Stadt und Religionen laden zum Corona-Gedenken ein

Stadt und Religionsgemeinschaften laden Lübecker zum Gedenken für an und mit Corona Verstorbene und andere Betroffen der Coronakrise ein.

Videobotschaft am Sonntag, 18. April

Stadt und Religionsgemeinschaften laden alle Lübecker zum gemeinsamen Gedenken für an und mit Corona Verstorbene und andere Betroffen der Coronakrise ein. Dazu wird am Sonntag, 18. April, um 14 Uhr ein Video gestreamt.

Der Anstoß zum gemeinsamen Gedenken kam durch den Aufruf des Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier. „Im Interreligiösen Gesprächskreis fand sich schnell eine Reihe von Gemeinden zusammen, die am selben Tag ein Gedenken halten wollten.“, erzählt Pastorin Imke Akkermann-Dorn von der Evangelisch-reformierten Gemeinde Lübeck. „Bürgermeister Jan Lindenau fragte mich fast gleichzeitig, ob wir ein Gedenken in der Stadt Lübeck gestalten können. Als ich ihm von dem Interreligiösen Gedenken erzählte, war er begeistert“, berichtet Pröpstin Petra Kallies.

„In Lübeck haben wir noch immer deutlich zu hohe Infektionszahlen“, fährt der Bürgermeister fort. „Über 5.000 Lübecker wurden mit dem Corona-Virus infiziert. Wir betrauern den Tod von bisher 92 Menschen in unserer Stadt, die an oder durch Corona gestorben sind. Das erfüllt mich mit großer Trauer“, so Bürgermeister Jan Lindenau.

Gedenken für Verstorbene, Mitgefühl für Familien und Angehörige

„Unser Mitgefühl gilt den Familien und Angehörigen der Verstorbenen. Diese Zeit ist eine ganz besondere Herausforderung. Jeder kann dazu beitragen, weitere Todesopfer zu verhindern, indem sich alle an die Hygieneregeln konsequent halten“, appelliert Stadtpräsident Klaus Puschaddel. Gemeinsam rufen die Hansestadt Lübeck und Religionen deswegen dazu auf, sich dessen bewusst zu werden und Solidarität zu zeigen.

In allen beteiligten Religionsgemeinschaften finden sich inzwischen Opfer der Pandemie. Immer wieder zeigt sich dabei, dass es für viele Angehörige der Verstorbenen keine Möglichkeit zum persönlichen Abschied gab. Häufig blieben nach dem Versterben Fragen offen. Persönliche Anliegen konnten nicht mehr geklärt werden. Das hinterlässt große Lücken in der Beziehung.

Auch die Bevölkerung leidet unter der Situation

„Aber wir sind auch als Bevölkerung herausgefordert“, erzählt Perihan Ertuğrul von der Islamischen Gemeinde Lübeck e.V. Sie ist Mutter und erlebt den Alltag immer wieder als Spagat, in dem Kinderbetreuung und Arbeit als Medizinische Fachangestellte und Ehrenamtliche Gemeindearbeit koordiniert werden müssen. „Zugleich haben wir seit langem hohe Mehrbelastungen für das medizinische Personal in den Krankenhäusern“, weiß Selahattin Dogan, Der ehrenamtliche Geistliche der Alevitischen Gemeinde Lübeck e.V. ist hauptberuflich Krankenpfleger. Perihan Ertuğrul und er erleben täglich, unter welchem Druck die Mitarbeitenden der Krankenhäuser arbeiten.

„Das alles ist für uns Anlass, innezuhalten, zu trauern, zu klagen und Gott um seine Hilfe zu bitten. Und es ist gut, dass wir das zusammen tun, weil wir alle betroffen sind“, resümiert Rabbiner Isak Aasvestad. „Leider wird dies aufgrund der Lage nicht in Präsenz gehen“, ergänzt Jan Lindenau. „Wir werden das Gedenken aufzeichnen und dann gemeinsam online veröffentlichen.“

Die Hansestadt Lübeck und Religionsgemeinschaften laden deswegen ein, sich online zu versammeln. Das Gedenken wird am 18. April 2021 ab 14 Uhr als Premiere auf der Homepage der Hansestadt Lübeck unter www.luebeck.de/coronagedenken gesendet. Das Video wird auch danach abrufbar bleiben.

Stadt und Religionsgemeinschaften laden alle Lübecker zum gemeinsamen Gedenken für an und mit Corona Verstorbene und andere Betroffen der Coronakrise ein.
von li. n. re.: Pastor Till Karnstädt-Meißner, Pröpstin Petra Kallies, Rabbiner Isak Aasvestad, Perihan Ertuğrul, Islamische Gemeinde Lübeck e.V.Bürgermeister Jan Lindenau, Stadtpräsident Klaus Puschaddel. Foto: Hansestadt Lübeck

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