„Cap Arcona“-Katastrophe: Ehrenfriedhof Haffkrug soll zum Mahnmal werden

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Der Haffkruger Ehrenfriedhof soll zum Mahnmal für die Opfer der „Cap Arcona“-Katastrophe werden. Ein Arbeitskreis hat seine Pläne zur Umgestaltung nun der Öffentlichkeit vorgestellt.

„Ehrenfriedhof“ wird den Opfern nicht gerecht

„Ein Ehrenfriedhof ist ein Ort für gefallene Soldaten“, sagt Lutz Tamchina vom Arbeitskreis „27. Januar“ in Eutin. Das wird aber den Menschen, die in Haffkrug beigesetzt wird, nicht gerecht. Denn direkt zwischen der Autobahn A1 und der B76 liegen 1128 Opfer der „Cap Arcona“-Katastrophe. Folgerichtig fordert der Arbeitskreis schon seit längerer Zeit, dass aus dem Ehrenfriedhof in Haffkrug ein Mahnmal wird.

Veranstaltung: Am 27. Januar, dem Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, lädt der Arbeitskreis „27. Januar“ auf den Friedhof Haffkrug-Neukoppel zu einem schweigenden Gedenken ein. Wer möchte, kann ein Kerzenlicht aufstellen

 

Seit 1954 gibt es den Ehrenfriedhof in Haffkrug. Damals gab es die A1 und die B76 noch nicht, der Blick vom Gelände ging bis zur Ostsee. „Heute ist das Gelände von Straßen und Lärm umzingelt“, sagt Lutz Tamchina vom Arbeitskreis „27. Januar“. Deshalb fordert der Arbeitskreis nun eine Aufwertung des Geländes. Die Vorschläge sind ein besserer Lärmschutz, weniger Baumfällungen und Informationstafeln, die auch Kinder und Jugendliche ansprechen. Denn die Geschichte darf nicht vergessen werden. Dafür setzt sich der Arbeitskreis bereits seit 1996 ein.

„Cap Arcona“ und „Thielbek“: 7000 Tote durch Bombenangriff

Am 3. Mai 1945 wird der Luxusliner „Cap Arcona“ in der Lübecker Bucht von britischen Bombern versenkt – wenige Tage vor Ende des Krieges. Zu der Zeit befinden sich auf dem Schiff vorwiegend KZ-Häftlinge. Als die „Cap Arcona“ und ihr Begleitschiff „Thielbek“ sinken, sterben rund 7000 Menschen. Leichen werden später noch auf Fehmarn oder der Insel Poel angespült. Warum die Briten die Schiffe angriffen, ist bis heute nicht geklärt.

Haffkrug: Breites Bündnis ist für ein Mahnmal

Nun fristet der Ort des Gedenkens an diese Katastrophe ein wenig beachtetes Dasein. Doch der Arbeitskreis will das ändern. Für die Änderung in ein Mahnmal gebe es ein breites Bündnis in der Gemeinde Scharbeutz, sagt Helmuth Kurth vom Arbeitskreis „27. Januar“. Für die Umsetzung der Änderungen will der Arbeitskreis Spenden einwerben. Allerdings muss es dafür auch große Unterstützung aus der Bevölkerung geben, findet Helmuth Kurth. Wer sich über die Pläne informieren möchte, kann sich unter Telefon 04563 / 5304 an Helmuth Kurth wenden. Oliver Pries

Foto: Helmuth Kurth vom Arbeitskreis „27. Januar“ möchte den Haffkruger Ehrenfriedhof umgestalten. Foto: Volker Graap

 

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Eine Antwort auf „„Cap Arcona“-Katastrophe: Ehrenfriedhof Haffkrug soll zum Mahnmal werden“

  1. Kai-Uwe Goos sagt:

    Ich habe ein „Problem“ mit der Bezeichnung „Katastrophe“ im Zusammenhang mit dem Beschuss und der Versenkung der Cap Arcona und der Thielbek und der gestrandeten Schuten Wolfgang und Vaterland. Die Bezeichnung „Katastophe“ findet man auf den Gedenktafeln am und auf dem Gelände des Mahnmals in Haffkrug (Waldweg). Meines Erachtens handelt(e) es sich bei der Verlegung der KZ-Häftlinge auf die besagten Schiffe um deren gezielte und beabsichtigte Ermordung durch das nationalsozialistische System. Dabei von einer „Katastrophe“ zu sprechen, halte ich für nicht angemessen! Suggeriert doch das Wort „Katastrophe“ ein eher natürliches, unabwendbares Unglücksgeschehen. Und das war die Ermordung der Häftlinge ja nun weiß Gott nicht. Ich bitte daher und schlage daher vor, neue Gedenktafeln zu installieren unter Vermeidung des Begriffs „Katastrophe“. – Die Lage des Mahnmals in Haffkrug dagegen ist eine einzige Katastrophe und dem Gedenken an das Geschehen am 03.05.1945 und seinen Opfern unwürdig. So angemessen die Anlage des Mahnmals auch sein mag, seine Lage ist (mittlerweile) unmöglich!

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