Die Geschichte der Arbeitsmigration und der Gastarbeiter in Lübeck

Das Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk lädt dazu ein, sich mit der Geschichte der Gastarbeiter auseinanderzusetzen.

Sonderausstellung „GastArbeiter!?“ im Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk

Das Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk lädt im Rahmen der neuen Sonderausstellung mit dem Titel „GastArbeiter!?“ seine Besucher dazu ein, sich mit der Geschichte der Gastarbeiter sowie der Arbeitsmigration nach Lübeck auseinanderzusetzen. Anlass ist das Anwerbeabkommen mit der Türkei, das sich in diesem Jahr zum 60. Mal jährt. Die Ausstellung wird bis 14. November zu sehen sein.

„GastArbeiter!?“ versteht sich nicht als allgemeine Ausstellung über Migration nach Lübeck an sich, was aufgrund der Komplexität des Themenfelds nicht zu leisten wäre. Vielmehr sollen Menschen im Vordergrund stehen, die mit einem konkreten Arbeitsangebot in die Hansestadt gekommen sind.

„Da auch das Thema der Gastarbeiter so groß wie weitläufig ist und sehr viele Facetten aufweist, kann diese Ausstellung auch nur einen groben Einblick leisten und zur weiteren Auseinandersetzung mit der Thematik motivieren“, erklärt die Kuratorin der Ausstellung und Leiterin des Industriemuseums, Dr. Bettina Braunmüller. Es gehe um die lange Geschichte von fremden Beschäftigten in Lübeck als eine Integrationsgeschichte von Leben zwischen zwei Ländern / Kulturen rund um die Schlagworte Globalisierung, Transnationalismus, Flucht und Migration.

Lebens-und Arbeitsbedingungen der Gastarbeiter

Zahlreiche Text- und Bildtafeln dokumentieren den historischen Verlauf der Arbeitsmigration von den ersten Posen und Westpreußen, die das Hochofenwerk Lübeck um 1900 aufbauten, über die Gastarbeiter ab den 1960er Jahren bis hin zu dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das die heutige Arbeitsmigration regelt. Neben den Abkommen mit Ländern wie Italien, Portugal, Griechenland, Spanien oder der Türkei werden die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Gastarbeiter beleuchtet. Auch die Diskriminierung dieser Menschen, der Austausch von Gütern zwischen Deutschland und den Heimatländern sowie die Definition von Heimat der Gastarbeiterkinder soll thematisiert werden. Ein Blick in die Gegenwart zeigt das Leben heutiger Saisonarbeiter und Arbeitsmigranten.

Das Herzstück der Ausstellung bilden umfangreiche Zeitzeugen-Portraits von Gastarbeitern aus Lübeck, die hier geblieben sind und den Besuchern ihre Geschichte in einem Interview-Format erzählen.

Weitere Informationen unter www.geschichtswerkstatt-herrenwyk.de

Diese und viele andere Fotos sind in der Ausstellung zu sehen. Foto: Lübecker Museen/ Thorsten Wulff

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