Treffen der „Blaulichtfamilie“: Einsatzkräfte feierten Dankgottesdienst in Süsel

Ein leichter Wind, nicht zu hohe Temperaturen, es waren hervorragende Bedingungen für den „Gottesdienst für Rettende und Helfende“, der am vergangenen Freitagabend, 13. August, im Lindenrund an der Süseler St.-Laurentiuskirche gefeiert wurde. Rund 60 Einsatzkräfte – darunter überwiegend Ehrenamtliche – der verschiedenen in Ostholstein vertretenen Rettungsorganisationen, der Feuerwehr und der Notfallseelsorge waren zum alle zwei Jahre stattfindenden Dankesgottesdienst gekommen. Es ist eine Begegnung, die immer etwas von einem Familientreffen der „Blaulichtfamilie“ hat und diesmal von Daniel Benthien am Synthesizer begleitet wurde.

„Manchmal ist uns selbst Angst und Bange“

„Wir alle gehören Organisationen an, die Menschen helfen, die sich das Helfen auf die Fahnen geschrieben haben. Das verbindet uns“, sagte Pastor Matthias Hieber, selbst Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr und gemeinsam mit Pastorin Kristina Warnemünde Gastgeber des Abends. „Für den Dienst der Nächstenliebe wollen wir danken“, so Hieber und meinte damit auch den Dank an Gott, für den Schutz und die Begleitung der Einsatzkräfte bei ihren Einsätzen. „Wir versuchen zu helfen, doch manchmal ist uns selbst Angst und Bange.“

Helfer können auch auf die Kameradschaft zählen

Pastor Christopher Noll, Teamleiter der Notfallseelsorge in Ostholstein, präsentierte in seiner Predigt einen alten Schutzhelm. Dieser war viele Jahre Teil seiner persönlichen Schutzausrüstung, auch wenn er inzwischen längst durch ein modernes Exemplar ersetzt wurde. Ein solcher Helm, so Noll, der schütze vor physischen Verletzungen. „Doch was ist mit unserer Seele?“, fragte er. „Wir wissen, wie nah uns das Unglück kommen kann in der Nachbarschaft, aber auch im ganz Großen wie an der Ahr.“ Helferinnen und Helfer stünden in solchen Situationen jedoch nicht allein vor der Not der anderen, sondern könnten auf die Kameradschaft zählen. Es gebe Unglücke, „die kein Mensch verdient“ habe, sagte Noll. Und einzelne Einsatzkräfte würden darüber mit der Zeit sogar zynisch oder gleichgültig. „Denn das auszuhalten, kostet Kraft.“

Steine als Symbol für das viele Erlebte

Als Christ könne jedoch jeder seine Klage über Unglücke vor Gott tragen und ihn sogar anklagen, so wie Jesus am Kreuz, oder um Hilfe und Schutz bitten. Jeder müsse da seine eigene Antwort finden, um mit diesen Erfahrungen umzugehen. Sodann waren die Gottesdienstbesucher eingeladen, einen Stein vorne am Altar abzulegen. Symbol für all die Erlebnisse, die bei Einsätzen nur schwer auszuhalten gewesen waren.

Pressemitteilung Kirchenkreis OH

Das Foto zeigt den improvisierten Altar mit den abgelegten Steinen. Im Hintergrund sitzen (von links nach rechts) Pastor Hieber, Pastorin Warnemünde und Pastor Noll. (Foto: KKOH/Heinen)

 

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