Lübeck: Lokales Krisentelefon für Eltern, Kinder und Jugendliche

Krisentelefon für die Coronapandemie. Immer mehr Eltern sind überfordert  und Kinder und Jugendliche leiden unter den Maßnahmen.

Das Kinderschutz-Zentrum Lübeck und die Frühen Hilfen nehmen sich der Nöte der Betroffenen an

Noch immer zu hohe Inzidenzwerte in Lübeck, so dass es vorerst keine Lockerungen für Schulen und Kitas gibt. Immer mehr Eltern sind überfordert, Kinder und Jugendliche leiden unter den vorgegebenen Bedingungen. Depressive Symptome bis hin zu psychosomatischen Beschwerden werden immer häufiger von Psychotherapeuten und Kinderärzten diagnostiziert. Mit seinem Krisentelefon setzen das Kinderschutz-Zentrum und die Frühen Hilfen Lübeck beim Leid der Betroffenen an und bietet Unterstützung.

„Gleich am ersten Tag unseres Krisentelefons hatten wir sehr viele Anrufe“, bestätigt Teresa Siefer, Diplom-Psychologin und Leiterin des Kinderschutz-Zentrums und der Frühen Hilfen. Eine deutliche Nachfrage nach pandemiebedingter telefonischer Beratung ist zu verzeichnen. Daneben wird bei besonderen Problemlagen auch ein Termin im Kinderschutz-Zentrum unter Einhaltung der Hygienevorschriften angeboten. „In besonders brisanten Fällen hilft die enge Zusammenarbeit mit dem Lübecker Jugendamt“, erklärt Teresa Siefer.

Über Sorgen sprechen hilft

„Oft hilft es den Anrufenden schon, von ihren Sorgen zu erzählen und erst mal aufgestaute Spannungen abzubauen“, weiß die Therapeutin. „Es darf gerne mal gesagt werden, wie anstrengend es gerade ist, Kinderbetreuung und -beschulung, Beruf und Haushalt zu bewältigen. Meistens leisten dies die Mütter. In dieser Situation allem gerecht zu werden ist für viele Frauen eine enorme Herausforderungen“, wird der Psychologin in den Anrufen oft gespiegelt.

Für alle Betroffenen sei es bedeutend, Strukturen und Rituale für den Alltag zu haben. Auch das Positive könne man in den Vordergrund stellen. „Wir haben bereits eine große Strecke in der Pandemie bewältigt und es gibt einen Impfstoff!“, seien stärkende Gedanken. Wenn der Akku der Eltern jedoch langsam leer ist, Kinder und Jugendliche traurig sind ohne Freunde, Sport und Hobbys, ist es hilfreich, hinaus zu gehen und den Blickwinkel immer mal wieder zu verändern.

Frische Luft und ehrenamtliche Aufgaben als Entlastung für die Eltern

„Bewegung an der frischen Luft und im Schnee bekommt uns allen gut. Beim gemeinsamen Wettlauf kann mal ordentlich Dampf abgelassen werden“, schlägt Teresa Siefer vor. „Alte Spiele neu entdecken oder das Familienfotoalbum gemeinsam anschauen, kreative Ideen finden, das alles macht den Kopf wieder frei. Dadurch kann auch der Medienkonsum ein wenig gedrosselt werden.“ Wenn am Abend beim Singen oder Lesen mit den Kindern alle ein bisschen runter kommen, kann der Tag positiv abgeschlossen werden. Enorm wichtig sind zudem soziale Netzwerke: „Vielleicht gibt es eine Nachbarin oder einen ehrenamtlichen Dienst, damit es ab und zu eine legitime Pause für die Mütter gibt.“

Bei den Frühen Hilfen im Kinderschutz-Zentrum klingelt ebenfalls das Krisentelefon. Schwangere und Eltern von Säuglingen und Kleinkindern bis zum dritten Lebensjahr erfahren dort Beratung und Hilfestellung.

Kinderschutz-Zentrum Lübeck und Frühe Hilfen, An der Untertrave 78, Telefon 0451/78 881 , Internet: www.kinderschutz-zentrum-luebeck.de
Teile diesen Beitrag!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert