„Materialzauber“: Eutiner Ostholstein-Museum zeigt angewandte Kunst

Das ist Handwerkskunst vom Feinsten: Zum dritten Mal präsentiert das Eutiner Ostholstein-Museum die Jahresausstellung des Berufsverbandes Angewandte Kunst Schleswig-Holstein (BAK)  in seinen Räumen am Schlossplatz 1. Bis zum 8. August können die Besucher eine grenzüberschreitende Schau mit insgesamt 70 Werken hiesiger Künstler und von Kunsthandwerkern von der dänischen Insel Bornholm bestaunen.

Künstler dokumentieren auch ihre Arbeitsprozesse

„Wie immer gab es auch diesmal ein Schwerpunktthema für die Ausstellung. Es lautete ,Materialzauber’. Die Künstler waren aufgerufen, speziell dazu Arbeiten einzureichen“, erläutert Museumsleiterin Dr. Julia Hümme. Die Teilnehmer hätten aber nicht nur den Zauber ihres Materials in Szene gesetzt, sondern auch Arbeitsprozesse dokumentiert, um zu verdeutlichen, „wie diese tollen Objekte entstehen“, so Hümme. Die Präsentation veranschaulicht, wie facettenreich, professionell und kreativ in den verschiedenen Gewerken mit der gestellten Aufgabe umgegangen wurde. Denn sowohl in den kleinen als auch in den großformatigen Arbeiten zeigt sich ein qualitätvoller, spannender und repräsentativer Querschnitt durch das aktuelle künstlerische Geschehen in der angewandten Kunst im Land.

Vasen und Schalen, Silberschmuck und Lichtobjekte

Die Arbeiten stammen aus den Bereichen Keramik, Porzellan, Glas, Holz, Metall, Textil und Papier. Es ist faszinierend, zu sehen, was die Künstler daraus gefertigt haben: Vasen und Schalen, Ringe, Ketten und anderen Silberschmuck, Lichtobjekte und gedrechselte Becher, eine Woll-Stola und eine Vielzahl weniger alltagstauglicher denn dekorativer Objekte. Sogar eine riesige, 300 Kilo schwere Kugel aus rostigem Stahl ist im Museum zu sehen. Sie besteht aus eisernen Fundstücken, die zeigen, wie vielfältig das Material früher und heute auf einem Bauernhof eingesetzt wurde. Künstler Kurt Lange aus Lehmkuhlen hat dabei besonders „der fortwährende Kreislauf vom Rohmaterial zur fertigen Arbeit, zum Schrott, zur Wiederverwertung“ interessiert.

Mit dabei: 14 dänischen Gastkünstler von Bornholm

Diese Werke treten nun in Dialog mit Exponaten von 14 dänischen Gastkünstlern. „Bornholm wurde 2017 als erster Landstrich in Europa als ,World Craft Region’ ausgezeichnet – gerade wegen der hohen Dichte an Ausbildungs- und Werkstätten für Kunsthandwerker. Die Begegnung mit Kollegen ist fachlich und menschlich immer eine große Bereicherung“, betont die BAK-Vorsitzende Silke Lazarevic. Eine jahrhundertelange Tradition auf Bornholm haben insbesondere die Keramik- und die Glasproduktion.

Auch eine Video-Führung ist in Vorbereitung

Alle Arbeiten sind auf Basis des handwerklichen Könnens entstanden – fernab von der Massenproduktion. Die ausgestellten Beispiele zeigen vor allem eines: Man muss das Material beherrschen, um zufriedenstellende Ergebnisse, um das beste Resultat zu erzielen. Eine Broschüre, die kostenlos mitgenommen werden kann, stellt Künstler, Objekte und das Anliegen der Ausstellung ausführlich vor. Eine Video-Führung ist in Vorbereitung. Die Sonderausstellung „Craft  at it’s best – Bornholm trifft Schleswig-Holstein“ ist dienstags bis sonntags jeweils von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Weitere Infos gibt’s online auf www.oh-museum.de.

Volker Graap

Die BAK-Vorsitzende Silke Lazarevic und der Eutiner Goldschmied Martin Otte haben beim Aufbau der Sonderausstellung tatkräftig angepackt. Hier stellen sie Bornholmer Keramik vor. 
Museumsleiterin Dr. Julia Hümme präsentiert eine Lampe in besonderem Design. Auch beeindruckend: die große Stahlkugel von Kurt Lange. (Fotos: Graap)

Teile diesen Beitrag!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.