplan für die Sanierung der Straßen. Erfasst wurde mittels neuester Messtechnik der Zustand von rund 345.000 Quadratmetern Radwegefläche und rund 1.752.000 Quadratmetern Gehwegfläche. Im Ergebnis befinden sich knapp über zehn Prozent der Rad- und Gehwege in einem kritischen Zustand.

Geh- und Radwege in Erhaltungsklassen eingeteilt

Der Zustand der Geh- und Radwege ist dabei von „gut“ bis „sehr schlecht“ eingeteilt.  Erfahrungsgemäß ist das subjektive Empfinden der Nutzer eines Geh- und Radwegs für die Gebrauchstauglichkeit und Ebenheit maßgebender als der Substanzerhalt. Daher wurden die beiden Faktoren in das Verhältnis 70:30 gesetzt. Diese beiden Zustandswerte wurden zusammengefasst und die jeweiligen Abschnitte wiederum in vier Erhaltungsklassen (EK) eingeteilt: Gemäß Auswertung der Radwege befinden sich rund 80.000 Quadratmeter Radwegfläche in einem guten Zustand (EK4). Rund rund 215.000 Quadratmeter sind in einem ausreichenden Zustand (EK 3). In einem mangelhaften Zustand (EK 2) befinden sich rund 46.000 Quadratmeter. In einem ungenügenden Zustand (EK 1) rund 4.000 Quadratmeter der Radwege.

Bei den Gehwegen befinden sich zum Zeitpunkt der Erfassung rund 900.000 Quadratmeter Gehwegfläche in einem guten Zustand (EK 4), sowie rund 687.000 Quadratmeter in einem ausreichenden Zustand (EK 3). In einem mangelhaften Zustand (EK 2) befinden sich rund 160.000 Quadratmeter und in einem ungenügenden Zustand (EK 1) rund 5.000 Quadratmeter der Gehwege.

Erhaltung kostet gut 26,2 Millionen Euro

Anhand dieser Daten wurden Priorisierungslisten zur Sanierung der Rad- und Fußwege entwickelt. Rein theoretisch liegt der gesamte Erhaltungsbedarf für Radwege bei etwa 4,2 Millionen Euro und für Gehwegen bei etwa 22 Millionen Euro. Allerdings stellt die Erhaltung von so großen Flächenanteilen die Hansestadt Lübeck vor eine immense Herausforderung: Die jährliche Sanierungsleistung kann aufgrund der räumlichen Dichte (Erhalt von Zugängen und Rettungswegen, Umleitungserfordernisse, etc.), der Ressourcen (Personal, Finanzmittel und Kapazität der Baufirmen), sowie der Abstimmungsbedarfe mit den Leitungs- und Medienträgern nicht beliebig ausgeweitet werden.

Neue Lösungen notwendig

Zudem wird es in der Zukunft nicht selten erforderlich sein, den gesamten Verkehrsraum zwischen den Gebäudekanten neu aufzuteilen. Verschiedene Belange wie beispielsweise des ÖPNV, der Fußgänger, des Radverkehr, des KfZ-Verkehr sowie Baumbestand, Grünstreifen und das Parken, sind abzuwägen, um neue Lösungen zu finden. Die bestehende Infrastruktur muss in dieser Zeit aber baulich ebenfalls erhalten werden und eine sichere und komfortable Nutzung gewährleisten.

Ab 2022 doppelt so viele Sanierungen

Bausenatorin Joanna Hagen: „Wir gehen einen pragmatischen Weg und machen das, was fachlich, finanziell und personell umsetzbar ist: Wir verdoppeln die jährliche Sanierungsleistung, und das bereits ab 2022!“ Jährlich sollen dann über einen Zeitraum von fünf Jahren 10.000 Quadratmeter Gehwege und 10.000 Quadratmeter Radwege eine Sanierung erfahren. Senatorin Hagen: „Wir gehen davon aus, dass bereits diese zusätzliche Leistung den Zustand unserer Gehwege und Radwege nachhaltig verbessern wird.“ Im Anschluss wird über eine erneute Zustandserfassung und –bewertung der Sanierungserfolg dokumentiert.

Die Bürgerschaft muss nun entscheiden

Die Beschlussvorlage liegt den politischen Gremien nun zur Beratung vor. Die Entscheidung trifft die Bürgerschaft voraussichtlich am 26. August 2021. Pressemitteilung

Foto: So schön neu wie hier in der Moislinger Allee sind die Rad- und Gehwege nur an wenigen Stellen in Lübeck. Foto: Holger Kröger

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