Dr. Thomas Eggers übernimmt Leitung der Eutiner Weber-Schule

Die Amtseinführung eines neuen Direx‘ ist eigentlich immer ein festliches Großereignis an einem Gymnasium. Der neue Schulleiter der Carl-Maria-von-Weber-Schule, Oberstudiendirektor Dr. Thomas Eggers, wurde am 4. Februar Corona-bedingt in ungewöhnlich kleinem Kreis und mit Sicherheitsabstand und Maske begrüßt. Eggers betonte gegenüber Bürgermeister Carsten Behnk seinen Wunsch nach vertrauensvoller Zusammenarbeit und versicherte, immer für Gespräche mit der Stadt Eutin offen zu sein. Im Anschluss an den offiziellen Teil stellte sich Eggers eingereichten Fragen aus der Schulgemeinschaft. Als Interview hätte man es wie folgt aufschreiben können.

Der neue Direktor des Gymnasiums im Interview

Was haben Sie beruflich gemacht, bevor Sie Schulleiter in Eutin wurden?
Ich habe leidenschaftlich als Physik- und Mathematiklehrer gearbeitet. Nebenbei habe ich Berufsausbildungen zum Systemischen Coach sowie zum Mediator gemacht und bin promovierter Psychologe. In meiner beruflichen Tätigkeit war ich an verschiedenen Schulen, unter anderem fünf Jahre lang an der deutschen Schule Istanbul. Zudem habe ich in den letzten drei Jahren im Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) konzeptionell gearbeitet. Am meisten Freude bereitet mir aber die vielfältige Arbeit als Leitung einer Schule, daher bin ich zu dieser Herausforderung auf eigenen Wunsch zurückgekehrt.

Wie kam es zu dieser Entscheidung?
Die Weber-Schule ist ein überregional bekanntes und profiliertes Gymnasium mit besonderem Charme in der, wie ich finde, wunderschönen, von Seen umgebenen Stadt Eutin. Gibt es einen schöneren Ort zum Arbeiten?

Was macht für Sie die Weber-Schule aus?
Die Weber-Schule ist für mich eine vielfältige Schule. Als Europaschule stehen wir für Weltoffenheit, Toleranz und Demokratie. Besonderen Wert legen wir auf positive zwischenmenschliche Beziehungen innerhalb der gesamten Schulgemeinschaft. Bei uns stehen die Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt. Wir suchen, finden und entfalten deren Potenziale. Wir fragen uns nicht, ob sie es bei uns schaffen können, wir fragen uns täglich, was wir dafür leisten können, damit sie es schaffen, bei uns Abitur zu machen. Machbar wird dies durch unser herausragendes, junges und modernes Kollegium und die engagierten Eltern am Weber-Gymnasium.

Was sind Ihre kurzfristigen Ziele?
Im Lockdown haben wir alle festgestellt, wie wertvoll echte Unterrichtszeit und menschliche Begegnungen sind. Es ist unser erklärtes Ziel, nach dem Lockdown jede Minute der wieder stattfindenden Unterrichtsstunden mit gemeinsamen Leben zu füllen. Durch die Verlässlichkeit unseres Unterrichts und des Betreuungskonzeptes soll es keinen Unterrichtsausfall geben. Ein weiteres Ziel, das mir besonders am Herzen liegt, ist die Beteiligung der Schulgemeinschaft an der Lösung von anstehenden Herausforderungen. Denn ich bin davon überzeugt, dass eine gute Schule nur gemeinsam und aktiv von Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften weiterentwickelt werden kann.

In Ihrer Antrittsrede ging es um Wünsche an die Anwesenden, was wünschen Sie sich für die Weber-Schule?
Verkürzt dargestellt: Vom Ministerium wünsche ich mir, dass es uns möglichst gute Rahmenbedingungen garantiert und Handlungsspielräume für uns als Schule schafft. Von der Stadt Eutin wünsche ich mir, dass unsere guten Lern- und Lehrbedingungen erhalten bleiben und weiter verbessert werden. Ich wünsche mir ein vertrauensvolles Arbeitsverhältnis – geprägt von dem gemeinsamen Ziel, für unsere Schülerinnen und Schüler das Beste herauszuholen.

Am 18. Februar beginnt das Anmeldeverfahren für die zukünftigen 5. Klassen, was möchten Sie den Interessierten sagen?
Mein Verständnis von gutem Lernen geht aus von Neugierde und dem Interesse am Kennenlernen, Knobeln und Auseinandersetzen mit dem klugen Wissen unserer Welt. Um nachhaltig lernen zu können, brauchen wir mehr Motivation und weniger Leistungsdruck. In unserem neuen Programm für die Orientierungsstufe „Weber plus“ leben wir genau diesen Gedanken. Innerhalb von gewählten Neigungsgruppen sollen Schüler miteinander arbeiten, lernen und sich gegenseitig inspirieren, um ihre Potenziale zu entfalten in den Bereichen Forschen, Musik, Kunst, Theater, Sport und Medien. Dieses Zusatzprogramm wird nicht benotet, ist aber in den Stundenplan integriert.

Wie präsentieren Sie Ihre neue Schule in Zeiten, in denen Informationsveranstaltungen und Schulrundgänge nicht möglich sind?
Unser Orientierungsstufenleiter Stefan Wandelt hat improvisieren müssen und mit einem ganzen Team von Lehrkräften etwas Besonderes geschaffen. Auf unserer Homepage www. webergymnasium.de wird die Schule in einem Online-Forum für zukünftige Fünftklässler und deren Eltern digital dargestellt. Dort gibt es Infomaterial als Download, alle Informationen und Dokumente für die Anmeldung, aber auch eine ganze Menge lustige und informative Videos, die einen kleinen Einblick in unsere Schulkultur geben.
Darüber hinaus wollen wir am 18. Februar von 15 bis 18 Uhr einen Info-Stand auf dem Schulhof aufbauen, um im persönlichen Gespräch Interessierten die Möglichkeit zu geben, unsere Schule ein wenig kennenzulernen. Dies machen wir selbstverständlich unter Einhaltung eines strengen Hygienekonzeptes und auch nur falls es erlaubt sein wird.

Wie wird das neue Schuljahr aussehen?
Plan A der Weber-Schule ist ein hoffentlich fast ganz normales Schuljahr 2021/22. Wir haben aber auch einen Plan B und C, sodass wir auf die aktuelle Corona-Lage spontan reagieren können. Durch unser neues Digitalkonzept sind unsere Schülerinnen und Schüler sowie unsere Lehrkräfte bestens fortgebildet und können über ein Lernmanagementsystem auch in Distanz arbeiten. Mein Wunsch, aber auch Prognose ist Plan A.

 

Der neue Schulleiter Dr. Thomas Eggers wurde mit Blumen ins Amt eingeführt. (Foto: Wandelt/hfr)

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