Lübeck: Über 50.000 Aale in Wakenitz und Trave eingesetzt

Aale Wakenitz Trave Lübeck

Die Flüsse in Lübeck haben 50.000 neue Bewohner. Der Kreisverband der Sportfischer und die Hansestadt Lübeck haben junge Aale in die Wakenitz und in die Trave eingesetzt. Der Aal ist vom Aussterben bedroht.

Aale in Wakenitz und Trave eingesetzt

Aale Wakenitz Trave LübeckDas hat ordentlich gewuselt! Über 50.000 junge Aale sind in der vergangenen Woche in die Wakenitz und in die Trave in Lübeck eingezogen. Zwei bis drei Jahre sind die Tiere alt. Sie kommen aus Zuchtfarmen und wiegen durchschnittlich sieben Gramm. 40.000 der Tiere kamen an der Falkenstraße und am Geniner Ufer in die Trave, 11.500 unterhalb der Wallbrechtbrücke in die Wakenitz. Das Geld für die Tiere stammt aus den Einnahmen der Angelscheine in Lübeck.

Mysteriöse Wanderung der Aale

Rund zehn bis zwölf Jahre dauert es, bis ein Aal seine Geschlechtsreife erreicht. Und dann geschieht etwas Wundersames: Der Aal wandert bis in die Sargasso-See im westlichen Atlantik. Dort laichen die Tiere ab, die erwachsenen Fische sterben. Die Nachkommen aber wandern im Anschluss zurück in die Heimatgewässer. Wie sie das machen, weiß bislang niemand. Vermutlich orientieren sie sich am Erdmagnetfeld. Oliver Pries

Fotos: Kreisverband der Lübecker Sportfischer

Eine Antwort auf „Lübeck: Über 50.000 Aale in Wakenitz und Trave eingesetzt“

  1. Gut_gemeint_aber sagt:

    Durch die Aufzucht von wild gefangenen Glasaalen in Aquakulturen bis zu dieser Größe erhöht sich die Überlebensrate in dieser Lebensphase gewaltig. Das ist gut. Leider ist es bisher nicht gesichert, daß auch Besatzaale die zuvor über mehrere Stationen und damit nicht auf dem natürlichen Weg in die Fliessgewässer transportiert worden sind (wie auch, im Fall der Wakenitz? ) den Weg in die Sargassosee finden. Das wäre natürlich toll, aber wie es im Artikel schon angesprochen ist handelt es sich z. B. bei der Magnetfeldthese bisher um eine Vermutung. Ebenso denkbar sind chemisch/sensorische Zusammenhänge, die auch noch international untersucht werden. Aalforschung ist ungeheuer aufwendig, tut aber dringend Not. Die hier genannte Anzahl der Besatzaale ist im Vergleich zu den Gesamtmengen, die natürlich unterwegs sind immer noch sehr gering. Von daher stellen solche Besatzmaßnahmen wenn überhaupt kein großes Risiko der verschlimmerung dar, bleiben jedoch bis zur echten Erkenntnis über die Wanderungssteuerung zweifelhaft. Die verheerende Abnahme der Gesamtpopulation werden sie wohl nicht nennenswert beeinflussen, zumal ein nicht kleiner Teil sowieso vor dem Abwandern von Tier und Mensch verspeist werden wird. Die Gründe für das derzeitige Aussterben sind vielfältig und liegen ganz sicher nicht alleine bei der Berufs- oder Freizeitfischerei. Förderlich für die Rettung vor dem Aussterben sind sie aber natürlich nicht. Ich für meinen Teil verzichte daher als Angler seit Jahren (schwersten Herzens) auf den Aalfang und möchte auch andere dazu ermutigen. Zumindest sollte man sich bewusst sein, daß es sich um etwas besonderes handelt. Sicher auch nur ein Tropfen auf den heissen Stein, aber es tut schon weh mitzubekommmen wie zum Teil armdicke Blankaale, eben kurz vor der Abwanderung gefangen und stolz präsentiert werden. Erinnert ein bischen an einen Aufruf an Großwildjäger sich eines der letzten Breitmaulnashörner als Trophäe zu sichern, bevor es keine mehr gibt 🙁
    Immerhin wurden in den letzten Jahren wieder mehr Glasaale in den Flussmündungen registriert, hoffen wir, daß es nicht zu spät dafür ist. Die Generationszeit ist eben sehr lang und es gibt in biologischen Systemen oft Kippunkte, nach deren über- oder unterschreiten ein natürlicher Wiederaufbau einer stabilen Population unmöglich ist. Auch wenn noch Individuen existieren. Den Kabeljau vor der amerikanischen Ostküste hat es vor Jahren auf diese Weise auch erwischt, nun ist er vermutlich für immer weg.

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