Kuhstall soll integriert werden: Beste Lösung für Eutiner Hotelprojekt

Als „Perle, die eine Fassung sucht“ bezeichnet Reinhard Meyer vom Büro „Lorenzen Mayer Architekten“ aus Berlin das letzte Baugrundstück auf dem früheren Landesgartenschau-Gelände gegenüber der Eutiner Opernscheune. Investor und Hotelier Marco Nussbaum hatte den Architekten damit betraut, erste Skizzen für ein Hotelprojekt auf diesem knapp 5000 Quadratmeter großen „Sahnegrundstück“ zu entwerfen. Vergangene Woche stellten beide die Ideen im Stadtentwicklungsausschuss vor.

Einmaliges Gebäudeensemble soll erhalten bleiben

Eigentlich sollte auf dem Areal am Alten Bauhof eine Jugendherberge entstehen, doch das Vorhaben ist erst mal geplatzt (wir berichteten). „Für einen anderen Standort bleiben wir mit dem Jugendherbergswerk im Dialog“, gab Bürgermeister Carsten Behnk bekannt. Dies bedeutet auch, dass der historische, aber nicht denkmalgeschützte Kuhstall nicht zwangsläufig abgerissen werden muss. Und auf den Erhalt des stark sanierungsbedürftigen Gebäudes lief die Diskussion im Ausschuss am Ende hinaus. Es handele sich zwar um in die Jahre gekommene, aber doch solide Bausubstanz, betonte Carsten Behnk. Und auch Falk Herzog, Geschäftsführer der Eutiner Festspiele, sprach sich gegen einen Abriss des Kuhstalls aus. Das Gebäudeensemble rund um die Opernscheune sei einmalig, auch in der Vollständigkeit der Anlage.

U-förmiger Anbau mit geschlossenem Innenhof-Garten

Architekt Mayer präsentierte zwei mögliche Bauvarianten. Einen vollständigen Neubau, der die Merkmale der umgebenden Gebäude aufnimmt: großes Dach, viele Gauben, vier sich verschlankende Geschosse. Dort wäre Platz für 75 Zimmer. Sehr viel mehr Anklang fand der Alternativ-Entwurf: Der Kuhstall wird in den ergänzenden Neubau, der sich U-förmig an das Gebäude anschließt, integriert. Dieser flache und schmale eingeschossige Bau – nur auf der dem Kuhstall gegenüberliegenden Seite wird ein zweites Stockwerk errichtet – erhält einen großzügigen, geschlossenen Garten als Innenhof. Die Fassade soll die Gestalt der Küchengartenmauer aufnehmen. Holz und Ziegel sollen bestimmende Baumaterialien sein.

54 Zimmer sind bei favorisierter Variante realisierbar

Dass bei dieser Variante nur 54 Zimmer realisierbar sind, würde Nussbaum in Kauf nehmen. „Ich bin an einer Lösung interessiert, in der sich alle wiederfinden. Wir haben uns viel Mühe bei der Überlegung gegeben, wie wir das Projekt sanft in die Struktur integrieren können.“ Auch in diesem Rahmen sei ein wirtschaftlich und ökologisch nachhaltiges Hotel möglich. „Ich glaube, das wird eine ganz erfolgreiche Geschichte. Für kleine inhabergeführte Hotels gibt es nach Corona wahnsinniges Potenzial“, ist Nussbaum überzeugt.

Die reine Bauzeit könnte nur 15 Monate betragen

Auch die Kommunalpolitiker lobten das Projekt einmütig. Wenn alle Rahmenbedingungen geklärt sind, könnte es ganz schnell gehen: Von der reinen Bauzeit her wäre das Vorhaben in 15 Monaten zu realisieren.  

Volker Graap

Architekt Reinhard Mayer (links) und Hotelier Marco Nussbaum sind überzeugt von ihrem Vorhaben am historischen Kuhstall (Foto: Graap). Erste Skizzen verdeutlichen, wie der Architekt sich einen Hotelneubau unter Erhalt des Kuhstalls vorstellt (Grafik: hfr). 

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