Was tun bei Stromausfall?

In letzter Zeit ist es häufiger zu Stromausfällen in Stockelsdorf gekommen, zuletzt im Januar. Nun gibt es einen Handlungsplan.

Gemeinde Stockelsdorf hat bereits eine Handlungsempfehlung für Stromausfall ausgearbeitet

In letzter Zeit ist es häufiger zu Stromausfällen im Gemeindegebiet gekommen, zuletzt am letzten Januarwochenende. Anfang des Jahres war es sogar in weiten Teilen Europas zu Störungen gekommen. Dabei stand Europa knapp vor einem großen, flächendeckenden Stromausfall. Nicht zuletzt als Folge des großen sechsstündigen Stromausfalls im Mai 2018 hat die Gemeinde als eine der ersten Kommunen überhaupt eine Handlungsempfehlung dazu erarbeitet und eine Übung durchgeführt. Diese Handlungsempfehlung kann die Gemeindeverwaltung und die Gemeindewehrführung dann im Ernstfall abarbeiten.

Durch den Stromausfall Ende Januar waren einige Schwächen aufgefallen

„Das größte Problem dabei ist die Telefonleitung“, erklärte jetzt Bürgermeisterin Julia Samtleben bei einem Pressetermin, „weil diese über Voiceover-IP an das Stromnetz gekoppelt ist.“ Im Notfall kann also kein Rettungsdienst gerufen werden. Oftmals ist auch das Handynetz überlastet, weil viele versuchen über diesem Weg Informationen zu erhalten oder weiterzugeben. Die Bürgermeisterin empfiehlt in so einem Fall dringend von Handytelefonaten und Nachrichten abzusehen. „Das sollte wirklich nur im absoluten Notfall genutzt werden.“

Möglichkeiten bieten sich stattdessen in den Feuerwehrgerätehäusern, die im Notfall grundsätzlich besetzt werden, wie Gemeindewehrführer Günter Volgmann erklärte. Der Sitzungssaal des Rathauses wird zum Krisenzentrum, wo alle Fäden zusammenlaufen können. Hier gibt es auch ein Satellitentelefon, das mit einer Vorrangschaltung versehen ist. „Das bedeutet, dass dafür in der Funkzelle Platz zum Telefonieren geschaffen wird“, so Julia Samtleben. Auch die Gemeindewehrführung verfügt über so ein Satellitentelefon, was in der Region eine absolute Ausnahme ist.

Das Netz wird zunehmend instabiler

Grundsätzlich ist die Gemeinde Stockelsdorf gut auf so einen Notfall vorbereitet, wie auch seinerzeit die Übung gezeigt hat. Aber die Handlungsempfehlung muss überarbeitet werden, wie Volgmann sagte. „Das sollte eigentlich im letzten Jahr erfolgen, aber wegen Corona haben wir das verschoben.“ Außerdem müssten die Feuerwehrgerätehäuser zusätzlich mit Einspeisemöglichkeiten durch externe Notstromaggregate ausgestattet werden. Nicht zuletzt versucht die Gemeinde auch die Tankstellenbetreiber davon zu überzeugen solche Möglichkeiten zu schaffen.

Warum wir zukünftig häufiger mit Stromausfällen rechnen müssen, erklärt der Gemeindewehrführer mit der zunehmenden Nutzung von regenerativen Energien. „Das Netz wird zunehmend instabiler, weil bei externen Stromquellen eine zentrale Frequenzsteuerung fehlt. Damit wird die Synchronisierung schwieriger.“ Im Falle eines Stromausfalls rät Volgmann dazu, nicht benötigte Verbraucher abzuschalten. Vor allem der Standbybetrieb ist problematisch. Auch Heizungen und Gefrierschränke oder Kühltruhen können dabei zu Problemen führen.

„Stockelsdorf ist einer der zentralen Schaltpunkte und daher besonders betroffen, weil das Umspannwerk in Pohnsdorf ein riesiger Verteilknoten ist“, so Volgmann. Insofern könnte mit dem neuen größeren Umspannwerk im Zuge der 380 kV-Leitung das Problem größer werden.

Krisenzentrum Sitzungssaal im Stockelsdorfer Rathaus: Gemeindewehrführer Günter Volgmann und Bürgermeisterin Julia Samtleben sind mit Satellietentelefonen für den Notfall ausgestattet. Das Rathaus verfügt zudem über ein Notstromaggregat. Foto: Anja Hötzsch

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