Malente: Spontane Spendenaktion für Bahn-Machbarkeitsstudie erfolgreich

 

Wo ein politischer Wille ist, muss noch lange kein Weg sein. Diese Erkenntnis vermittelt eine Entscheidung der Malenter Gemeindevertretung am 25. März. Es ging um die geplante Schienenreaktivierung der Strecke Malente-Lütjenburg. Auf der Tagesordnung stand die finanzielle Beteiligung der Gemeinde an der Machbarkeitsstudie für die Reaktivierung der Bahnstrecke. Wegen leerer Gemeindekassen wurde kein Geld bewilligt. Dass der Finanz-Anteil aber doch noch geleistet werden kann, ist spontanen Bürgerspenden zu verdanken – Gemeinsinn hat am Ende doch den Weg geebnet.

Ideelle Unterstützung ja, aber kein kommunales Geld

Die Nahverkehrsverbund NAH.SH als Aufgabenträger hatte dafür 50?000 Euro bereitgestellt, die betroffenen Kommunen jedoch um eine Beteiligung mit einem symbolischen Betrag von jeweils 4000 Euro gebeten. Doch während die Stadt Lütjenburg sowie die Kreistage Plön und Ostholstein den Zuschuss bewilligt haben, stellte sich jetzt die Malenter Gemeindevertretung quer. „Obwohl alle in der Gemeindevertretung vertretenen Parteien betonten, dass ihnen das Projekt sehr wichtig sei und sie inhaltlich weiterhin voll dahinterstehen, sei aber die Haushaltslage der Gemeinde Malente so desolat, dass sie den Betrag nicht bewilligen könnten“, teilt der Verein „Schiene Malente-Lütjenburg“ mit.

Über 30 Bürger spendeten innerhalb kürzester Zeit 5500 Euro

Doch die Ehrenamtler haderten nicht lange mit diesem Beschluss der Kommunalpolitik. Spontan starteten sie eine Spendenaktion und baten die Bürger um Unterstützung. Innerhalb von nur drei Tagen kam die Summe zusammen. Über 30 Bürger beteiligten sich mit insgesamt 5500 Euro. Bürgermeisterin Tanja Rönck zum Beispiel zahlte 1000 Euro aus der eigenen Tasche. Nur ein Viertel des Betrags wurde von Vereinsmitgliedern gestiftet – 75 Prozent kamen von externen Förderern. „Wir halten dies für ein wichtiges Signal, welches eindrucksvoll dokumentiert, wie wichtig vielen Bürgern die Reaktivierung der Schienenstrecke Malente-Lütjenbug ist und wie sehr sie hinter unserem Verein und Vorhaben stehen“, freut sich der Vorsitzende Professor Heiner Monheim.

„Wichtiges Signal, dass alle weiterhin an einem Strang ziehen“

Durch eine gemeinsam mit der Selbstverwaltung durchgeführte Spendenübergabe wollte der Verein nun die entstandene falsche öffentliche Wahrnehmung korrigieren und betonen, dass die Gemeindevertretung die Reaktivierung der Schienenstrecke Malente-Lütjenburg als zukunftsweisendes Projekt weiterhin unterstützt. „Wir freuen uns, dass wir weiterhin an einem Strang ziehen. Und wir danken allen Spendern wirklich ganz herzlich dafür. Insbesondere in solch turbulenten und wirtschaftlich schweren Zeiten ist dies ein sehr starkes Signal der Bürger. Wir nehmen es für unsere Vereinsarbeit als große weitere Motivation wahr. Und wir hoffen, dass dieses Signal auch auf Landesebene registriert und gehört wird“, so Monheim.

Volker Graap

 

Am noch toten Gleis am Malenter Bahnhof überreichten Vereinsvertreter um Heiner Monheim der Bürgermeister Tanja Rönck und den Vertretern aus den Fraktionen in der Gemeindevertretung den symbolischen Spendenscheck. Von dem Gleis aus sollen künftig auch Züge auf der alten „Hein Lüttenborg“-Strecke nach Lütjenburg fahren – darauf setzen jedenfalls der Verein zur Reaktivierung der Bahnstrecke und mit ihm auch die Kommunalpolitiker. (Foto: Graap)

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