Kesdorfer machen mit Sammelaktion auf Giftpflanze aufmerksam

Gelb, aber giftig – gemeint ist das Jakobs-Kreuzkraut, das sich zunehmend von Jahr zu Jahr grassierend ausbreitet und für Nutztiere, besonders für Pferde, eine Gesundheitsgefährdung darstellen kann. Das Kraut hat eine gelbe Blüte, einer Margerite nicht unähnlich, und ist etwa am Wegessaum, an Straßenrändern, auf Koppeln, an Knicks und auch in Privatgärten bereits aufgefallen.

Die Wildpflanze ist in Verruf geraten

Laut einer Broschüre der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein haben die Bestände des Jakobs-Kreuzkrauts in den vergangenen Jahren nicht nur in Schleswig-Holstein stark zugenommen. Die Ausbreitung lässt sich nur schwer verhindern, da das Kraut über vielfältige Anpassungsstrategien verfügt und sehr unterschiedliche Standorte besiedelt. Vor allem bei Imkern sowie Rinder- und Pferdehaltern ist die Wildpflanze in Verruf geraten, da sie sekundäre Pflanzenstoffe enthält, die nach Aufnahme durch Tiere oder den Menschen in der Leber zu giftigen Verbindungen umgewandelt werden können. Auf der anderen Seite ist das Kraut jedoch ein fester Bestandteil der heimischen Flora, bietet einer Vielzahl von Insekten Nahrung und Habitat und leistet somit einen bedeutenden Beitrag zur Biodiversität.

Kraut wandert ins Heu und gefährdet so Tiere

So waren es neben anderen Tierfreunden die Pferdebesitzer, die mit der Thematik auf den Dorfvorstand zugekommen sind. Denn vor allem im Frühjahr ist das Jakobs-Kreuzkraut noch schlecht zu finden, wandert aber ins Heu und dort ist der Giftstoff für die Tiere geschmacklich nicht zu sondieren. So wurden die Dorfbewohner per E-Mail-Verteiler und am schwarzen Brett am Melkbock in der Dorfmitte über die Aktion informiert. An vielen Stellen in und um Kesdorf wurden die Pflanzbestände bereits entnommen und entsorgt, es war aber noch sehr viel Jakobs-Kreuzkraut trotz abnehmender Blüte vorhanden. Dieses wurde nun am Sonnabend von hilfsbereiten Kesdorfern ausgebuddelt und sachgerecht in blauen Müllsäcken beim Bauhof Süsel entsorgt. Das Kraut darf nicht in die Kompostanlage, sonst würde die Saat sich wieder ausbreiten, daher wird es verbrannt.

18 Einwohner haben mit angepackt

18 Einwohner haben bei der Aktion mitgemacht und sind am Sonnabendmorgen mit Spaten und Anhänger losgezogen. Bereits innerhalb einer Stunde hatten sie über zehn große Säcke mit der Pflanze gefüllt. Das Kraut wurde nach der geltenden Empfehlung händisch einzeln mit Wurzel überall da, wo es erlaubt ist, ausgegraben. Die fleißigen Helfer wurden anschließend mit Würstchen und Getränken belohnt.

Initiatoren möchten fürs Thema sensibilisieren

„Wir möchten als besorgte Tierfreunde auf die Ausweitung dieser Giftpflanze aufmerksam machen und zu diesem Thema sensibilisieren. Unser Eindruck ist, dass die Pflanze dichter kommt, sich stärker ausbreitet. Das Gebiet um den Barkauer See beispielsweise wirkt durch das Kraut wie eine Monokultur, dabei wäre doch eine Biodiversität gewünscht. Daher wünschen wir uns, dass der Umgang damit neu besprochen wird und Vorschläge und Empfehlungen im Umgang mit dem Kraut entwickelt werden. Wir möchten eine sinnvolle und nachhaltige Bewirtschaftung der Pflanze, denn diese soll ja auch als heimische Wildpflanze erhalten bleiben. Es geht bei der Beseitigung nicht um das Ausrotten, wir wollen nur Tiere und letztendlich auch den Menschen schützen“, erläutert Dorfvorsteherin Katharina Menz.

Bestand regulieren, nicht ausrotten

Dergestalt lautet auch die aktuelle Handlungsempfehlung der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein: Werden Maßnahmen zur Regulierung des Jakobs-Kreuzkrautes ergriffen, geht es grundsätzlich nicht um die Ausrottung der Pflanzenart. Es müssen vielmehr Gefahren für Mensch und Tier abgewendet, gleichzeitig jedoch auch ökologische Belange angemessen berücksichtigt werden.

Anne Holmok

Einen ganzen Anhänger voll Jakobs-Kreuzkraut haben die Kesdorfer am vergangenen Sonnabend fachgerecht entsorgt. (Foto: Holmok)
Ganz schön gelb: So sieht das so umstrittene Jakobs-Kreuzkraut aus. (Foto: Graap)

Teile diesen Beitrag!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.