Lübecker Elisa-Studie: Langzeitergebnisse liegen vor

Um das Infektionsgeschehen besser zu verstehen, gibt es eine Studie des UKSH zur Ausbreitung des Corona-Virus in Lübeck, die Elisa-Studie.

Die Lübecker Elisa-Studie zur Erforschung der Verbreitung des Corona-Virus hat erste Langzeitergebnisse vorgestellt. Rund 3000 Personen aus Lübeck und Umgebung haben mitgemacht – und die Ergebnisse machen Hoffnung.

3000 Teilnehmer bei der Elisa-Studie

Seit Beginn der Corona-Krise forschen Mediziner der Universität zu Lübeck im Rahmen der groß angelegten Elisa-Studie zum Corona-Virus. Die Forscher wollen herausfinden, wie sich das Virus in bestimmten Personengruppen verbreitet und wie es um die Immunität von bereits infizierten Menschen bestellt ist. Über ein Jahr lang wurden rund 100.000 Fragebögen erhoben und gut 20.000 PCR- und Antikörpertest durchgeführt. Die Teilnehmenden seien sehr engagiert gewesen, sagen die Forscher.

Corona-Dunkelziffer in Lübeck ist gesunken

Im Mittelpunkt der Elisa-Studie stand die Frage, wie hoch die Corona-Dunkelziffer ist. Das heißt, die Forscher wollten herausfinden, wie viele Menschen sich unbemerkt infizieren. Im Mai 2020 wurden nur zehn Prozent der Infektionen mit einem PCR-Test bestätigt. Die Dunkelziffer lag also bei 90 Prozent. Das hat sich drastisch geändert. Denn mittlerweile werden 7 von 10 Infektionen auch als solche erkannt und mittels PCR-Test bestätigt.

Nur wenige Menschen haben Antikörper gebildet

Was sich aber nicht geändert hat, ist die sogenannte Prävalenz. Dieser Wert gibt an, wie viele Menschen bereits Antikörper gegen das Virus entwickelt haben. Er liegt nach wie vor bei nur 3,5 Prozent der Teilnehmer. Wiri seien noch weit entfernt von einer Herdenimmunität, so der Forscher. Gleichzeitig betonen sie, dass wegen dieser Werte die Impfung besonders wichtig sei, ebenso die Aufrechterhaltung der AHA_L-Regeln. Immerhin: Die Forscher konnten auch nachweisen, dass der Antikörperspiegel innerhalb eines Jahres relativ konstant geblieben ist. Das heißt, dass die Immunität auch nach zwölf Monaten offenbar noch gegeben ist.

Infektionen häufig bei Pflegepersonal

Besonders häufig stecken sich nach der Elisa-Studie übrigens Menschen an, die viel Kontakt zu Menschen haben. So waren die Infektionsraten unter dem Pflegepersonal, aber auch bei Polizisten und Feuerwehrleuten erhöht. Weitere Risikofaktoren aber konnten die Forscher aus Lübeck nicht erkennen.

Elisa-Studie befürwortete Öffnungsschritte

Öffnungsschritte unter kontinuierlicher Beobachtung sind vertretbar. Auch zu diesem Schluss kommt die Elisa-Studie. Denn im Mai 2020 habe es unter den Probanden trotz der damaligen Öffnungsschritte keinen Anstieg der Infektionszahlen gegeben. Und das, obwohl damals die Feriensaison startete. Oliver Pries

Weitere Informationen zur Elisa-Studie der Universität zu Lübeck gibt es auf https://elisa-luebeck.de.

Foto: Medizinstudent Jona Budke nimmt bei Wochenspiegelmitarbeiterin Anja Hötzsch Blut ab. Damit soll untersiucht werden, ob bereits eine Corona-Erkrankung durchlebt wurde.

 

Teile diesen Beitrag!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert