Christoph Gehl (SPD): Frühstart in den Eutiner Bürgermeisterwahlkampf

Christoph Gehl hat ein großes Ziel: Der 41-jährige Sozialdemokrat will 2022 Bürgermeister seiner Heimatstadt Eutin werden. Der genaue Wahltermin steht zwar noch nicht fest, aber Gehl fährt klare Kante: „Ich komme früh aus der Deckung, weil ich vor Ort noch relativ unbekannt bin, den Leuten die Chance geben möchte, mich kennenzulernen, und ich im Gespräch mit den Bürgern Themen sammeln möchte“, erläutert er im Interview mit dem Wochenspiegel.

Sozialdemokrat aus Überzeugung

Der gebürtige Eutiner ist in Kiel aufgewachsen, hat lange in Lübeck gelebt und kehrte vor drei Jahren mit Lebensgefährtin und den zwei gemeinsamen Kindern in die Rosenstadt zurück. „Das war eine bewusste Entscheidung, denn Eutin ist eine Kleinstadt, die alles hat und den ländlichen Charme mit den Vorteilen einer Stadt verbindet“, sagt Gehl. Seitdem ist der Familienvater, der schon im Juso-Alter der SPD beitrat, im Ortsverein und als bürgerliches Ausschussmitglied aktiv. Darüber hinaus ist er Schatzmeister der Kreis-SPD. Und auch wenn er der Partei vorübergehend mal aus Ärger über den Sturz von Parteichef Müntefering den Rücken gekehrt hatte, „so bin ich doch immer Sozialdemokrat aus Überzeugung geblieben, denn ich teile ihre Grundwerte“, sagt Gehl.

Bürgermeister muss Innovationsmotor im Rathaus sein

Soziale Gerechtigkeit nennt er als Leitfaden seiner Arbeit. „Aber ich strebe kein rotes Rathaus, sondern eine überparteiliche Amtsführung an. Mir ist es wichtig, dass sich alle Bürger mitgenommen und gut informiert fühlen“, betont Gehl. Hier liegt auch einer der Gründe für seine Kandidatur: „Der Entschluss, mich zur Wahl zu stellen, ist gewachsen nachdem ich öfter von Menschen angesprochen wurde, die unzufrieden über die derzeitige Situation sind. Die Leute wünschen sich mehr Aktivität, mehr Miteinander und mehr Bürgernähe. Keine Basta-Politik.“ Und: Der Bürgermeister müsse auch ein Innovationsmotor im Rathaus sein.

Stark in der Kommunikation und beim Motivieren

Auch ohne Berufserfahrung in der öffentlichen Verwaltung fühlt sich Gehl gut gerüstet für den Chefposten im Rathaus. Vom Berater für Ergonomie am Arbeitsplatz hat er sich zur Führungskraft im Vertrieb eines arbeitsmedizinschen Dienstleisters hochgearbeitet. „Meine Stärke ist es, Menschen face-to-face anzusprechen. Ich besitze Einfühlungsvermögen und kann die Stärken meiner Mitarbeiter stärken – ich bin auch ein Motivationskünstler“, meint Christoph Gehl.

Großes Thema: Schaffung von sozialem Wohnraum

Inhaltlich hat sich Carsten Behnks Herausforderer in spe noch nicht auf ein konkretes Programm festgelegt. „Ich möchte zunächst wissen, was den Bürgern wichtig ist“, sagt Gehl. Ein ganz großes Thema ist für ihn jedoch die Wohnungsbaupolitik. Es gehe um die Schaffung von sozialem Wohnraum und ökologischem Wohnraum, um wohlüberlegten Flächenverbrauch, Nachverdichtung in der Innenstadt und auch alternative Baustoffe.

