Timmendorfer greifen durch: Oasen der Artenvielfalt statt Schotterwüsten

Die Gemeinde Timmendorfer Strand schaut künftig gezielt auf sogenannte Schottergärten. Also jene Gärten, die statt mit einer Bepflanzung mit Steinen oder Geröll bedeckt oder vollständig gepflastert sind. Nach einem Antrag der Grünen, der im Umweltausschuss eine breite Mehrheit gefunden hat, wird das Bauamt bald Kontrollgänge unternehmen.

Maßnahmen gegen „Gärten des Grauens“

„Schottergärten haben negative Auswirkungen auf Umwelt, Kleinklima und Biodiversität“, erläutert Jan Karthäuser, stellvertretender Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen den Vorstoß. Während in Schottergärten nur wenige Tierarten und einige Moose und Flechten vorkommen, können es in strukturreichen Gärten weit über 100 Tier- und Pflanzenarten sein, die hier einen Lebensraum finden. „Laut Landesbauordnung müssen und mussten Vorgärten begrünt werden, wenn sie nicht Auffahrt, Stellplatz oder ein Weg sind“, berichtet Karthäuser. Hauseigentümer glauben häufig, dass diese „Gärten des Grauens“ pflegeleichter seien als Grünflächen. Das Gegenteil ist jedoch der Fall, weil sich unweigerlich das vermeintliche Unkraut trotz Schutzfließ auf der Fläche ansiedelt. Nicht selten wird dann zum insektenschädlichen Totalherbizid gegriffen.

Erst Aufklärung, dann Konsequenzen

„Bevor ein baurechtliches Verfahren eingeleitet wird, sollen Hauseigentümer durch ein Anschreiben informiert und eine Beratung angeboten werden. Die Besitzer sollen also erst freundlich aufgeklärt werden“, erläutert die grüne Gemeindevertreterin Susanne Dittmann das geplante Vorgehen. Nach circa einem Jahr soll eine Nachkontrolle erfolgen und dann gegebenenfalls auch baurechtlich Konsequenzen gezogen werden. Außerdem hat der Ausschuss beschlossen, dass ein Info-Flyer allen neu erteilten Baugenehmigungen beigefügt wird.

Pressemitteilung Bündnis 90/Die Grünen

Schotterwüsten in Vorgärten sollen in Timmendorfer Strand verhindert werden. Bunte, insektenfreundliche Vielfalt ist angesagt – wie in der Strandstraße Niendorf. (Foto: hfr)

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