Gestartet: Kampagne zur Gemeinwohlökonomie in Stockelsdorf

Sich einsetzten für mehr Nachhaltigkeit und eine Gemeinwohlbilanzierung der Gemeindeverwaltung durchzuführen, war eine Idee in Stockelsdorf

Bis 2025 soll eine Entwicklungsstrategie entwickelt werden

Sich einsetzten für mehr Nachhaltigkeit und eine Gemeinwohlbilanzierung der Gemeindeverwaltung Stockelsdorf durchzuführen, das war die Idee von Rolf Dohse, Fraktionsvorsitzender der Grünen in der Gemeindevertretung. Seinem Antrag wurde in der Gemeindevertretersitzung nach ausgiebiger Diskussion im Februar 2020 mit den Stimmen von SPD, Bündnis90/Die Grünen, FDP und BfB stattgegeben.

„Es geht darum, das Handeln nicht allein an der egozentrischen Nutzenoptimierung zur orientieren, sondern direkt an ethischen Grundsätzen. Die Marktlogik allein führt schon oft zu Marktversagen und Schäden für andere Menschen und die Natur. Hier können Betriebe und Verwaltungen mit gutem Beispiel vorangehen“, führt Rolf Dohse aus.

Gemeinwohlbilanz der Gemeindeverwaltung als Grundlage

In der Gemeindeverwaltung hat sich eine siebenköpfige Projektgruppe um Bürgermeisterin Julia Samtleben und Projektleiterin Norne Rathje gebildet. Julia Samtleben war sofort begeistert von der Idee Rolf Dohses, eine solche Bilanz in Stockelsdorf durchzuführen: „Wir alle stehen vor einer gigantischen Aufgabe. Barak Obama hat bereits 2015 gesagt: ‚Wir sind die letzte Generation, die etwas gegen den Klimawandel tun kann!‘ Die Gemeinde Stockelsdorf hat sich 2019 zur Klimagemeinde erklärt, aber wir müssen alle danach handeln. Unseren Beitrag dazu leisten.“

Eine Gemeinwohlbilanz sei nur eine Bestandsaufnahme. Daraus müsste eine eigene Agenda 2035 für die Gemeinde Stockelsdorf entwickelt werden. Eine gemeinsame nachhaltige Entwicklungsstrategie, vor allem in den Bereichen Wohnen, Gewerbe, Mobilität. „Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass das mit Investitionen verbunden ist. Wir haben es als Kommune in der Hand, unsere Ausschreibungen so zu gestalten, dass sich die teilnehmenden Unternehmen auf die UN-Klimaziele verpflichten müssen. Die Gemeindewerke können Vorreiter sein und eine eigene Gemeinwohlbilanz erstellen. Wir müssen endlich handeln. In den Bereichen, die wir als Gemeinde beeinflussen können.“

Corona verhindert ursprünglich geplante Veranstaltung

Der Start der Kampagne war ursprünglich mit einer spektakulären Veranstaltung im Kino Bad Schwartau geplant und sollte natürlich mit allen Mitarbeitern, Gemeindevertretern und interessierten Bürgern stattfinden. Doch die Coronapandemie machte diesem Vorhaben eine Strich durch die Rechnung.

Mittlerweile fand ein erstes Treffen der Verwaltungsmitarbeiter und des Gemeinwohlökonomie-Teams (GWÖ) online statt. Geplant sind insgesamt sieben Termine mit Workshops. Die Gemeinwohlökonomie zielt darauf ab, eine gerechtere, menschenachtende Wirtschaft zu installieren, in der es um das Wohl aller geht und die die ökologischen Aspekte des Handelns beachtet.

Darum erhalten in der ersten Evaluierungsphase der GWÖ-Bilanz alle Auftragnehmer Post zu den zentralen Fragen der GWÖ. In weiteren Schritten werden dann die Politik und die Bürger mit einbezogen.

Start der Gemeinwohlbilanzierung der Gemeinde Stockelsdorf: Peter Hinzmann (FDP), Initiator Rolf Dohse (Grüne), Andreas Ladewig, Jan-Christian Ohm und Julia Samtleben für die Verwaltung sowie Ralf Labeit (SPD, v.l.). Foto: Anja Hötzsch

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