Studierende setzen Eutiner Schlossgarten mit Kunstprojekt in Szene

Eine Handvoll merkwürdiger Objekte haben aufmerksame Passanten in den vergangenen Tagen im Eutiner Schlossgarten bereits entdeckt – und sich vermutlich die Frage gestellt: Was ist das? Es handelt sich um Teile einer neuen Sonderausstellung, die Studierende der Muthesius Kunsthochschule Kiel im Schlossmuseum und im Park gestalten. Eröffnung ist am jetzigen Sonnabend, 17. Juli, um 12 Uhr auf dem großen Rasen vor der Südterrasse des Schlosses.

Schloss als Schauplatz für moderne Kunst

Das Schloss Eutin hat so viel Historie zu bieten, dass dem altehrwürdigem Anwesen ab und an Ausflüge in die moderne, zeitgenössische Kunst gut zu Gesicht stehen. Dafür ist die Kooperation mit der Muthesius Kunsthochschule ein Garant. Die neueste Projektausstellung trägt den Titel „Landschaft – Romantik – Klimawandel“. Die Klasse für interdisziplinäre künstlerische Praxis unter Leitung von Professorin Dr. Almut Linde, Vizepräsidentin der Muthesius Kunsthochschule, widmet sich dem Verhältnis von Mensch und Natur, Landschaft und Kultur und schlägt den Bogen von der Romantik bis zur Gegenwart.

Über zehn Installationen, Skulpturen und Objekte

Ausstellungsort ist neben dem Sonderausstellungsbereich im Schloss auch der Eutiner Schlossgarten, wo die elf Studierenden über zehn Installationen, Skulpturen und Objekte sowie eine interaktive Tour geschaffen haben. In den Innenräumen vertiefen Videoarbeiten, Zeichnungen, Fotografien und Malerei die Auseinandersetzung mit dem Thema. Der interessierte Besucher fängt mit seinem Rundgang idealerweise zuerst im Schloss an und begibt sich anschließend in die Natur, wo die Kunst ungewohnte, überraschende Perspektiven auf alte Gehölze, blühende Gräser oder die unstete Witterung eröffnet.

Was hat die Klima-Krise mit der Romantik zu tun?

Was hat die Klima-Krise mit der Romantik zu tun? Die Studenten untersuchen das Verhältnis von Mensch und Natur, Landschaft und wirtschaftlicher Nutzung. Ihre Werke beziehen sich auf die Idee des Landschaftsgartens und der Vorstellung von Natur als Sehnsuchtsgegenstand der Romantik bis hin zu den ökonomischen und ökologischen Folgen der Industrialisierung, die heute spür- und sichtbar werden.

Natur als Sehnsuchtsobjekt in der Romantik

Der Eutiner Schlossgarten wurde Ende des 18. Jahrhunderts zu einem englischen Landschaftsgarten umgestaltet. „In dieser Epoche der Romantik wird ,Natur‘ als ein ästhetischer Gegenstand entdeckt, als etwas, das der Spaziergänger kontemplativ erleben kann. Dieses geschieht zeitgleich zu Beginn der industriellen Revolution, deren Folgen heute in Form vielfältiger Probleme – wie die des Klimawandels – deutlich werden. Die Gleichzeitigkeit von Natur, verstanden als Landschaft, als Sehnsuchtsobjekt in der Romantik und der Beginn der rücksichtslosen Ausbeutung der Naturressourcen und Belastungen der Umwelt als Folge des mechanistischen Weltbildes der Industrialisierung sind Themen vielfältiger künstlerischer Auseinandersetzung in den studentischen Arbeiten“, heißt es in der Ausstellungsbeschreibung.

Führungen und Eröffnungspicknick am Sonnabend

Die Schau läuft bis zum 31. August. Am jetzigen Sonnabend finden um 12.30 und um 13.30 Uhr Führungen statt. Für 14 Uhr ist ein Eröffnungspicknick geplant. Decken werden gestellt, Verpflegung ist mitzubringen. Nähere Infos gibt es online auf www.schloss-eutin.de.

Volker Graap

Das ist Kunst, die ins Auge fällt, aber nicht selbsterklärend ist. Die Studierenden der Kieler Muthesius Kunsthochschule haben im Eutiner Schlossgarten verschiedene Kunstobjekte aufgebaut. (Fotos: Graap)

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