Sparkasse Holstein und Sparkasse Südholstein wollen fusionieren

Die Sparkasse Holstein und die Sparkasse Südholstein wollen fusionieren. Wie die beiden Kreditinstitute am Dienstagvormittag bekannt gaben, wollen beide Unternehmen sich „gemeinsam für ein noch stärkeres Holstein“ zusammenschließen. Weder Entlassungen sind geplant noch Filialschließungen. Gemeinsam kommen beide Sparkassen auf 1900 Mitarbeiter und ein Filialnetz, das sich von Fehmarn bis nach Hamburg, von Helgoland bis nach Bad Oldesloe und von Eutin bis nach Neumünster erstreckt.

Zusammenschluss aus Position der Stärke

Die Verwaltungsräte beider Sparkassen haben jetzt einstimmig den Einstieg in die Vertiefungsphase des Fusionsprozesses beschlossen. Ausgegangen war die Idee der engeren Zusammenarbeit von der Sparkasse Südholstein. Sie zählt bundesweit zu den vertriebsstärksten Sparkassen und steht auf einem ebenso wirtschaftlich stabilen Fundament wie die Sparkasse Holstein. Die Fusion erfolgt also nicht aus der Not heraus, sondern aus einer Position der Stärke. „Die Welt gehört den Gestaltern und nicht den Getriebenen“, so formuliert es der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Holstein, Thomas Piehl. Angesichts der vielen Parallelen bei Unternehmensphilosophie und Geschäftspolitik beider Geldhäuser stehe keine Umstrukturierung, sondern vielmehr eine Angleichung bevor.

„Ganz neue Wachstums- und Zukunftsperspektiven“

Dr. Henning Görtz, Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse Holstein, betonte: „Eine fusionierte Sparkasse in kommunaler Trägerschaft verfügt über ein attraktives Geschäftsgebiet mitten in der Metropolregion Hamburg und im HanseBelt. Das birgt viel Potenzial.“ Und der Südholsteiner Sparkassen-Chef Andreas Fohrmann sieht „ganz neue Wachstums- und Zukunftsperspektiven“. Er ergänzt: „Wir sind der Überzeugung, dass wir zusammen noch besser sind und wollen diese Chance nutzen.“ Zusammen sollen die aktuellen Herausforderungen wie Niedrigzins, Corona-Folgen und Digitalisierung aktiv gestaltet werden.

Filialstandorte bleiben mindestens bis 2025 erhalten

Während alle Filialstandorte mindestens bis 2025 erhalten bleiben sollen, wird das Leistungsportfolio für Privatkunden in Zukunft weiter ausgebaut. Digitale Angebote sollen zusammen mit dem flächendeckenden Filialnetz für eine umfassende Präsenz sorgen. Die Versorgung der Privatkunden soll auch für die neue Sparkasse oberste Priorität bleiben. Da es durch die Zusammenlegung zu einer Bündelung der Kräfte käme, steigt auch für Firmenkunden und professionelle Immobilienkunden das Leistungsangebot. Neben einem noch breiteren Portfolio aus Spezialisten und Fachkräften werden die Sparkassen ihren gewerblichen Kunden künftig noch mehr Know-how und Steuerungskompetenz für Großprojekte zur Verfügung stellen.

Endgültige Entscheidung fällt im Frühsommer 2022

Die finale Entscheidung liegt bei den Trägern beider Sparkassen, dem Zweckverband Sparkasse Holstein und dem Zweckverband Sparkasse Südholstein. Am Zweckverband Sparkasse Holstein sind die Kreise Ostholstein und Stormarn beteiligt. Den Zweckverband Sparkasse Südholstein bilden die Kreise Pinneberg und Segeberg sowie die Städte Uetersen und Neumünster. Bis zum Frühsommer 2022 soll die endgültige Entscheidung zur Fusion getroffen werden, technisch und inhaltlich soll die Umstellung dann unter dem Namen „Sparkasse Holstein“ bis Juni 2023 über die Bühne gehen. Hauptsitze des dann größten Finanzdienstleisters im Land bleiben Eutin, Bad Oldesloe und Neumünster.

Volker Graap

Bei einer digitalen Pressekonferenz haben die beiden Vorstandsvorsitzenden Andreas Fohrmann von der Sparkasse Südholstein und Thomas Piehl von Sparkasse Holstein am Dienstag zur geplanten Fusion Stellung genommen. (Foto: hfr)

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