Suchtprävention per Live-Chat an der Emil-Possehl-Schule

Die Aktionstage zur Sucht- und Gewaltprävention an der Emil-Possehl-Schule bieten ein dreitägiges Programm, dieses Jahr per Live-Chat.

Coronabedingt beschreitet die Emil-Possehl-Schule neue Wege, um ihre Schüler zu erreichen

Über drei Stunden Videokonsum zu Unterrichtszeiten. Interaktion nur über einen Live-Chat. Selbst gedrehte Beiträge verschiedener Kooperationspartner. Ob das Anklang findet?
Traditionell bieten die Aktionstage zur Sucht- und Gewaltprävention an der Emil-Possehl-Schule ein dreitägiges Programm mit einer Auftaktveranstaltung im großen Rahmen, einer Podiumsdiskussion, diversen Workshops und verschiedensten Informationsständen. Da eine Präsenzveranstaltung von solchen Dimensionen momentan außer Frage steht, wurde umgedacht. So wurde jetzt ein digitaler Aktionstag mit Live-Premiere eines YouTube-Videos initiiert. Für dieses ungewöhnliche Format haben verschiedene Netzwerkpartner Videobeiträge abgedreht.

Passend zu dem neuen Digitalformat gab es einen Einblick in die Blu:App, eine innovative Suchtpräventions-App. Neben vielen ansprechenden und hilfreichen Features überzeugt besonders der kostenlose Coaching-Chat. Es wurde zudem eine junge Frau porträtiert, die entwaffnend ehrlich über ihren Weg in die Alkoholsucht spricht und darüber, was für sie hilfreich war.

Sport als Ventil und Unterstützung

Sport kann einen Weg aus der Krise darstellen oder ein Ventil, um Unzufriedenheit und schwierige Situationen zu kompensieren. Deshalb stellte sich der Lübecker Trendsportverein Movement Family e. V. mit Workshops aus dem Bereich Akrobatik und Parcour vor. In der wohl eindrucksvollsten Szene demonstriert Lukas Janku mit einem komplexen Parcour-Move, dass ein Schulflur vielseitig genutzt werden kann.

Sportliche Unterstützung gab es auch vom Kooperationspartner VfB Lübeck. Mit dem Themenschwerpunkt Social Media und Hate Speech knüpfte das Fanprojekt des VfB eng an die Interessenschwerpunkte der Schüler an. Interessant war auch die Vorstellung des Lübecker Frauennotrufs, bei der die Bandbreite der Probleme und des Klientels deutlich wurde.
Das Kieler Party- und Präventionsprojekt Odyssee vertritt eine akzeptanzorientierte Philosophie und informierte über aktuelle Partydrogen und das Konzept des Safer Use. Die Referenten unterstützten außerdem bei der Moderation des lebhaft genutzten Live-Chats. Schüler hatten sich bei der Gestaltung des Videos in Form von Kurzinterviews und Videobotschaften eingebracht. Für sozialkritische Pausenunterhaltung sorgte die Band Jack Pott, die sich als Schwartaus einzige Punkband bezeichnet.

Arbeitsgruppe zieht positive Bilanz

Insgesamt war die Bilanz der Arbeitsgruppe Sucht- und Gewaltprävention sehr positiv. Die Kreativität der Netzwerkpartner war ebenso überwältigend wie die Bereitschaft, sich auf diese besondere Art von Präventionsveranstaltung einzulassen. Schüler:innen und Lehrer:innen haben das Experiment begrüßt und freuen sich auf die nächsten Suchtpräventionstage an der Emil-Possehl-Schule – dann hoffentlich wieder in Präsenz und mit allen Möglichkeiten des Austauschs und der Interaktion.

Die Organisatoren Stefanie Lorenz, Arne Pezenburg, Florian Nissen und Thorsten Bielau moderierten den Live-Chat. Foto: EPS

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