Schloss Eutin: Ausstellungen vor Ort und digitales Angebot für alle

Das Schloss Eutin ist noch mal mit einem blauen Auge davongekommen: Im Corona-Jahr 2020 haben 21?000 Gäste das Schlossmuseum besucht, das sind 25 Prozent weniger als geplant. „Das ist unter den gegebenen Bedingungen ein gutes Ergebnis. Im Juli und Oktober kamen sogar bis zu zwölf Prozent mehr Besucher als im Vorjahr“, zieht Brigitta Herrmann, geschäftsführender Vorstand der Stiftung Schloss Eutin, Bilanz.

Museumsbetrieb neu und Corona-konform organisiert

Geschuldet sind solche Zahlen wohl auch dem Trend zum Urlaub in Deutschland. „Und sie zeigen außerdem, wie hungrig die Menschen nach dem Lockdown auf Kunst und Kultur waren“, so Herrmann. Das Schloss-Team habe sich mit viel Engagement um einen Corona-konformen Museumsbetrieb bemüht. „Die Routinen haben nicht mehr gegriffen, wir mussten vieles neu organisieren – vom Einbahnstraßensystem bei der Besucherführung über das auf Klein- und Kleinstgruppen zugeschnittene Konzept für die Schlossführungen bis hin zu dem auf einen ganzen Monat ausgedehnten Festival der Führungen.“ Immerhin konnten mit Hygienekonzept 693 dieser Mini-Führungen sowie über 50 Hochzeiten im Schloss durchgeführt werden. Auch die Präsentation einer Sonderausstellung zum Schlossmaskottchen-Wettbewerb war möglich. Oder der virtuelle Besuch von Travemünder Schülern im Schloss via Zoom-App.

Die Gärten erfreuen sich zunehmender Beliebtheit

Nicht in die Gästestatistik eingeflossen ist die stetig wachsende Zahl von Besuchern des Schlossgartens und des Küchengartens. „Dies sind Orte, an denen die Leute richtig Aufatmen konnten.“ Ein großes Lob sprach Brigitta Herrmann insbesondere den 60 Gartenfreunden aus, die den Küchengarten ehrenamtlich beackern.

Das Schlossmuseum wäre für die neue Saison startklar

Und wie sieht es 2021 aus? „Sobald die Museen von der Politik grünes Licht bekommen, sind wir bereit zur Eröffnung“, sagt Herrmann. Neben dem Tagesgeschäft konzentriere man sich auf drei Prioritäten: So soll der Bereich „Bildung und Vermittlung“ weiter ausgebaut werden. „Wir freuen uns auf die Rückkehr der Schulkinder und haben die Familienführungen jetzt noch einmal in drei Altersgruppen für Vorschulkinder, Grundschulkinder und Teenager unterteilt.“

Sonderschau über Freundschaft des Eutiner Hofs zum Zarenhaus

Den zweiten Schwerpunkt bildet die Sonderausstellung „Die vier Unvergesslichen – eine Freundschaft zwischen dem Eutiner Hof und dem russischen Zarenhaus“ in Kooperation mit dem Landesmuseum Oldenburg, mit dem man auch künftig eng zusammenarbeiten möchte. Die Schau ist vom 7. Mai bis 11. Juli geplant. Weitere Event sind die Eröffnung der Aktion Museumscard am 4. Juni, eine Projektausstellung der Muthesius-Kunsthochschule im Sommer, ein Kinderfest am 8. August, die Hochzeitsmesse im Oktober, die Kiwanis-Weihnacht im Schloss sowie das erstmals auf zwei Tage erweiterte „Fest im Kerzenschein“ am 30. und 31. Oktober.

Tablet-Führung durch das Schloss ist bald auch als App erhältlich

Ein weiterer Fokus liegt außerdem auf einer digitalen Neuerung: Ab Mai steht der Inhalt der Tablet-Führung durch das Schloss Eutin auch als App für jedermann zur Verfügung. „Aus hygienischen Gründen konnten wir diese Führung zuletzt nicht mehr anbieten. Für die App-Entwicklung bekommen wir nun Fördermittel aus dem ,Neustart Kultur’-Topf“, erläutert Brigitta Herrmann. Im Baubereich setzt die Stiftung die aufwendige Fenstersanierung fort. Rahmen und Holzläden sollen 2021 an der Westfassade zur Stadt und der Nordfassade im Innenhof instand gesetzt werden.    vg

 

Stiftungsvorstand Brigitta Herrmann weist auf die Fassadensanierung an der Westseite des Schlosses hin, und sie präsentiert die jahrhundertealten Porträts von Katharina der Großen. Die Monarchin und das russische Zarenhaus spielen bei den geplanten Veranstaltungen wichtige Rollen. (Fotos: Graap)

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