Sperrung der Elisabethstraße in Eutin: Umleitung über die Buckelpiste

Zum dritten Mal innerhalb eines Jahres wurde die Elisabethstraße in Eutin wegen Bauarbeiten für den Durchgangsverkehr gesperrt. Die Ursache sind Asphaltierungsarbeiten an der Kreuzung Albert-Mahlstedt-Straße/Lübsche Koppel. Die Vollsperrung einer der Hauptverkehrsadern der Kreisstadt erfolgt nun erneut für rund zehn Tage bis zum 16. April, weil die Bauarbeiten vom vergangenen Jahr Mängel aufweisen. Diese werden jetzt im Rahmen der Gewährleistungspflicht durch das Bauunternehmen behoben.

Ärger bei Anwohnern in der Lübecker Straße

Eine Umleitung ist vor Ort ausgeschildert und führt zum Ärger mancher Anwohner auch durch die Altstadt. Betroffen sind beispielsweise Weidestraße und Lübecker Straße, deren Kopfsteinpflaster-Belag ohnehin seit Jahren sanierungsbedürftig ist. „Wäre der Straßenzustand in Ordnung, könnte man den Verkehr vielleicht noch klaglos hinnehmen“, meint Marco Scharge, der zusammen mit seiner Frau das Weber-Café in der Lübecker Straße saniert hat.

Ausgewaschene Pflasterfugen und Absenkungen

Doch die Straße sei in schlechter Verfassung: „Durch die ausgewaschenen Pflasterfugen und zahlreiche Absenkungen werden Lärm und Vibrationen verstärkt“, sagt Scharge. Das sei auch ohne Umleitungsverkehr bisher schon so gewesen. „Eine Verkehrsmessung 2018 hat ergeben, dass täglich 3500 Fahrzeuge durch die Lübecker Straße fahren. Jetzt sind es sicher doppelt so viele.“

Viele Autofahrer halten sich nicht an Tempo 30

Hinzu kommt, dass ein Viertel der Autofahrer sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung halte. Hier sei aus gutem Grund nur Tempo 30 erlaubt. „Für die Stadtverwaltung sind das jedoch Werte, mit denen man leben muss und die keine Aufstellung von Blitzern rechtfertigen“, berichtet Scharge. „Auf meinen Wunsch hin hat die Stadt 2018 die Pflasterfugen vor dem Haus einmal zum Test verfüllt. Das hatte spürbar was gebracht, aber die Fugen waren schnell wieder ausgewaschen.“

„Den Durchgangsverkehr bitte einmal unter die Lupe nehmen“

Marco Scharge bedauert, dass sich die Verantwortlichen gar nicht richtig bemühen, sich einmal in die Lage der Anwohner zu versetzen und im Grunde nur darauf hinweisen, dass die Straße in fünf bis sechs Jahren saniert werden soll. „Es wäre schon mal ein erster Schritt, wenn die Stadt den Durchgangsverkehr unter die Lupe nimmt. Ein großer Anteil der Fahrzeuge sucht sich über die Lübecker Straße nur den kürzesten Weg Richtung Malente. Und bei Straßensperrungen sollte man den Verkehr großräumiger umleiten. Die Stadtmitte als Querung zu nutzen, das geht einfach nicht“, meint Scharge.

Immer mehr Häuser und Geschäfte stehen hier leer

Darüber hinaus sei die Verkehrssituation sicher auch nicht dazu geeignet, die betroffenen Straßenzüge attraktiver zu gestalten. „Im Gegenteil: Immer mehr Häuser und Geschäfte stehen hier leer. Deshalb müsste es eigentlich im Interesse der Stadt liegen, die Lage deutlich zu verbessern“, sagt Scharge. Eutin hat zurzeit wirklich viele Baustellen.

Volker Graap

 

– Vollsperrung: An der Kreuzung in der Elisabethstraße haben die Baumaschinen die alte Asphaltschicht bereits abgefräst.
– Für Anwohner Marco Scharge ist es besonders „spürbar“, wenn Lkw, Busse oder Baufahrzeuge mit Anhänger über das Pflaster der Lübecker Straße „fliegen“. (Fotos: Graap)

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