Ärger auf dem Stockelsdorfer Kirchenvorplatz

Die Kirchengemeinde hat aufgrund Vorfälle mit Jugendlichen auf dem Kirchenvorplatz die Gemeinde gebeten, die Würde der Kirche zu schützen

Abendlicher Treffpunkt der Jugendlichen wird jetzt verstärkt überwacht

Mit Beginn der Pandemie im vergangenen Jahr mussten alle Teile der Bevölkerung Einschnitte im täglichen und sozialen Leben verkraften. Die älteren Menschen galten als besonders gefährdet und sollten daher möglichst wenig persönlichen Kontakt zu ihren Familienangehörigen haben. Die junge Generation musste nicht nur mit dem Lockdown und den Schulschließungen klar kommen, auch sie hatten plötzlich keine Gelegenheit mehr sich zu treffen und zu feiern.
„Seit vergangenem Jahr ergaben sich einige Auffälligkeiten im Bereich des Kirchenvorplatzes, coronabedingt mangels anderer Treffmöglichkeiten haben sich verschiedene Gruppen von Jugendlichen hier getroffen“, berichtete Ordnungsamtsleiter Stefan Köhler dem Ausschuss für öffentliche Sicherheit Ende April. Im Winter war es relativ ruhig, aber jetzt seien wieder verstärkt Jugendliche anzutreffen, so Köhler.

Das allein wäre kein Problem, schließlich ist die Umgestaltung seinerzeit durchgeführt worden, um dem Platz Attraktivität und Aufenthaltswert zu verschaffen. Die Kirchengemeinde hat sich jedoch aufgrund verschiedener Vorfälle an die Gemeinde gewandt mit der Bitte, die Würde der Kirche zu schützen. Gleichzeitig appellierte die Kirchengemeinde, sich mit der Situation der Jugendlichen auseinanderzusetzen und Lösungen zu suchen. Die Polizei und das Ordnungsamt haben die Kontrollen in dem Bereich verstärkt, ein erster Gesprächstermin mit Vertretern der Kirchengemeinde, der Polizei, der Verwaltung Bürgermeisterin, dem Ordnungsamt und der Jugendpflege hat Anfang April stattgefunden.

Sicherheitsdienst soll Abhilfe schaffen

Der Ausschuss beschloss im Anschluss einer umfangreichen Erörterung der Problematik, einen Sicherheitsdienst mit Kontrollen in den Abend- und Nachtstunden zu beauftragen. Seit Anfang Mai ist der Sicherheitsdienst in diesem Bereich unterwegs und auch die Polizei kontrolliert den Bereich verstärkt. Auch der Kommunalpräventive Rat der Gemeinde mit Vertretern von Jugendhilfe, Polizei, Kirche und Gemeinde hat dazu getagt. „Natürlich habe ich Verständnis für die Situation der Jugendlichen in dieser Zeit, aber viele ältere Menschen die rund um den Rathausmarkt wohnen, haben geschildert, dass sie inzwischen Angst haben auf die Straße zu gehen“, so Bürgermeisterin Julia Samtleben.

In dem Zusammenhang weist die Bürgermeisterin darauf hin, dass es in letzter Zeit zu vielen Beschwerden wegen der unerlaubten Nutzung von Miet-E-Rollern rund um die Kirche in Stockelsdorf gekommen ist. „Wir möchten dabei auch an die Eltern der Jugendlichen appellieren, damit diese mit ihren Kindern das Gespräch suchen“, so Bürgermeisterin Julia Samtleben.
Der Ordnungsamtsleiter weist darauf hin, dass die Gehwege beispielsweise des Kirchenvorplatzes, des Rathausmarktes und des Münzplatzes nach der Straßenverkehrsordnung nicht befahren werden dürfen. „Das verbotswidrige Fahren auf einem Gehweg stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und kann mit einem Bußgeld belegt werden“, so Köhler. „Ebenso verhält es sich, wenn mehr als eine Person einen Elektroroller nutzen. Sofern es sich dabei um minderjährige Fahrer handeln sollte, liegt die Verantwortung bei den Erziehungsberechtigten.“ Das Mindestalter für das Fahren mit einem E-Roller als Elektrokleinstfahrzeug liegt bei 14 Jahren. Eine Helmpflicht besteht nicht, sei aber empfehlenswert, so Köhler weiter. Anja Hötzsch

Der Kirchenvorplatz wird abends gern von Jugendlichen aufgesucht, die momentan wenig Möglichkeiten zum Treffen haben. Leider kommt es dann immer wieder zu Verschmutzungen und Ruhestörungen. Foto: Anja Hötzsch

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