Gehl sieht Feuerwehr-Neubau wegen der hohen Kosten kritisch

Was aktuelle Großprojekte angeht, steht Gehl vor allem dem Feuerwehr-Neubau skeptisch gegenüber. „Es geht nicht darum, der Wehr irgendwas zu verwehren, was sie zur Erfüllung ihres Auftrags benötigt. Aber wenn wir statt des zehn Millionen Euro teuren Neubaus auch etwas Ordentliches am alten Standort am Priwall für einen Bruchteil der Summe hinbekommen, sollten wir das machen. Die Verschuldung verdirbt uns sonst die Handlungsfähigkeit bei vielen anderen Themen.“ Volker Graap

 

Christoph Gehl (SPD) will bei der Eutiner Bürgermeisterwahl 2022 antreten und den Chefsessel im Rathaus erobern. (Foto: Graap)

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Eine Antwort auf „Christoph Gehl (SPD): Frühstart in den Eutiner Bürgermeisterwahlkampf“

  1. Wolfgang Mevs sagt:

    Zitat von Herrn Gehl:
    (Gehl sieht Feuerwehr-Neubau wegen der hohen Kosten kritisch
    Was aktuelle Großprojekte angeht, steht Gehl vor allem dem Feuerwehr-Neubau skeptisch gegenüber. „Es geht nicht darum, der Wehr irgendwas zu verwehren, was sie zur Erfüllung ihres Auftrags benötigt. Aber wenn wir statt des zehn Millionen Euro teuren Neubaus auch etwas Ordentliches am alten Standort am Priwall für einen Bruchteil der Summe hinbekommen, sollten wir das machen.)

    Mein Kommentar dazu:
    Das sieht Herr Gehl nicht unbedingt falsch. Besondres sollte der „Neue Standort“ nochmal eingehend geprüft werden. Der Standort ist doch, wie ich meine, genau so ungeeignet wie der Standort seinerzeit am Festplatz. Der Standort „Festplatz“ wurde letzlich mit nur einem Schreiben eines „Eutiner Bürger“ gestrichen!! Die der damalige Führung der Eutiner Wehr sowie die Gemeindewehrführung war von Anfang an gegen diesen Standort. Genauso bin ich gegen den Standort im „Meinsdorfer Weg“. Die vorgeschriebene Hilfsfrist von 10 Minuten im Ausrückbereich der FF Eutin ist für die Freiwillge Feuerwehr Eutin, und nur die ist für ihren Ausrückbereich zuständig, nicht zu erreichen!!

    Das Argument:
    Die FF Neudorf und die FF Fissau-Sibbersdorf können unterstützen, ist doch nicht wirklich zutreffend. Beide Wehren sind doch so „schlecht“ besetzt, dass die FF Eutin bei jedem Alarm der beiden Wehren mit zur Unterstützung alarmiert werden muss. Da kann man doch nicht ein „Neues Feuerwehr Haus“ für die FF Eutin am Rand der Stadt bauen, obwohl man genau weiß, dass Hilfsfristen für die FF Eutin damit nicht eingehalten werden können!!

    Ich meine, es sollten Alle, die die Veratwortung für die Eutiner Bürgerinnen und Bürger tragen, noch mal intensiv über den Standort für ein neues Feuerwehrhaus im Meinsdorfer Weg gut nachdenken und überlegen, ob der Standort wirklich so gut geeignet ist!

    Da sollten sich bitte der Bürgermeister, die Gemeindewehrführung sowie die Ortswehrführung der FF Eutin noch mal selbstkritsich fragen, ob es wirklich kein anderes Grundstück, was zentraler gelegen ist, gibt!

    Ein Neues Feuerwehrhaus für die FF Eutin: Ja!! Aber bitte an einer zentralen Stelle von Eutin und nicht am Außenrand. Bitte auch mal über Anfahrtszeiten der Kameraden die zum Feuerwehrhaus müssen, nachdenken. Die „zügige“ Anfahrt zum „Neuen Standort Meinsdorfer Weg“ wäre doch sehr schwierig und zeitaufwendig. Man denke nur mal den „Fahrradstreifen“!

    Also, vielleicht doch noch mal, wie Herr Gehl sagt, über Alternativen wirkilch intensiv nachdenken.

    Wie Herr Gehl auch sagt: Wenn wir statt des zehn Millionen Euro teuren Neubaus auch etwas Ordentliches am alten Standort am Priwall für einen Bruchteil der Summe hinbekommen, sollten wir das machen.

    Oder:
    Meine Meinung: Es muss schon etwas wirklich Ordendliches sein. Es soll schon ein Neubau für viele Jahrzehnte werden. Vielleicht versucht man doch das Grundstück in der Siemesstraße zu kaufen. Ich glaube nicht das Frau St….- das Grundstück nicht mehr an die Stadt verkaufen will!!!

    Mit freudlichen Grüßen
    Wolfgang Mevs

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