Gedenkstätte Ahrensbök: Videotagebuch statt Sommerlager

Zweimal, im Sommer und im Herbst, musste das internationale Jugendsommerlager „Crossing Borders“ in der Gedenkstätte Ahrensbök Corona-bedingt ausfallen. Nun stellt der Trägerverein des Ausstellungshauses ein Videotagebuch vor, das anstelle des Sommerlagers ein viertägiges Projekt filmisch festhielt.

Lokale Beispiele über Alltag und Ende der NS-Diktatur

„Was geht uns das an?“, fragten fünf junge Leute aus drei Nationen, die sich im November mit Themen der nationalsozialistischen Diktatur auseinandersetzten. Unter Leitung der Gedenkstättenpädagogin Luisa Taschner und Daniel Hettwich vom Kirchenkreis Ostholstein erlebten die jungen Teilnehmer, darunter eine Syrerin und eine junge Frau aus Afghanistan, ein Jugendlager in verkürzter Form. Das Quartett lernte Anfang, Alltag und Ende der NS-Diktatur an lokalen Beispielen kennen, wie sie in Dauerausstellungen in der Gedenkstätte Ahrensbök dargestellt werden.

Auf dem Plan stand auch das Kennenlernen der Weltreligionen

Die Teilnehmer besuchten die Grabstelle der sechs KZ-Häftlinge auf dem Friedhof von Ahrensbök und die Scheune von Siblin, wo 300 KZ-Häftlinge 1945 eingesperrt waren. Auch das Ehrenmal in Neustadt wurde aufgesucht. Dort endete der Todesmarsch mit dem Tod von Tausenden während der Cap-Arcona-Schiffskatastrophe. Auch das Kennenlernen der drei Weltreligionen Judentum, Islam und Christentum gehört zur Tradition der Ahrensböker Jugendlager. Das Videotagebuch über die Erlebnisse der jungen Leute kann auf der Internetseite www.gedenkstaetteahrensboek.de angesehen werden. Der Neustädter Filmemacher Jens Westen setzte das Projekt filmisch um.

Hintergrund: Die Gedenkstätte Ahrensbök

Die Gedenkstätte Ahrensbök wurde am 8. Mai 2001 eröffnet. In dem einzigen in Schleswig-Holstein erhaltenen Gebäude, in dem 1933 ein frühes KZ bestand. An Beispielen aus der Region werden Anfang, Alltag und Ende der nationalsozialistischen Diktatur zwischen 1933 und 1945 thematisiert. Die Gedenkstätte ist eine Dokumentations- und Ausstellungsstätte, eine Gedenk- und Nachdenkstätte sowie eine Bildungs- und Begegnungsstätte.

 

Das Videotagebuch des etwas anderen Jugendlagers in der Gedenkstätte Ahrensbök ist jetzt online. (Foto: Jens Westen/hfr)

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