Sonderausstellung ab 8. Mai: 20 Jahre Gedenkstätte Ahrensbök

Selbst Gutwillige hatten Bedenken, ob das Projekt gelingen würde: die Einrichtung einer Gedenkstätte in einem maroden Gebäude am Rande der Gemeinde Ahrensbök. Heute kann man sagen, das Vorhaben ist eine Erfolgsgeschichte. Am jetzigen 8. Mai besteht die Gedenkstätte Ahrensbök seit 20 Jahren. Weil unter Pandemie-Bedingungen eine würdevolle Feier nicht möglich ist – lediglich ein kleines, internes Treffen –, wurde das Jubiläumsfest auf den Antikriegstag am 1.September verschoben. Der Trägerverein lässt es sich aber nicht nehmen, schon jetzt eine Sonderausstellung zu eröffnen.

Das einzige erhaltene frühe KZ in Schleswig-Holstein

Die Gedenkstätte wurde 2001 in dem einzigen in Schleswig-Holstein erhaltenen Gebäude, in dem 1933 ein frühes Konzentrationslager bestand, eingerichtet. Es ist das Direktionsgebäude einer ehemaligen Zuckerfabrik  im Ortsteil Holstendorf. Nun werden dort an Beispielen aus der Region Anfang, Alltag und Ende der nationalsozialistischen Diktatur in Dauerausstellungen thematisiert.

Rückblick auf Entwicklung des Erinnerungsortes

Die neue Sonderschau „20 Jahre Gedenkstätte Ahrensbök“ dokumentiert mit vielen Fotos die Zeit zwischen 1883, dem Bau des Direktorenhauses, bis heute. Die Initiatoren zeigen die Entwicklung von einer Bürgerinitiative über die Gründung der Gruppe 33 bis zur Schaffung des Trägervereins eines in der landesweiten Gedenkstättenlandschaft gut verankerten Erinnerungsortes. Beispiele aus der Arbeit des Trägervereins runden diese Ausstellung ab. Sie ist zu den regulären Öffnungszeiten im Foyer der Gedenkstätte zu sehen.

Neuer Zeitzeugenfilm ist online zu sehen

Darüber hinaus kann ab dem 8. Mai auf der Homepage www.gedenkstaetteahrensboek.de der neue Zeitzeugenfilm „Verdrängen und Erinnern – Kindheit im Nationalsozialismus“ bestaunt werden. Mit Hans Otto Mutschler und Jörg Wollenberg erinnern sich zwei Ahrensböker, wie sie als Kinder 1945 Zeugen des Todesmarsches wurden. Hunderte KZ-Häftlinge wurden von den Nazis auf diesen Todesmarsch durch das halbe Reich geschickt. Knapp zwei Wochen lang wurden sie auch in Ahrensbök in zwei Scheunen eingesperrt. Die meisten verloren bei der Cap-Arcona-Katastrophe in der Neustädter Bucht ihr Leben.  Die Gedenkstätte, Flachsröste 16, ist Dienstag und Freitag von 9 bis 13 Uhr und Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Infos gibt es unter Telefon 04525 493060.

Pressemitteilung/Volker Graap

In dem Gebäude der Gedenkstätte Ahrensbök bestand vom 3. Oktober 1933 bis zum 9. Mai 1934 ein frühes KZ. (Foto: LN-Archiv)

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