Fotoaktion zum Weltfrauentag in Ostholstein

Gewalt gegen Frauen ist das Ergebnis patriarchaler Rollenmuster. Die Kampagne „Männlichkeit entscheidest Du“ will Männer in Schleswig-Holstein dafür gewinnen, veraltete Männlichkeitsbilder über Bord zu werfen. Es gilt, selbstbewusst mit positiver Männlichkeit umzugehen. In Zeiten der Pandemie ist diese Reflexion wichtiger denn je.

Frauen und Männer sollen Selfies an den Kampagnen-Plakaten machen

Auch in Ostholstein finden sich die auffälligen schwarzen Plakate der Kampagne inzwischen auf etlichen Litfaßsäulen. Ruth Taschendorf und ihre Kolleginnen vom Frauennotruf Ostholstein haben sich auf Entdeckungsreise in Eutin begeben. Ihre Selfies mit den Eutiner Plakaten posten sie auf der Instagram-Seite der Frauenberatungsstelle. „Wir möchten alle Frauen und auch Männer in Ostholstein dazu aufrufen, sich an diesem Statement für positive Männlichkeit zu beteiligen“, sagt Julia Dabelstein vom Frauennotruf Eutin und erläutert: Das geht zwar ganz einfach. In dem auch sie auf Entdeckungsreise gehen und uns Fotos oder Selfies von den Männerkampagnen-Plakaten aus ganz Ostholstein zusenden – mit der Ortsangabe. Diese werden dann auf unserem Instagram-Account veröffentlicht. Gerne können die Fotos auch mit eigenen Statements ergänzt werden.“

Toxisches Männlichkeitsbild überdenken

Entstanden ist die Kampagnen-Idee aus den Erfahrungen der Frauennotrufe in Schleswig-Holstein und Hamburg. Immer wieder ist bei den betroffenen Frauen nicht nur die physische Gewalt Thema, sondern auch das dahinterstehende Männlichkeitsbild. Die Vorstellung, dass ein Mann männlich ist, wenn er die Kontrolle und Oberhand über andere behält, ist noch immer weit verbreitet. „Stark, potent und mächtig. Diese sogenannte toxische Männlichkeit ist die Wurzel für Abwertung, Sexismus und letztlich körperliche Gewalt gegen Frauen“, so die Initiatorinnen.

Es gilt, klar Position zu beziehen gegen Gewalt an Frauen

„Wir nehmen in Ostholstein grundsätzlich ein großes Bewusstsein für das Thema ,Gewalt gegen Frauen‘ wahr. Unsere Arbeit wird anerkannt und wertgeschätzt“, betont Julia Dabelstein. „Um gemeinsam als Gesellschaft etwas zu bewegen, ist es wichtig, dass wir alle eine klare Position beziehen und auch eigene Sichtweisen und Verhaltensmuster überprüfen.“ Kontakt zur Frauenberatung und zum Notruf Ostholstein gibt es per E-Mail an eutin@frauennotruf-oh.de oder unter Telefon 04521 73043; Instagram-Account: frauennotruf_ostholstein

Julia Dabelstein (links) und Ruth Taschendorf vom Frauennotruf posieren am Kampagnen-Plakat in der Johann-Specht-Straße in Eutin. (Foto: hfr)

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