Ein Jahr Kulturakademie Malente: Kultur bietet einen echten Mehrwert

Seit rund einem Jahr und der Corona-Krise um Trotz hat sich die neue Kulturakademie in Malente bereits etabliert. Die Initiatorin, Sopranistin und Gesangslehrerin Eva Monar, ist mächtig stolz, dass es gelungen ist, das Vorhaben durchzuziehen und für die Kurse renommierte Dozenten aus ganz Deutschland zu begeistern – und damit die Welt ein bisschen nach Malente zu holen. „Mir ist klar, was für ein Luxus das angesichts der Pandemie war. Aber gerade deshalb war der Unterricht für die Teilnehmer zwischen acht und 80 Jahren so wichtig. Auf jeden Fall macht das Projekt irrsinnig viel Spaß“, freut sich Monar.

Was man hier lernt, das lernt man fürs Leben

Die Idee hinter der Kulturakademie geht über die reine Vermittlung von Wissen hinaus. Die Kurse sollen Potenziale der Teilnehmer erschließen und gleichzeitig viel Lebensfreude und Gemeinschaft bieten. „Wir wollen zeigen, dass Kultur für alle Lebenslagen und jeden Lebensbereich hilfreich ist. Musik kann für die Menschen heute eine Therapie sein. Man lern Zuhören, Verstehen und wie andere die Sachen anpacken – und das alles nicht, weil man es muss, sondern aus Interesse“, betont Monar. Oder wie sie es zum Start der Akademie einmal formuliert hat: Was man auf dem Gebiet der schönen Künste lernt, das lernt man fürs Leben, das stärkt die Kommunikativität und hilft, Präsenz zu entwickeln. Kultur ist nicht nur bloße Unterhaltung, Kultur hat Mehrwert. Und eine Ausbildung im Bereich Kunst und Kultur ist nicht nur Grundstein für Kulturschaffende, sondern auch andere Berufe profitieren von dem Handwerkszeug, das dieses Metier vermittelt. „Wir wählen dabei nicht den pädagogischen, sondern den künstlerischen Ansatz.“

Dozenten klopfen schon von selbst an

Die Akademie-Leiterin freut sich, dass gute Dozenten inzwischen schon von selbst anklopfen und mitmachen wollen. Die Themen sind vielfältig und reichen vom (Text-)Lernen lernen und Konzentrationsaufbau über lebendige Musiktheorie, Notenlesen und Komposition bis hin zum Filmen mit dem Smartphone oder Literaturpädagogik im Wald. Es gibt Angebote für agile Senioren und für junge Leute, die sich aufs Studium oder auf Prüfungen vorbereiten.

Dankbar über Förderung und Spendengelder

Für den Unterricht hat die Malente Tourismus- und Service-GmbH der Kulturakademie den Kursaal überlassen. „Das ist ein großer Segen für uns, genauso wie die dreijährige Förderung durch die Gemeinde“, sagt Monar. Mit 4000 Euro im Jahr unterstützt die Kommune das Projekt. Ebenso dankbar ist sie für weitere Finanzspitzen, etwa durch die Stiftungen der Sparkasse Holstein oder die Kay-und-Dörte-Cornils-Stiftung, die gerade 1000 Euro gespendet hat. So werden bald weitere Kursangebote möglich – beispielsweise rund um Percussion-Instrumente.

Neuer Newsletter mit dem Kursprogramm

Ein Newsletter mit den Angeboten der kommenden Monate ist zurzeit in Vorbereitung. Wer sich für das Kursprogramm interessiert, kann es per E-Mail an evamonar@web.de anfordern. Für weitere Fragen steht sie unter Telefon 0172 9929484 zur Verfügung.

Volker Graap

Theater, Musik, Film: Kulturakademie-Leiterin Eva Monar (links) öffnet im Malenter Kursaal für vielfältige Kurse den Vorhang. Milena Hakobyan hat Gesangsunterricht genommen und sie hat sich vorgenommen, Musik zu studieren. (Foto: Graap)

Milena will die Musik zum Beruf machen
Die Musik hat das Leben von Milena Hakobyan verändert. Die 18-jährige Eutinerin schreibt seit neun Monaten eigene Songs, nimmt sie zusammen mit ihrem Freund Ole Traving auf und veröffentlicht diese Clips mit Hip-Hop und Pop zum Beispiel auf YouTube. „Als Duo ,Millyone und Unius‘ haben wir online schon eine kleine Fanbase“, berichtet sie. Nach Schulband-Erfahrungen und acht Monaten Gesangsunterricht bei Eva Monar ist sich Milena nun sicher, diese Leidenschaft zum Beruf machen zu wollen. „Ich habe mich entschlossen, nach der Fachhochschulreife im nächsten Jahr Musik zu studieren – ich kann mir beruflich einfach nichts anderes vorstellen“, erzählt die Schülerin des Beruflichen Gymnasiums. Eva Monar habe sie bestärkt und ein bisschen auf den Weg gebracht. „Früher hatte ich auch nicht das Selbstbewusstsein, das ich heute besitze“, meint Milena.
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